Die 2026 in Plant and Soil veröffentlichte Studie ist eine umfassende Übersichtsarbeit zum Zusammenhang zwischen Bodengesundheit, Nährstoffaufnahme der Pflanzen und menschlicher Ernährung. Die zentrale Aussage: Die Qualität unserer Lebensmittel beginnt im Boden. Ein gesunder Boden stellt Pflanzen nicht nur Nährstoffe bereit, sondern beeinflusst über Bodenstruktur, organische Substanz, pH-Wert und insbesondere das Bodenmikrobiom, wie gut Pflanzen Mineralstoffe aufnehmen können. Bakterien und Mykorrhizapilze spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie beispielsweise Phosphor, Eisen oder Zink mobilisieren und
Wie wertvoll Agroforstsysteme gerade in trockenen Jahren sein können, zeigt der Betrieb von Pirmin Adler im schweizerischen Oberrüti, wie Bauernzeitung berichtet. Während im heißen und trockenen Sommer 2026 vielerorts das Weidefutter knapp wird und Gras kaum noch nachwächst, können seine Limousin-Mutterkühe weiterhin frisches Grün fressen – zunehmend von Bäumen und Sträuchern. Auf seinen 22 Hektar hat Adler mehrere Tausend Sträucher und Bäume gepflanzt. Gerade im Juni und Juli, wenn das Graswachstum stark zurückgeht, beginnt die
Antibiotikaresistenzen gelten als eine der großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Eine neue Studie in Nature Communications zeigt nun eindrücklich, dass das Problem keineswegs auf Krankenhäuser und Tierställe beschränkt bleibt. Resistenzgene aus der Nutztierhaltung finden sich auch im Mikrobiom wildlebender Tiere wieder. Die Forschenden untersuchten 875 wildlebende Hausmäuse auf rund 240 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland. In ihrem Darm fanden sie insgesamt 340 verschiedene Antibiotika-Resistenzgene (ARG). Besonders überraschend war der Vergleich mit Rindern, Schweinen und Geflügel: Rund
Die IG gesunder Boden e. V. baut gemeinsam mit ihrer AG Wald eine praxisnahe Dauerwaldschule auf. Das Projekt ist auf bis zu 3 Jahre ausgelegt, mit einer Option zur Verlängerung. Unser Ziel ist es, Wissen und Erfahrungen zu Dauerwald, lebendigen Waldböden, Wasserhaushalt, wirtschaftlich tragfähiger Waldbewirtschaftung und Biodiversität verständlich zu vermitteln und Menschen aus Praxis, Wissenschaft und Gesellschaft miteinander zu verbinden. Für den organisatorischen Aufbau suchen wir ein bis zwei engagierte Personen, die das Projekt zuverlässig koordinieren und auf
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Blühstreifen gelten als einfache Maßnahme, um Biodiversität in Agrarlandschaften zu fördern. Der neue Abschlussbericht des NaPA-Projekts zeigt auf 19 konventionellen und ökologischen Betrieben, dass sie tatsächlich etwas bewirken – allerdings mit wichtigen Einschränkungen. Das deutlichste Ergebnis betrifft die Insektenbiomasse: Über alle Messpunkte von 0 bis 100 Meter Entfernung gemittelt lag sie auf Äckern mit Blühstreifen rund 50 % höher. Der Effekt war jedoch unmittelbar am Blühstreifen am stärksten und nahm mit zunehmender Entfernung deutlich ab.
Boden, Pflanzen und Menschen besitzen jeweils hochkomplexe Mikrobiome. Eine aktuelle Übersichtsarbeit in Nature Communications geht der Frage nach, ob sie Teil einer gemeinsamen „Boden-Pflanze-Darm-Achse“ sind. Der Boden spielt dabei eine Schlüsselrolle: Er beherbergt mindestens ein Viertel der weltweiten Biodiversität und funktioniert als eine Art mikrobielle Samenbank. Pflanzen rekrutieren daraus Mikroorganismen für Wurzeln, Blätter, Früchte und Samen. Und tatsächlich können Bakterien von Obst und Gemüse anschließend auch im menschlichen Darm nachgewiesen werden. Besonders spannend: Einige Bakteriengruppen
Schwere Dürren führen zunehmend zum Absterben von Bäumen. Bisherige Studien – vor allem aus gemäßigten Regionen – ließen vermuten, dass sich Individuen derselben Baumart in ihrer Trockenheitsresistenz nur wenig unterscheiden und das Anpassungspotenzial entsprechend begrenzt ist. Eine neue Studie aus Puerto Rico stellt diese Annahme infrage. Untersucht wurden 290 Bäume aus 18 Arten entlang eines Niederschlagsgradienten von 1.000 bis 4.000 mm pro Jahr. Dabei zeigte sich eine erstaunlich große Variabilität innerhalb derselben Arten: Bäume in
Ein Vortrag von Holger Weinauge (https://youtu.be/0x-f7jGPC20) zum Thema „Dauerwald in nur 15 Jahren – Die Entwicklung des Forstbetriebs Kalebsberg“ beim Symposium „Aufbauende Waldwirtschaft“ 2026 Das Symposium „Aufbauende Waldwirtschaft“ richtete sich an alle Interessierte aus der forstlichen Praxis, der Wissenschaft und der forstlichen Bildung, die sich für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft einsetzen. In Vorträgen, Workshops, Fachgesprächen und Podiumsdiskussion gab es praxisnahe Einblicke in die vielfältigen Bewirtschaftungsmethoden pionierhafter Betriebe und in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Ein besonderer Schwerpunkt lag
Freu Dich auf ein Wochenende voller Praxiswissen, neuer Perspektiven und intensiver Begegnungen: Vom 29. bis 31. Januar 2027 findet am Schloss Tempelhof wieder das Symposium »Aufbauende Landwirtschaft« statt. Drei Tage lang kommen Landwirt:innen, Praktiker:innen, Berater:innen und Pioniere zusammen, um Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam weiterzudenken: Wie können wir Böden aufbauen, Wasser besser in der Landschaft halten, Vielfalt fördern, Kreisläufe schließen und landwirtschaftliche Betriebe resilienter gestalten? Themen und Referierende Auch beim 11. Symposium
Eine neue Studie in Science Advances zeigt eindrucksvoll: Mehr Pflanzenvielfalt kann das ökologische Gleichgewicht im Acker zugunsten der natürlichen Gegenspieler von Schädlingen verschieben. Die Forschenden werteten 149 Feldstudien aus 27 Ländern und fünf Kontinenten aus, darunter 104 Studien aus dem Ackerbau. Untersucht wurde das Zusammenspiel von Pflanzen, pflanzenfressenden Wirbellosen und deren natürlichen Gegenspielern – etwa Kulturpflanze, Blattlaus und Marienkäfer oder Schlupfwespe. Mit zunehmender Pflanzenvielfalt stieg das Verhältnis von natürlichen Gegenspielern zu Pflanzenfressern im ökologischen Ackerbau
Zwar schon was älter, aber immer noch – auch und gerade für die Landwirtschaft – richtig und wichtig: „Bäume sprechen miteinander über ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem. Einige Forscher:innen nennen es das Wood Wide Web, das Internet des Waldes. Es besteht aus Leitungen im Stamm und den Baumwurzeln. Darüber können sich Baumkrone und Wurzelspitzen miteinander austauschen – zum Beispiel darüber, ob genug Wasser und Nährstoffe da sind. Um mit anderen Bäumen im Wald zu kommunizieren, verbünden sie
Lange dominierte die Vorstellung, dass Mitteleuropa unter natürlichen Bedingungen überwiegend von geschlossenen Wäldern geprägt gewesen wäre. Neuere paläoökologische Forschungen zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild. Große Pflanzenfresser wie Auerochsen, Wisente, Wildpferde, Elche und Rothirsche – in früheren Warmzeiten auch Elefanten und Nashörner – beeinflussten durch Verbiss, Tritt, Schälen, Dung und Samenverbreitung Vegetation und Böden und hielten Teile der Landschaft offen. Den Anstoß zu dieser Diskussion gab Frans Vera mit seiner Megaherbivoren-Hypothese (2000). Seine starke These einer
Ein Vortrag von Wilhelm Bode (https://youtu.be/hlF7diK283U) zum Thema „Ist der Wald noch zu retten? – Eine Einführung in den Dauerwald“ beim Symposium „Aufbauende Waldwirtschaft“ 2026 Das Symposium „Aufbauende Waldwirtschaft“ richtete sich an alle Interessierte aus der forstlichen Praxis, der Wissenschaft und der forstlichen Bildung, die sich für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft einsetzen. In Vorträgen, Workshops, Fachgesprächen und Podiumsdiskussion gab es praxisnahe Einblicke in die vielfältigen Bewirtschaftungsmethoden pionierhafter Betriebe und in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Ein besonderer Schwerpunkt
Dürre, Hitze, Starkregen und Ernteausfälle sind keine Probleme, die eine Gruppe allein lösen kann. Nicht die Landwirtschaft allein. Nicht die Kommunen allein. Nicht die Politik allein. Nicht die Bürgerinnen und Bürger allein. Aber jede Gruppe hat Verantwortung – und jede hat Handlungsmöglichkeiten. Landwirte können Böden aufbauen, Wasser halten, Fruchtfolgen erweitern, Zwischenfrüchte nutzen, Agroforst erproben und Verdichtung vermeiden. Forstleute können Wälder vielfältiger und widerstandsfähiger entwickeln. Kommunen können entsiegeln, Bäume pflanzen, Auen freihalten und Wasser in der
Viele Lösungen gegen Dürre und Fluten sind bekannt. Die Frage ist nicht mehr nur: Was kann man tun? Die Frage ist zunehmend: Warum tun wir es nicht viel entschlossener? Landwirte sollen Böden aufbauen, Wasser halten, Biodiversität fördern und zugleich wirtschaftlich bestehen. Kommunen sollen Klimaanpassung umsetzen, haben aber oft wenig Personal, enge Budgets und komplizierte Zuständigkeiten. Unternehmen sprechen über Nachhaltigkeit, kaufen aber häufig weiter nach dem niedrigsten Preis. Bürgerinnen und Bürger wünschen sich intakte Landschaften, wollen
Viele Kommunen erleben Trockenheit, Hitze und Starkregen inzwischen sehr konkret: verdorrte Grünflächen, sinkende Pegel, überlastete Kanalisation, Hitzebelastung in Ortskernen, Schäden an Wegen, Feldern und Infrastruktur. Die Versuchung ist groß, vor allem technisch zu reagieren: mehr Rohre, mehr Becken, mehr Reparatur. Das kann an manchen Stellen nötig sein. Aber es reicht nicht. Kommunen können viel mehr tun: Flächen entsiegeln, Regenwasser versickern lassen, Schwammstadt-Prinzipien umsetzen, Bäume pflanzen, Gewässer renaturieren, Auen freihalten, Bauleitplanung anders denken und landwirtschaftliche Betriebe
Wenn Wälder unter Trockenheit leiden, sehen wir das oft erst spät: lichte Kronen, Borkenkäfer, vertrocknete Jungpflanzen, steigende Brandgefahr. Doch die Ursachen liegen tiefer. Die Widerstandskraft eines Waldes hängt auch davon ab, wie er aufgebaut und bewirtschaftet wird. Monotone Bestände, verdichtete Böden, gestörte Wasserhaushalte und zu wenig Struktur erhöhen seine Anfälligkeit. Gleichzeitig setzt die Klimaänderung inzwischen selbst naturnahe und bisher robuste Wälder – etwa Buchenwälder – sichtbar unter Druck. Genau deshalb ist Waldumbau nicht nur eine
Auen, Moore und Feuchtgebiete wurden lange als unproduktive Restflächen betrachtet: zu nass, zu unordentlich, schwer nutzbar. Also hat man sie entwässert, begradigt, eingedeicht, umgebrochen oder bebaut. Heute sehen wir immer deutlicher, was dabei verloren gegangen ist. Diese Räume können Wasser speichern, Hochwasserspitzen dämpfen, Grundwasser speisen, Biodiversität tragen, Kohlenstoff binden und Landschaften kühlen. Gerade in Zeiten von Dürre und Starkregen sind sie keine Nebensache, sondern Sicherheitsräume. Das heißt nicht, dass jede Fläche sofort aus der Nutzung
Über Jahrzehnte haben wir viele Landschaften darauf optimiert, Wasser möglichst schnell loszuwerden. Drainagen im Acker, tiefe Gräben, begradigte Bäche, befestigte Wege, Kanalisation, versiegelte Flächen. Was früher als Fortschritt galt, wird in Zeiten von Dürre und Starkregen zunehmend zum Risiko. Denn Wasser, das im Winter oder nach Starkregen schnell aus der Fläche abgeführt wird, fehlt später im Boden, im Grundwasser, in den Pflanzen und in der Verdunstungskühlung. Gleichzeitig steigt bei Starkregen die Gefahr von Erosion und
Nach Wochen der Trockenheit klingt Regen erst einmal wie Erlösung. Aber wenn er als Starkregen fällt, ist das Wasser oft schneller wieder weg, als es der Landschaft wirklich hilft. Verdichtete, ausgetrocknete oder verschlämmte Böden nehmen Wasser schlecht auf. Begradigte Bäche, Gräben, Drainagen, versiegelte Flächen und steile Wege beschleunigen den Abfluss zusätzlich. Dann wird aus dringend benötigtem Regen Erosion, Schlamm, Hochwasser – und danach kommt erneut Trockenheit. Genau deshalb gehören Dürre und Flut zusammen. Es sind
