Aufbauende Landwirtschaft
Boden wieder gut machen
Methoden einer regenerativen Agrarkultur

Symposium

Treffpunkt von innovativen Praktikern

Friedrich Wenz

bewirtschaftet im Rheintal einen Demeter- und Biolandbetrieb. Die Erkenntnis, dass es möglich ist, ganze Prozentpunkte Humus in wenigen Jahren aufzubauen ist die treibende Kraft für ihn. Die Entwicklung und Etablierung praxisreifer Verfahren des Humusaufbaus unter dem Begriff „regenerative Landwirtschaft“ sowie die Vermittlung dieses Wissens ist das zentrale Anliegen, das zusammen mit Dietmar Näser, Ingrid Hörner und anderen Experten umgesetzt wird.

Wolfgang Palme

ist seit fast 25 Jahren als Pionier und Wegbereiter zur Gemüsevielfalt und zu alternativen Produktionsentwürfen bekannt. forscht an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Wien. Er ist Mit-Gründer und Leiter der City Farm Schönbrunn. Er ist Autor des Buches „Frisches Gemüse im Winter ernten“.

Hermann Pennwieser

Monika Sobotik

Und andere

Martin Wiethaler
Feldgemüseanbau

Stefan Funke
Mulchen im Gewächshaus

Benedikt Wittmann
Mobile Hühnerhaltung

Felix Herzog
Agroforstwirtschaft, Agroscope

Prof Michael Weiß
Mykorrhiza & Bodenfruchtbarkeit

Benedikt Haerlin
Aufsichtsrat Weltagrarbericht, 2000m2

Christina Hiß
Regionalwert AG

Worum es uns geht

Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft
Neue Wege gehen

Im Fokus stehen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland und Österreich, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen. Sepp Braun, Dietmar Näser, Margarete Langerhorst und Urs Mauk zeigen am Beispiel ihrer Höfe, wie sie das in Praxis umsetzen. Anita Idel, Ingrid Hörner, und andere berichten über ihre Erkenntnisse zu Bodenaufbau, Beweidung und Pflanzenstärkung.

Themen werden sein: Mischkulturen, Untersaaten, Zwischenfrüchte und Agroforst; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung, Direktsaat, Kompostierung und Mulch; Boden- und Blattsaft-Analysen, Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung, Mikroorganismen; Holistisches Weidemanagement, Wassermanagement und Keyline-Design; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung.

Mit Hofrundgang, Vorträgen, Kurzreferaten, einer Podiumsdiskussion und vielfältigen kleinen Arbeitsgruppen wollen wir einen offenen Begegnungsraum schaffen für konventionelle und ökologische Bauern, Gärtnerinnen und andere interessierte Menschen. Das Symposium soll Verständnis für Zusammenhänge und Lösungen vermitteln und verbreiten. Es soll dazu anregen, Abhängigkeiten zu verringern und in Partnerschaft mit Menschen und Natur neue Wege einzuschlagen.

  • Pfluglose Bodenbearbeitung
  • Minimale Bodenbearbeitung
  • Direkteinsaat
  • Untersaaten
  • Pflanzen-Vitalisierung
  • Rottesteuerung
  • Mischkulturen
  • Market Garden / Bio-intensiver Gemüseanbau
  • Agroforstsysteme
  • Holistisches Weidemanagement
  • Keyline Design
  • Wassermanagement
  • Solidarische Landwirtschaft
  • Geschlossene Kreisläufe

Die Natur - eine aufbauende Kraft
Der Natur wohnt eine beeindruckende Kraft inne: die der Entwicklung hin zu immer größerer Differenzierung, zu mehr Vielfalt und Fülle, zu höherer Fruchtbarkeit - eine Kraft des Aufbaus.

Anbau zwischen Aufbau und Raubbau
Vor etwa 10‘000 Jahren begannen die Menschen mit der Landwirtschaft – und damit begann eine Geschichte des wiederholten Aufbaus und Zusammenbruchs vieler großer Zivilisationen. Der Verlust der wertvollen Oberschicht - Stichwort Bodenerosion - spielte beim Niedergang dieser Kulturen fast immer eine entscheidende Rolle. Heutzutage kommen Probleme hinzu wie Nitrate im Grundwasser, Verlust der Artenvielfalt, Verlust an genetischer Vielfalt bei unseren Kulturpflanzen oder eine hohe Nutzung und Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen. Die in der Natur innewohnenden Kräfte zum Aufbau von Ressourcen (Boden, Biomasse, Vielfalt) haben wir in der Landwirtschaft noch nicht genügend verstehen und einsetzen gelernt; im Gegenteil, wir haben viele Ressourcen gestört und übernutzt.

Nachhaltig ist nicht genug
Um die großen Verluste an Boden, Vegetation und Biodiversität wieder auszugleichen und gestörte Kreisläufe (Stickstoff, Phosphor, Kohlenstoff, Wasser) wieder zu schließen, muss man mehr nachwachsen lassen als man verbraucht. Einfach nur erhalten reicht nicht. Am besten, man verbraucht gleichzeitig weniger und lässt mehr nachwachsen. Die Belastungen von Umwelt und Menschen reduzieren sich dadurch, die Natur kann sich entfalten. So kann sich eine aufbauende Landwirtschaft entwickeln.

Aufbauende Landwirtschaft
Aufbauende Landwirtschaft ist die Kunst, Nahrungsmittel zu produzieren und dabei gleichzeitig die natürlichen Ressourcen wieder aufzubauen, die Böden zu verbessern und zu beleben, Wasser zurückzuhalten, Tieren Lebensraum zu bieten und vieles mehr. Aufbauende Landwirtschaft heißt, dass wir uns an der aufbauenden Kraft der Natur orientieren und in Partnerschaft mit ihr Landbaupraktiken entwickeln, um zukünftigen Generationen Lebensgrundlagen in aller Vielfalt und Fülle zu schaffen, die ihnen eine freie Entfaltung ermöglicht.

Wie das gehen kann, ist das Thema dieses Symposiums.


Ort und Rahmen des Symposiums

27. - 29. Januar 2017
Gemeinschaft Schloss Tempelhof
Tempelhof 3

74594 Kreßberg (Baden-Württemberg)
Das mehrtägige Symposium bietet neben Informations- und Diskussionseinheiten Einblick in die Arbeit der Landwirte im ökologisch und innovativ arbeitenden Betrieb Schloss Tempelhof. Hier sind die Gärtnerinnen und Landwirte dabei, einen Hoforganismus mit einem ganzheitlichen Ansatz aufzubauen: Der Feld- und Gemüsebau bettet sich ein in einen geschlossenen Kreislauf aus Samenproduktion, Anbau, Ernte, direkte Verarbeitung und Veredelung vor Ort, Konsum in der Gemeinschaft, Verkauf im eigenen Hofladen, regionalen Bioläden und Restaurants sowie Abfallverwertung. 50 verschiedene Gemüsearten sind im Anbausortiment und versorgen mehr als 140 Menschen mit dem System der „Solidarischen Landwirtschaft“ (CSA – Community Supported Agriculture). Beim Anbau stehen folgende Techniken im Vordergrund: Minimalbodenbearbeitung, weitgehender Verzicht auf den Einsatz von Traktoren im Gärtnereibetrieb, die Mischkulturpraxis (“Market Garden”), Humusaufbau, Nutzung verschiedener Kompost-Präparate, zunehmend die Integration von Teichen und Agroforstsystemen sowie Nutzung eines Keyline-Pfluges. Ziel der Arbeit ist auch, eine vielfältige, essbare Landschaft zu gestalten und Nahrungsmittel im Dorf zu produzieren.

Anmeldung beim Seminarhaus Schloss Tempelhof
Teilnahmegebühren: 220€ , Ermässigt 150€, Sponsoring für junge Leute: 260€ (d.h. 40€ freiwilliger Beitrag damit junge Leute mit wenig Geld mitfinanziert werden können)


   
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