Auen, Moore und Feuchtgebiete wurden lange als unproduktive Restflächen betrachtet: zu nass, zu unordentlich, schwer nutzbar. Also hat man sie entwässert, begradigt, eingedeicht, umgebrochen oder bebaut.
Heute sehen wir immer deutlicher, was dabei verloren gegangen ist. Diese Räume können Wasser speichern, Hochwasserspitzen dämpfen, Grundwasser speisen, Biodiversität tragen, Kohlenstoff binden und Landschaften kühlen. Gerade in Zeiten von Dürre und Starkregen sind sie keine Nebensache, sondern Sicherheitsräume.
Das heißt nicht, dass jede Fläche sofort aus der Nutzung genommen werden muss. Aber es heißt: Wir brauchen eine neue Wertschätzung für nasse, feuchte und dynamische Landschaftsteile. Wiedervernässung, Auenentwicklung, Pufferstreifen, Gewässerrandstreifen und Raum für Flüsse sind praktische Klimaanpassung.
Auch für die Landwirtschaft kann das eine Chance sein, wenn es fair gestaltet wird: mit Ausgleich, Beratung, neuen Nutzungsformen, Paludikulturen auf wiedervernässten Mooren, extensiver Beweidung, regionaler Wertschöpfung und klaren Regeln. Niemand sollte mit den Kosten allein gelassen werden, wenn die Gesellschaft von mehr Wasserrückhalt profitiert.
In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ zeigen wir: Wasser braucht Platz. Wenn wir ihm keinen Raum geben, nimmt es ihn sich bei Starkregen. Wenn wir ihm Raum geben, kann es uns durch Trockenzeiten helfen.
Das ist eine kommunale, landwirtschaftliche und politische Aufgabe zugleich.
