Referenten

21. November 2017
Maximilian Henne
ist gelernter und studierter Landwirt und CERES Ackerbauer des Jahres 2014. Henne verfolgt einen innovativen, pflanzenbaulich konsequenten Bewirtschaftungsansatz mit 100%iger Direktsaat. Er setzt neue Impulse für den Ackerbau durch das System „grün in grün“ als langfristiges Low-Input-System mit permanentem Zwischenfruchtanbau.
“Krümel werden vom Regenwurm gemacht –  nicht von der Kreiselegge!”
Martin Wiethaler
ist seit über 30 Jahren Biolandbauer. Er hat mit 2 ha angefangen, kultiviert mittlerweile 150 ha, davon 70 ha Gemüseanbau. Vor 10 Jahren hat erste Erfahrungen mit der Dammkultur gesammelt, die er in den letzten Jahren vertieft hat. Dazu zählen auch neue Ansätze in der Grundbodenbearbeitung wie auch ein Saat-Pflegesystem, auch für große Arbeitsbreiten. Darauf aufbauend entwickelte er eigene Ansätze zur Bodenbehandlung, Düngung und Funktion des Bodens.
“Luft für den Boden mit System”
Hermann Pennwieser
bewirtschaftet seit 1990 den elterlichen Bio-Betrieb mit Ackerbau und Schweinehaltung. Sein Motto: Erarbeitung von Wissen und Erfahrung durch viele Versuche mit dem Ziel, eine hohe Bodenfruchtbarkeit durch bestmögliche Unterstützung der Bodenlebewesen zu erreichen. Er war mehrere Jahre im Verband Bio Austria tätig. Er hält und gibt regelmässig Fachvorträge, Ackerbauseminare und Exkursionen auf dem eigenen Betrieb zu den Themen Biolandbau und Bodenfruchtbarkeit.
“Am Boden bleiben.”
Dr. Monika Sobotik
ist gelernte Gärtnerin und Botanikerin. Gärtnerische Erfahrungen sammelte sie im Zierpflanzenbau in der Stadtgärtnerei Linz, im Gemüsebau in einem biologisch dynamischen Betrieb auf der Schwäbischen Alb und auf der Threefold Farm in Spring Valley, USA. Seit 1967 hatte sie die Möglichkeit bei Frau Prof. Dr. Lore Kutschera und Prof. Dr. Erwin Lichtenegger an mehreren Wurzelatlas-Bänden mitzuarbeiten. Seit 2009 führte sie das Pflanzensoziologische Institut in Klagenfurt weiter.
“Die Pflanzen in ihrer Ganzheit sind uns wichtig, da weder die Wurzeln noch die Sprosse für sich alleine leben. Die große Bedeutung der Wurzeln für den Aufbau des Humus beginnt bereits bei ihren Spitzen, die währen ihres Wachstums laufend Zellen als Nahrung für die Mikroorganismen abgeben.”
Wolfgang Palme
forscht an der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Wien – Schönbrunn und an der Versuchsstation Zinsenhof bei Melk mit seinem Team seit fast 25 Jahren als Pionier und Wegbereiter zur Gemüsevielfalt und zu alternativen Produktionsentwürfen. Es geht ihm um die Förderung eines ressourcenschonenden, kleinstrukturierten, in echten Sinn des Wortes saisonalen, konsumentennahen, vielfältigen, biologischen Gemüseanbaus. Wolfgang Palme ist Mit-Gründer und Leiter der City Farm Schönbrunn, einem pädagogischen Vielfaltsgarten, wo das Abenteuer Gemüse mit Klein & Groß rund ums Jahr gelebt wird. Er ist auch Autor des im Oktober 2016 erschienenen Buches: Frisches Gemüse im Winter ernten (Löwenzahn Verlag).
“Ressourcenschonender Gemüseanbau nutzt das faszinierende biologische Potenzial der Pflanze statt energiefressendem, investitionsintensivem High-Tech. Bio muss unkonventionell sein!”
Beatrice Krehl
hat Landschaftsarchitektur studiert, arbeitet aber schon seit mehr als 20 Jahren als Gärtnerin, da sie die praktische Arbeit draussen der Arbeit in einem Planungsbüro vorzieht. Ihre Spezialität ist die Entwicklung und Pflege von naturgemässen Pflanzungen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei natürlichen Prozessen, dem Boden und dem Kompostieren. Das hat sie auf die Spur von regenerativer Agrikultur und holistischem Management gebracht. Nach verschiedenen Kursen in Südafrika und England hat sie die Weideplanung für das Landgut “Waltham Place” in England übernommen, wo sie seit 2005 als Obergärtnerin tätig war. Die positiven Effekte, die sie nach der Umstellung beobachtete, haben sie ermutigt, sich einen Kindheitstraum zu erfüllen und mit Kühen – ihren bevorzugten Landschaftspflegern – zu arbeiten.
Dr. Felix Herzog
ist Agronom und Landschaftsökologe. Er arbeitet seit 25 Jahren in interdisziplinärer Forschung in Projekten in der Schweiz, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus. Seit 2000 ist er Forschungsgruppenleiter bei Agroscope. Seine Interessen umfassen die Wechselwirkungen zwischen landwirtschaftlicher Praxis und der Umwelt, Agrarlandschaften und Biodiversität sowie neue Produktionssysteme wie Agroforstwirtschaft.
“Um die künftigen Herausforderungen für Landwirtschaft und Ernährung zu meistern, müssen wir kreativ sein und dürfen uns nicht von Denkverboten einschränken lassen.”
Benedikt Wittmann
gründete im März 2016 als Quereinsteiger, gemeinsam mit seinem Bruder und einem weiteren Gesellschafter, den Schickermooser Weidehof, einen ökologisch-regenerativen landwirtschaftlichen Betrieb. Hauptstandbein ist die Mast von Hähnchen und Hühnchen in mobiler Weidehaltung, ähnlich dem Polyface „Chicken-Tractor“-Modell, zur Direktvermarktung. Der Betrieb ist eingegliedert in einen größeren Bioland Milchvieh- und Ackerbaubetrieb und optimiert dessen Nährstoffkreislauf. Betriebsziel ist die Umsetzung innovativer Methoden zur Regeneration von Ökologie, Ökonomie und Ethik in der Landwirtschaft. 2017 wurde das Schickermooser-Projekt mit dem „Next Organic Startup Award“ ausgezeichnet.
“Persönliche Initiative, echte wirtschaftliche Selbstständigkeit und der Mut zur Innovation sind für den Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft unabdingbar und müssen viel stärker gelehrt und gefördert werden.”
Kirsten Grover

ist Diplom-Biologin, Bildungsarbeiterin im Bereich Landwirtschaft und Seminarleiterin in der Freien Ausbildung im Norden. Sie engagierte sich beim Aufbau und der Gestaltung des Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und arbeitet dort seit 2016 als Beratungskoordinatorin für den Arbeitskreis Beratung, der sich der Gründungsberatung aber auch der Prozessbegleitung bestehender Solawis widmet. Ihr persönlicher Fokus liegt auf der Gestaltung von Gemeinschaftsprozessen und -strukturen.
“Gemeinschaft ist der Humus unserer sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung.”
Benedikt Haerlin

leitet die europäische Initiative „Save our Seeds“ (SOS) für gentechnikfreies Saatgut und organisiert Konferenzen der gentechnikfreien Regionen Europas. Er war Vertreter der Nichtregierungs-Organisationen im Aufsichtsrat des Weltagrarberichts (IAASTD) der UN und der Weltbank. Seither engagiert er sich intensiv für dessen Forderung nach einer radikalen Wende in der globalen Landwirtschaft, u. a. beim Bündnis „Meine Landwirtschaft“, in der europäischen Allianz „ARC2020“ und mit dem Projekt 2000m2.
“Die wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Impulse für eine Neue Bodenkultur kommen möglicherweise aus den Städten.”
Michael Weiß

hat sich an der Universität Tübingen in internationalen Kooperationen jahrelang intensiv mit Grundlagenforschung zur Evolution, Ökologie und Systematik der Pilze beschäftigt. Seit 2015 leitet er das Steinbeis-Innovationszentrum Organismische Mykologie und Mikrobiologie, in dem er daran arbeitet, Ergebnisse seiner Forschung in konkrete Anwendungen für einen nachhaltigen Pflanzenbau zu übersetzen. Er interessiert sich darüberhinaus sehr für die Themen Kompost und Pflanzenkohle. Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit der Herstellung effektiver Trockendünger durch Fermentation von Lebensmittelresten mit Biomasse aus der Kulturlandschaft.
„Vielfalt statt Einfalt! Pilze statt Fungizide!“
Christian Hiß
ist auf einem der ersten Biohöfe Deutschlands in der Nähe von Freiburg aufgewachsen. Als gelernter Gärtnermeister gründete er im Alter von 21 Jahren eine eigene Demeter-Gemüsegärtnerei die er bis 2006 erfolgreich als Familienbetrieb mit Mitarbeitern führte. 2006 gründete er mit seinem Betriebsvermögen die Regionalwert AG Bürgeraktiengesellschaft in der Region Freiburg, die er seither als geschäftsführender Vorstand leitet. Auf der Grundstruktur einer Aktiengesellschaft wird ein regionaler assoziativer Wertschöpfungsraum von Betrieben der regionalen Biobranche finanziert und aufgebaut. Christian Hiß ist Träger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises der Bundesregierung – Sonderpreis: Social Entrepreneur der Nachhaltigkeit 2009. Seit 2017 ist er Gastforscher am European Center of Sustainable Research an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.
„Die betriebswirtschaftliche Rechnung muss auf soziale und ökologische Leistungen von Unternehmen erweitert werden, denn sie haben immer auch wirtschaftliche Auswirkungen.“
Urs Mauk
hat eine Ausbildung als Gemüsegärtner und einen Bachelor der ökologischen Agrarwissenschaft. Zudem Weiterbildungen im Bereich Kompostierung, Soil Food Web (Bodennahrungsnetz), Holistic Management, Key-Line Design und Permakultur. Seit zwei Jahren arbeitet er als einer der Betriebsleiter in der Gärtnerei der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof. Neben der Produktion von Gemüse für die Gemeinschaft liegt sein Hauptfokus auf dem Bodenaufbau, der Entwicklung betriebsangepasster Techniken zur Bodenregenerierung und der Gestaltung eines Agrarökosystems.
“Bodenaufbau bedarf eines Paradigmenwechsels gepaart mit Bewusstseinsbildung.”
Maya Lukoff
Ihre gärtnerische Reise begann beim Studium der Anthropologischen Landwirtschaft, wofür sie drei Jahre in Bolivien lebte, um die lebendigen Weisheiten der einheimischen Aymara-Landwirtschaft kennen zu lernen. Um geschlossene Kreisläufe, Verlebendigung des Edaphons und kosmische Kräfte im westlichen Kontext zu verstehen, hat sie die Freie Ausbildung für biologisch-dynamischen Gemüsebau in Deutschland absolviert. Seit 2014 lebt sie in der Gemeinschaft Schloss Tempelhof, wo sie ihrer Leidenschaft für die Landwirtschaft im gemeinschaftlichen Kontext nachgehen kann. Hier beschäftigt sie sich intensiver mit Mischkulturen, Komposttees, Präparaten usw.
“Die lebendige Natur lehrt uns nach gesunden, regenerativen Systemen zu streben.”
Sebastian Heilmann
Durch eine längere Zeit in Indien und in der biologisch-dynamischen Bewegung dort, sowie dem Absolvieren der Freien Ausbildung im Norden, hat Sebastian in der Landwirtschaft die Inspiration gefunden, eine aufbauende Landwirtschaft mit zu entwickeln. Erfahrungen sammelte er bisher mit Mutterkühen, Legehennen, Milchziegen, kleingliedrigem Ackerbau, und immer stärker im Gemüsebau, mit Weiterbildungen zum Bodenmikrobiologie, Kompostieren, Komposttees und Mikroskopie. In der Gemeinschaft Schloss Tempelhof geht Sebastian seinem starken Anliegen nach, eine vielfältige und regenerative, kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und mit zu formen.
“Essen ist ein politischer Akt.”

(Wendell Berry)

Burkhard Kayser
Burkhard Kayser ist freiberuflicher Berater für nachhaltige Landnutzung, Agroforstsysteme und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 1988 praktisch und konzeptionell an Themen zur aufbauenden Landwirtschaft, die er in anschaulicher Form in Beratungen, Planungen und Fortbildungen vermittelt.
„Eine Landschaft ohne Bäume wird zur Wüste. Erst wenn wir diese wieder in der Landwirtschaft nutzen, wird unsere Landschaft wertvoll.”
Stefan Schwarzer
ist Physischer Geograf und Permakultur-Designer. Er arbeitet seit 17 Jahren für das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) in Genf, wo er sich mit globalen Umweltthemen beschäftigt. Die Verbindung globaler Interessen und Ziele mit lokalen Handlungen, vor allem in Form von einer aufbauenden Landwirtschaft in Anlehnung an die Permakultur, ist eines seiner Hauptanliegen. Er ist Co-Autor des Buches “Die Humusrevolution” und Initiator des Symposiums “Aufbauende Landwirtschaft”. Er lebt seit Ende 2012 in der Lebensgemeinschaft Schloss Tempelhof.
“Nachhaltig ist nicht genug – dafür haben wir schon zu viele Ressourcen ausgebeutet und zerstört. Wir müssen ein Ressourcen-aufbauende Landwirtschaft betreiben – im Verständnis der Natur.”