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Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“, Stefan Schwarzer, Deggenhausertal, 24. April 2026, 19:00

Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“, Stefan Schwarzer, Deggenhausertal, 24. April 2026, 19:00

Im Rahmen der Mitmach-Region Deggenhausertal – laden Wirundjetzt in Kooperation mit Regenerate Forum herzlich zu einem Vortrag als Auftaktveranstaltung der Mitmach-Konferenz ein.

Stefan Schwarzer nimmt dich mit in die verborgene Welt der Bakterien, Pilze und anderer Kleinstlebewesen. Verständlich und lebendig zeigt er, wie Mikroorganismen Böden fruchtbar machen, Pflanzen widerstandsfähiger werden lassen, Tiergesundheit stärken und letztlich auch unser eigenes Wohlbefinden beeinflussen. Die Mischung aus aktueller Forschung, anschaulichen Beispielen und vielen Aha-Momenten macht den Vortrag gleichermaßen lehrreich wie unterhaltsam. Wer Mikroben bisher nur aus dem Biologieunterricht oder vom Joghurtbecher kannte, wird an diesem Abend eine völlig neue Perspektive gewinnen.

Datum: 24.4.2026 – 19-21.30 Uhr
Ort: Feuerwehrgerätehaus in Wittenhofen, Schulweg 9, 88693 Deggenhausertal

Vortrag: https://wirundjetzt.org/event/gesundheit-beginnt-im-boden-warum-die-gesundheit-allen-lebens-von-winzigen-mikroben-abhaengt/

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Wie ein Bauunternehmer mit seinem Bagger die Natur retten will

Wie ein Bauunternehmer mit seinem Bagger die Natur retten will

Die Landschaften trocknen zunehmend aus – unser bisheriges Paradigma, Wasser möglichst schnell wegzuführen, ist nicht mehr zukunftsfähig. Wir müssen dafür sorgen, dass Wasser in der Landschaft zurück gehalten wird.

Einer, der das macht, ist Bauingenieur Wolfgang Schleich der den Vogelsberg vor Trockenheit und Überschwemmung schützen will. Umweltpower aus Hessen. Deswegen gräbt er mit seinem Bagger Teiche. Ein kurzer Beitrag zu seinem Wirken.

https://www.youtube.com/watch?v=Wx8G0AlrKLw

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Mischwälder produzieren mehr Grundwässer als Nadelwälder

Mischwälder produzieren mehr Grundwässer als Nadelwälder

Keine so große neue Erkenntnis, aber doch immer wieder wichtig aufzuzeigen, warum u.a. der Waldumbau hin zu einem vielfältigen Misch- und Dauerwald so wichtig ist: Es betrifft eben auch die Grundwasserneubildung.

–> Deswegen auch unser 1. Symposium Aufbauende Waldwirtschaft, 8.-10.5.2026

Untersuchungen des Thünen-Instituts für Waldökosysteme zeigen, dass unter Buchenwäldern deutlich mehr Grundwasser gebildet wird als unter Kiefernwäldern. Auf einer Versuchsfläche in Britz wurde über mehrere Jahre mithilfe von Großlysimetern gemessen, wie viel Sickerwasser in fünf Metern Tiefe ankommt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Unter Kiefern versickert wesentlich weniger Wasser, in neun von fünfzehn Jahren erreichte dort sogar gar kein Wasser diese Tiefe.

Die Ursachen liegen vor allem in den unterschiedlichen Eigenschaften der Baumarten. Kiefern tragen ganzjährig Nadeln, die Niederschlag abfangen, sodass ein großer Teil direkt wieder verdunstet. Zudem ist die Bodenvegetation oft dichter, was zusätzliche Verdunstung fördert. Buchen hingegen verlieren im Winter ihr Laub, wodurch mehr Niederschlag den Boden erreicht. Zusätzlich leiten ihre glatten Stämme Wasser gezielt zum Boden, was die Versickerung begünstigt.
Diese Unterschiede sind von großer Bedeutung für die Wasserverfügbarkeit.

Ein gezielter Waldumbau hin zu mehr Laub- und Mischwäldern könnte helfen, die Grundwasserneubildung zu erhöhen und sinkenden Grundwasserständen entgegenzuwirken. Da rund 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland aus Grundwasser stammen, hat die Baumartenwahl im Wald direkte Auswirkungen auf die langfristige Wasserversorgung.

https://www.thuenen.de/de/newsroom/infothek/wissenschaft-erleben/wissenssnack-wasser-auf-umwegen
https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/

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Der Wert des Waldes – Deutsche Forstwirtschaft im Klimawandel

Der Wert des Waldes – Deutsche Forstwirtschaft im Klimawandel

Der WDR-Beitrag „Der Wert des Waldes – Deutsche Forstwirtschaft im Klimawandel“ schildert, wie sich die deutsche Forstwirtschaft im Klimawandel grundlegend wandeln muss. Die Zeit großflächiger Fichten- und Kiefernmonokulturen geht zu Ende, weil diese Bestände durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer besonders anfällig sind. Als zukunftsfähiger Weg wird der Umbau hin zu artenreichen Mischwäldern dargestellt, die stabiler gegenüber Extremwetter sind, mehr Grundwasserbildung ermöglichen, Waldbrände besser bremsen und insgesamt resilienter auf Klimaveränderungen reagieren.

Zugleich macht der Beitrag deutlich, dass Wald heute nicht mehr nur als Holzlieferant gesehen werden kann. Neben Holzproduktion gewinnen andere Leistungen stark an Bedeutung: Wasserspeicherung, Kühlung, Biodiversität, Erholung und Klimaschutz. Dabei prallen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander: Naturschützer fordern teils, den Wald weitgehend sich selbst zu überlassen, während viele Förster und Waldbesitzer auf einen aktiven, aber vorsichtigen Waldumbau setzen, bei dem einheimische Baumarten gefördert und monotone Bestände schrittweise in vielfältigere Strukturen überführt werden.

Auch wirtschaftlich befindet sich der Wald im Umbruch. Künftig wird es voraussichtlich weniger Nadelholz und mehr Buche und Eiche geben. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsmodelle rund um den Wald, etwa über Holzbau, Windkraft, Begräbniswälder oder die mögliche Vergütung von Ökosystemleistungen.

Die zentrale Botschaft des Features lautet: Nicht die Monokultur, sondern der vielfältige Mischwald ist das tragfähige Modell der Zukunft – ökologisch wie ökonomisch.

–> Und warum der Waldumbau wichtiger denn je ist, und wie das gehen kann, zeigen wir bei unserem 1. Aufbauende WaldSymposium, welches vom 8.-10.5.2026 bei uns in Schloss Tempelhof statt finden wird.

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/dok5-wert-des-waldes-100.html
https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/

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Gesetzliche Anerkennung: Bienenart erhält erstmals rechtlichen Schutz

Gesetzliche Anerkennung: Bienenart erhält erstmals rechtlichen Schutz

In zwei Regionen des peruanischen Amazonasgebiets wurden stachellosen Bienen erstmals weltweit eigene gesetzlich verankerte Rechte zugesprochen. Dazu zählen das Recht auf Existenz, Fortpflanzung und einen gesunden Lebensraum sowie die Möglichkeit, bei Gefährdung rechtlich vertreten zu werden. Die Entscheidung gilt als internationaler Präzedenzfall.

Die Bienen spielen eine zentrale Rolle im Ökosystem: Sie bestäuben über 80 % der Pflanzen in der Region, darunter wichtige Nutzpflanzen wie Kakao, Kaffee und Avocado. Gleichzeitig sind sie durch Abholzung, Pestizide, Klimawandel und Konkurrenz durch eingeführte Honigbienen stark bedroht.

Die neuen Regelungen verpflichten staatliche Stellen zu konkreten Schutzmaßnahmen, etwa zur Wiederherstellung von Lebensräumen, strengeren Pestizidvorgaben und verstärkter Forschung. Grundlage dafür war unter anderem wissenschaftliche Arbeit seit 2020, die besondere Eigenschaften ihres Honigs aufzeigte.

https://www.focus.de/panorama/gesetzliche-anerkennung-bienenart-erhaelt-erstmals-rechtlichen-schutz_cd5f93e5-49ba-4a46-8aa6-281ab8c28a74.html

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Michael Reber // Von pfluglos über regenerativ zu Bio: ein Transformationsprozess // Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2026

Michael Reber // Von pfluglos über regenerativ zu Bio: ein Transformationsprozess // Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2026

Ein Vortrag von Michael Reber  zum Thema „Von pfluglos über regenerativ zu Bio: ein Transformationsprozess„. (https://youtu.be/fL-g_qay2ro)

Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2026 – Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft — https://symposium.aufbauende-landwirtschaft.de/

Im Fokus des Symposiums standen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen.

Themen waren u.a.: Mischkulturen, Untersaaten und Zwischenfrüchte; Agroforstwirtschaft; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung und Direktsaat; Kompostierung und Mulch; Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung und Effektive Mikroorganismen; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung, regenerative Landwirtschaft; Gesundheit, Ernährung, Mikrobiom.

Blog:
www: https://www.aufbauende-landwirtschaft.de/blog
Facebook: https://www.facebook.com/aufbauendeLandwirtschaft/
Instagram: https://www.instagram.com/aufbauende_landwirtschaft/
Linkedin: https://www.linkedin.com/in/stefan-schwarzer-aufbauende-landwirtschaft/recent-activity/all/
Youtube: https://www.youtube.com/aufbauendeLandwirtschaft/videos

Websites:
Aufbauende Landwirtschaft: https://www.aufbauende-landwirtschaft.de/
Symposium: https://symposium.aufbauende-landwirtschaft.de/
Webinare: https://webinar-aufbauende-landwirtschaft.de/
Mikrobiom-Symposium: https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de

Bücher:
„Gesundheit beginnt im Boden“ (2025): Amazon, Oekom
„Aufbäumen gegen die Dürre“ (2023): Amazon, Oekom
„Die Humusrevolution“ (2017): Amazon, Oekom

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Holobiont Erde: Mikroorganismen verbinden Böden, Pflanzen, Tiere und Menschen. Sie regieren die Welt und sorgen für Gesundheit – wenn wir sie dabei nicht behindern.

Holobiont Erde: Mikroorganismen verbinden Böden, Pflanzen, Tiere und Menschen. Sie regieren die Welt und sorgen für Gesundheit – wenn wir sie dabei nicht behindern.

Gerade ist in in der neuen »Ökologie & Landbau« mit Themenschwerpunkt »Mikrobiom« ein Artikel von Ute Scheub und mir, passend zu unserem Buch, erschienen – „Holobiont Erde: Mikroorganismen verbinden Böden, Pflanzen, Tiere und Menschen. Sie regieren die Welt und sorgen für Gesundheit – wenn wir sie dabei nicht behindern.

Es gibt kein unabhängiges Ich. Alle Individuen sind ein gigantisches Wir – das ist die Haupterkenntnis der modernen Mikrobiologie. Menschen verfügen über die unglaubliche Menge von geschätzten 30 Billionen Körperzellen. Diese arbeiten wiederum mit etwa 38 Billionen Mikroorganismen – auch Mikroben genannt – in unserem Körper zusammen. Mengenmäßig besteht also mehr als die Hälfte unseres Körpers aus Mikroorganismen. Und über 90 Prozent unseres Genoms ist nicht menschlichen Ursprungs. Das menschliche Genom ist also besiedelt und durchdrungen von einem zweiten, einem viel größeren Mikroben-Genom. Wir sind durch und durch verwoben und verbunden mit anderer Natur. Wir sind – wie alle größeren Lebewesen – im Grunde ein Viel-Lebewesen.

https://www.oekom.de/zeitschrift/oekologie-und-landbau-5
https://aufbauende-landwirtschaft.de/wp-content/uploads/2026/03/OEL_2026_02_12_13_Scheub_Schwarzer.pdf
https://www.oekom.de/buch/gesundheit-beginnt-im-boden-9783987261602

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Michael Horsch zur Weltpolitik, KI und Landwirtschaft

Michael Horsch zur Weltpolitik, KI und Landwirtschaft

Sehr lebendiger und interessanter Vortrag von Michael Horsch zur seinem Werdegang, der politischen Situation weltweit, zu KI und was sich verändern wird, und auch zur Landwirtschaft.

Eine Welt im Wandel

Michael Horsch beschreibt unsere Zeit als Phase grundlegender geopolitischer Veränderungen. Die bisherige, stark von den USA geprägte Weltordnung entwickelt sich zunehmend zu einer multipolaren Struktur mit mehreren Machtzentren. Europa steht dabei vor der Herausforderung, stärker als eigenständiger politischer und wirtschaftlicher Akteur aufzutreten und neue Partnerschaften in der Welt zu entwickeln.

Die nächste technologische Revolution

Parallel dazu verändert künstliche Intelligenz Wirtschaft und Arbeitswelt grundlegend. Viele Tätigkeiten, die heute vor allem aus Analyse-, Verwaltungs- oder Bildschirmarbeit bestehen, könnten künftig automatisiert werden. Gleichzeitig gewinnen Berufe an Bedeutung, die mit realen Systemen und praktischen Fähigkeiten arbeiten.

Neue Bedeutung der Landwirtschaft

Vor diesem Hintergrund sieht Horsch langfristig eine positive Perspektive für die Landwirtschaft. Sie produziert unverzichtbare Güter, ist regional verankert und erfordert komplexe Entscheidungen im Umgang mit lebenden Systemen – Aufgaben, die sich nur begrenzt automatisieren lassen.

Technologie trifft Biologie

Auch die Landwirtschaft selbst wird sich stark verändern. Digitale Technologien, Datenanalyse und künstliche Intelligenz werden die Bewirtschaftung präziser machen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung biologischer Prozesse, etwa im Bereich Bodenleben und Pflanzenmikrobiom.

Eine hybride Landwirtschaft der Zukunft

Die Landwirtschaft der Zukunft wird nach Horsch weder rein konventionell noch strikt ideologisch ökologisch sein. Stattdessen entwickelt sich eine hybride Form der Landwirtschaft, die biologische Prozesse stärker nutzt und gleichzeitig moderne Technik integriert.

Mehr als nur Produktion

Trotz aller technologischen Veränderungen bleibt Landwirtschaft mehr als ein Wirtschaftszweig. Sie prägt Landschaft, Kultur und Gemeinschaft – und ist damit auch eine Lebensform, die weit über reine Produktion hinausgeht.

https://www.youtube.com/watch?v=F4u6CppKdPE

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Wirtschaft gegen Artenvielfalt: Warum Unternehmen ihre eigene Lebensgrundlage gefährden

Wirtschaft gegen Artenvielfalt: Warum Unternehmen ihre eigene Lebensgrundlage gefährden

Zwei interessanter Artikel in der taz zum neuen Bericht des Weltbiodiversitätsrats:

1) Denn sie wissen nicht so genau, was sie tun. Der neue Bericht des Weltbiodiversitätsrats schaut auf die Wirtschaft. Demnach ignorieren Unternehmen oft ihren Einfluss auf die biologische Vielfalt.

2) Vogelzählen als Geschäftsmodell. Wissenschaftler arbeiten intensiv an besseren Methoden, um Biodiversität zu messen. Daraus entstehen erste Geschäftsmodelle für Start-ups.

https://taz.de/Unternehmen-und-Artensterben/!6152566/
https://taz.de/Artenvielfalt-und-Unternehmen/!6151182/

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Aufbauende Waldwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

Aufbauende Waldwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

Ein reiches und wirklich zukunftsweisendes Thema: Die Entwicklung einer aufbauenden Waldwirtschaft. Darum geht es bei uns auf dem 1. Symposium Aufbauende Waldwirtschaft, welches vom 08.-10.Mai 2026 auf Schloss Tempelhof statt finden wird.

Als Vorgeschmack dazu haben wir ein Video mit dem Dauerwald-Experten Wilhelm Bode zum Thema des Symposiums aufgenommen.

Das Symposium Aufbauende Waldwirtschaft richtet sich an alle Interessierte aus der forstlichen Praxis, der Wissenschaft und der forstlichen Bildung, die sich für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft einsetzen.
Mit dabei u.a. Wilhelm Bode, Holger Weinauge, Raimund Hofmann, Ludwig Pertl, Franz Rösl und viele weitere.

Im Mittelpunkt des Symposiums steht die Frage, wie durch eine erhöhte ökologische Vielfalt, lebendige Waldböden sowie eine verbesserte Wasserspeicher- und Wasserverfügbarkeit auf der Fläche langfristig stabile, klimaangepasste und produktive Waldbestände entstehen können.

https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/
https://youtu.be/rxMryQQ3d7Q

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Seminar: Praxisorientierte Agroforstplanung, Umsetzung & Keyline Design am Tempelhof

Seminar: Praxisorientierte Agroforstplanung, Umsetzung & Keyline Design am Tempelhof

Dieses Wochenendseminar widmet sich ganz der konkreten Planung und praktischen Umsetzung von Agroforstsystemen. Auf den Agroforstflächen der Schloss Tempelhof Gemeinschaft erlebst du Schritt für Schritt, wie ein System entsteht – von der ersten Planung bis zur Pflanzung im Boden.

Du lernst im Detail:

  • Planung eines Agroforstsystems: Strukturaufbau, Reihenabstände, Pflanzabstände, Schichtaufbau, Auswahl geeigneter Kombinationen aus Bäumen, Sträuchern und Zwischenkulturen
  • Konkrete Umsetzung in der Praxis:
    • Wie werden Pflanzlöcher & -reihen vorbereitet?
    • Welche Bodenverbesserungen (Kompost, Mulch, Mykorrhiza, usw.) sind sinnvoll?
    • Welche Pflanzmethoden eignen sich für verschiedene Gehölze?
    • Wie sieht ein praxistaugliches Bewässerungssystem aus – von der Pflanzung bis zur Etablierung?
  • Tools & Techniken: Pflanzhilfen, Messmethoden, Markierungen, praktische Arbeitsschritte
  • Nachhaltige Pflege und Entwicklung: Erziehungsschnitt, Unterhaltspflege, Mulchstrategien, Jugendentwicklung der Bäume, erste Ernteperspektiven
  • Keyline Design im Überblick: Wie Wasserführung und Geländelinien die Anlage eines Agroforstsystems unterstützen – als ergänzender, aber essenzieller Baustein

Wir arbeiten direkt im Feld und verbinden Planung mit Anwendung: Du siehst bestehende Systeme, diskutierst Entscheidungen und bekommst ein Gefühl für den realen Arbeitsaufwand und die langfristige Entwicklung eines Agroforstprojekts.

Dieses Seminar ist ideal für alle, die selbst Agroforst anlegen möchten, ein konkretes Projekt planen oder sich Sicherheit in Planung, Pflanzung und Umsetzung wünschen.

https://booking.seminardesk.de/en/schloss-tempelhof/d214dbb8a0e34f7c901e326c0d39b1b4/praxisorientierte-agroforstplanung-umsetzung–keyline-design-am-tempelhof

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Dichte, dunkle Wälder in Europa sind ein modernes Phänomen

Dichte, dunkle Wälder in Europa sind ein modernes Phänomen

Eine neue, umfassende Studie zeigt, dass die Landschaft Europas über die letzten 20 Millionen Jahre hinweg kein dichter Urwald, sondern ein offenes Mosaik aus Grasland, Gebüsch und lichten Wäldern mit vielen Wildblumen war. Diese Erkenntnis widerspricht der gängigen Vorstellung, dass Europa ursprünglich von geschlossenen, dunklen Wäldern dominiert wurde – ein Bild, das eher modernen Forstplantagen entspricht.
Wichtige Punkte:

  • Historische Realität: Vor der Industrialisierung prägten große Pflanzenfresser wie Elefanten, Nashörner, Auerochsen und Wisente die Landschaft, indem sie durch Beweidung halboffene, artenreiche Lebensräume schufen.
  • Moderne Fehlentwicklung: Die heutigen dichten Wälder sind ein relativ neues Phänomen, das durch das Verschwinden natürlicher Beweidung und menschliche Aufforstung entstanden ist.
  • Kritik an Aufforstungsstrategien: Aktuelle Aufforstungsprojekte (z. B. in Dänemark) fördern dichte Wälder, die weder der historischen Ökologie Europas entsprechen noch der Biodiversität nutzen.
  • Folgen für den Artenschutz: Viele heute als „Kulturfolger“ geltende Arten (z. B. Lerche, Dohle, Feldhamster) haben ihre Wurzeln in diesen offenen Landschaften. Auch Wildblumen wie Mohn gediehen in gestörten Bereichen der alten Wälder.
  • Empfehlung: Statt dichter Wälder sollten Mosaiklandschaften aus Lichtungen, Wäldern und Grasland gefördert werden – idealerweise durch die Rückkehr großer Pflanzenfresser.

Fazit: Die Studie widerlegt das „Dunkle-Urwald-Paradigma“ und zeigt, dass Europas Ökosysteme historisch offener, dynamischer und artenreicher waren als bisher angenommen. Dies hat direkte Konsequenzen für Naturschutz und Renaturierung.

Künstlerische paläoökologische Rekonstruktionen von Ökosystemen in Mitteleuropa über die letzten 23 Millionen Jahre. Die Illustrationen zeigen typische Landschaften und wichtige große Pflanzenfresser aus sechs Zeitabschnitten: Neogen (Entstehungszeit vieler heutiger Arten), Pleistozän (Grundzustand vor dem Einfluss von Homo sapiens), Holozän (vom Menschen geprägte Ökosysteme). In den meisten Epochen werden die Landschaften als baum- und blumenreiche Mosaike dargestellt, die durch zahlreiche große Pflanzenfresser offen gehalten wurden. Erst im späten Holozän entstanden entweder dichte Wälder (durch das Verschwinden der Pflanzenfresser) oder stark vom Menschen überprägte Systeme mit Nutztieren und Landwirtschaft. Quelle

https://www.eurekalert.org/news-releases/1118276
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320726000571

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Grüne Gräben als Wasserspeicher für Felder – Erfolg im Kampf gegen die Trockenheit

Grüne Gräben als Wasserspeicher für Felder – Erfolg im Kampf gegen die Trockenheit

Über das Projekt „Grünen Gräben“ bei Ansbach/Neustadt an der Aisch ist hier schon einige Male (z.B. hier) berichtet worden. Hier nun ein neuer Beitrag im BR dazu:

„Entwässerungsgräben, die nicht entwässern – sondern das Wasser halten. So etwas gibt es in Franken: Dort werden grüne Gräben angestaut, um Wasser in der Landschaft zu halten und den Grundwasserspiegel zu stabilisieren. Ursprünglich wurden diese Entwässerungsgräben gebaut, um Wasser möglichst schnell aus den Flächen abzuleiten.

In einer von Trockenheit und Wasserknappheit geprägten Region untersucht das Wasserwirtschaftsamt gemeinsam mit Landwirten und Bauernverband, wie sich Gräben mit Wehren verändern: aus Entwässerungsgräben werden potenzielle Wasserspeicher. Messsonden messen Bodenfeuchte am Ackerrand, Einstauvolumen und Versickerung, um Folgen für Grundwasser, Grundwasserneubildung und Entwässerung zu verstehen.

Das Projekt zeigt, welche Wassermengen in einem einzigen Graben zurückgehalten werden können und welche Rolle dies im Klimawandel spielen könnte. Das Potenzial ist groß: Wehre könnten zur Bewässerung genauso genutzt werden wie für den Hochwasserschutz.“

PS: Die roten Linien auf der Karte sind alles Entwässerungsgräben. Da fließt schon einiges weg, selbst wenn es über weite Strecken im Jahr gar nicht im Graben sichtbar ist.

https://www.youtube.com/watch?v=eQ4orxZlHqk
https://aufbauende-landwirtschaft.de/was-so-ein-graben-an-wasser-fuehren-kann/

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Wenn Arbeit verschwindet: Wie KI die Grundlagen unserer Gesellschaft erschüttert

Wenn Arbeit verschwindet: Wie KI die Grundlagen unserer Gesellschaft erschüttert

Der Bericht „THE 2028 GLOBAL INTELLIGENCE CRISIS“ beschreibt ein mögliches Zukunftsszenario, in dem leistungsfähige KI-Systeme innerhalb weniger Jahre große Teile der Wissensarbeit übernehmen und damit tiefgreifende gesellschaftliche Verwerfungen auslösen. Anders als frühere Automatisierungswellen betrifft diese Entwicklung nicht primär einfache Tätigkeiten, sondern insbesondere die gut ausgebildete Mittelschicht: Juristen, Analysten, Programmierer, Berater sowie große Teile von Verwaltung und Management verlieren schrittweise ihre wirtschaftliche Funktion. Dadurch entsteht eine strukturelle Arbeitslosigkeit in Bereichen, die bislang als sicher und zukunftsfähig galten.

Mit dem Wegfall dieser Einkommen gerät die Mittelschicht als zentrale Stabilitätsachse moderner Gesellschaften ins Wanken. Viele Haushalte können Kredite, Immobilien und ihren bisherigen Lebensstandard nicht mehr halten, wodurch ökonomische Unsicherheit zur neuen Normalität wird. Diese Entwicklung setzt eine Kettenreaktion im Wirtschaftssystem in Gang: Der Konsum geht zurück, Immobilienpreise – insbesondere in technologiegetriebenen Regionen – beginnen zu fallen, Kreditausfälle nehmen zu und Teile des Finanzsystems geraten unter Druck. Es entsteht eine deflationäre Dynamik, die sich selbst verstärkt und zunehmend schwer zu kontrollieren ist.

Parallel dazu verschärfen sich politische und gesellschaftliche Spannungen. Mit wachsender Unsicherheit sinkt das Vertrauen in Institutionen, während Polarisierung und soziale Konflikte zunehmen. Es entstehen Forderungen nach neuen Formen der Umverteilung, etwa in Form von Grundeinkommen oder einer Beteiligung an den Gewinnen aus KI-Systemen. Gleichzeitig verschiebt sich die ökonomische Macht grundlegend: Wertschöpfung verlagert sich von menschlicher Arbeit hin zu Kapital und Technologie. Unternehmen und Akteure, die über KI verfügen, können ihre Produktivität massiv skalieren, während menschliche Arbeitskraft an Bedeutung verliert. Dies führt zu einer starken Konzentration von Wohlstand und Einfluss bei wenigen, während große Teile der Bevölkerung wirtschaftlich abgehängt werden.

Um einen vollständigen Kollaps zu verhindern, greifen Staaten zunehmend ein, etwa durch Transfers, schuldenfinanzierte Programme oder direkte Eingriffe in Märkte. Diese Maßnahmen können kurzfristig stabilisieren, bergen jedoch langfristig erhebliche Risiken, darunter eine Überlastung der öffentlichen Haushalte, ein schwindendes Vertrauen in Währungen und eine weitere politische Destabilisierung. Im Kern zeigt der Bericht, dass KI nicht nur einzelne Branchen verändert, sondern das grundlegende Verhältnis zwischen Arbeit, Einkommen und gesellschaftlicher Teilhabe infrage stellt. Wenn Arbeit ihre Rolle als zentrale Einkommensquelle verliert, stellt sich unausweichlich die Frage, wie eine Gesellschaft organisiert werden kann, in der ein großer Teil der Menschen ökonomisch nicht mehr gebraucht wird.

Damit zeichnet der Bericht weniger ein technologisches als vielmehr ein gesellschaftliches Krisenszenario. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht in der Leistungsfähigkeit der KI selbst, sondern in der Geschwindigkeit, mit der sie bestehende Strukturen verändert, und in der mangelnden Anpassungsfähigkeit von Institutionen. Ohne neue Modelle für Verteilung, Teilhabe und Sinnstiftung droht eine Entwicklung, in der steigende Effizienz mit wachsender sozialer Instabilität einhergeht.

https://www.citriniresearch.com/p/2028gic

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Symposium »Aufbauende Waldwirtschaft«. Gemeinsam die Wälder von morgen gestalten. 8.-10.5.2026, Schloss Tempelhof

Symposium »Aufbauende Waldwirtschaft«. Gemeinsam die Wälder von morgen gestalten. 8.-10.5.2026, Schloss Tempelhof

Wir laden ein zum 1. Symposium »Aufbauende Waldwirtschaft«: Wie können Wälder langfristig klimaangepasst und zugleich wirtschaftlich tragfähig entwickelt werden?

Das Symposium richtet sich an Menschen aus der forstlichen Praxis, Wissenschaft und Bildung sowie an engagierte Waldbesitzende. In Vorträgen, Praxisberichten, Workshops und Gesprächen möchten wir gemeinsam lernen und Erfahrungen austauschen.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie durch ökologische Vielfalt, lebendige Waldböden und eine verbesserte Wasserverfügbarkeit langfristig stabile und produktive Wälder entstehen können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Dauerwald-Ansatz und praktischen Wegen dorthin. Das Treffen versteht sich als Begegnungsraum zwischen Waldbesitzenden, Forstleuten, Forschenden und Vertreterinnen und Vertretern der holzverarbeitenden Wirtschaft – mit dem gemeinsamen Anliegen, widerstandsfähige und zukunftsfähige Mischwälder aufzubauen.

Themen sind u. a.: Wasserhaushalt im Wald · Praktische Wege zum Dauerwald · Wirtschaftlichkeit · Waldumbau im Klimawandel · lebendiger Waldboden · Rolle der Sträucher · und weitere Praxisberichte

08.–10. Mai 2026, Schloss Tempelhof, Baden-Württemberg
Weitere Informationen und Anmeldung: https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/

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Die Zukunft des Waldes beginnt im Boden

Die Zukunft des Waldes beginnt im Boden

Zum „Tag des Waldes“ hier eine Pressemitteilung der IG Gesunder Boden: „Hoher Handlungsdruck: Die Zukunft des Waldes beginnt im Boden“

Kurzform: Wälder mit einer hohen Vielfalt an Baumarten, Altersstufen und Strukturen sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber Stürmen, Schädlingen und Trockenperioden. Unterschiedliche Wurzeltiefen und Kronenformen ergänzen sich, wodurch Wasser, Licht und Nährstoffe effizienter genutzt werden und das Gesamtsystem stabiler bleibt.

Im Mischwald fördern insbesondere Edellaubhölzer wie Ahorn, Linde, Kirsche oder Hainbuche ein ausgeglicheneres Mikroklima. Ihre nährstoffreiche Laubstreu unterstützt eine aktive Bodenbiologie, verbessert die Humusbildung und erhöht die Wasseraufnahme- und Speicherfähigkeit des Bodens. So entsteht ein stabiler Wasserhaushalt, der sowohl Starkregen besser puffert als auch Trockenphasen abmildert.
Strukturelle Vielfalt – also ein Nebeneinander verschiedener Altersphasen sowie stehendes und liegendes Totholz – wirkt zusätzlich stabilisierend. Sie verhindert, dass Störungen wie Stürme oder Schädlingsbefall ganze Bestände gleichzeitig erfassen, und stärkt die Selbstregulationsfähigkeit des Waldes.

Monotone, gleichaltrige Bestände sind dagegen anfälliger für extreme Wetterereignisse, da ihnen ökologische Puffermechanismen fehlen. Naturnah entwickelte Dauerwälder mit lebendigen, humusreichen Böden können zudem große Mengen Kohlenstoff langfristig in Biomasse und Boden speichern und tragen gleichzeitig zur Kühlung und Stabilisierung regionaler Wasser- und Klimasysteme bei.

–> siehe dazu unser 1. Symposium „Aufbauende Waldwirtschaft“

https://aufbauende-landwirtschaft.de/wp-content/uploads/2026/03/PM_Tag-des-Waldes_Dauerwald.pdf
https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/

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Antibiotika hinterlassen jahrelange Spuren im Darmmikrobiom

Antibiotika hinterlassen jahrelange Spuren im Darmmikrobiom

Wie wir in unserem Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ zeigen, ist unsere Gesundheit untrennbar mit mikrobiellen Lebensgemeinschaften verbunden – eine neue Studie verdeutlicht nun, wie tiefgreifend selbst Antibiotika dieses empfindliche Gleichgewicht über Jahre hinweg verändern können:

Antibiotika sind ein unverzichtbares Werkzeug der modernen Medizin und retten bei schweren Infektionen Leben. Gleichzeitig weisen epidemiologische Studien seit einigen Jahren darauf hin, dass ein häufiger Antibiotikaeinsatz mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Erkrankungen – etwa Typ-2-Diabetes oder Infektionen des Magen-Darm-Trakts – verbunden sein kann. Als möglicher Mechanismus wird dabei zunehmend die Veränderung des Darmmikrobioms diskutiert.

Eine aktuelle, groß angelegte Studie aus Schweden liefert hierzu nun neue und wichtige Erkenntnisse. Forschende analysierten die Daten von rund 15.000 Erwachsenen und verknüpften detaillierte Informationen zur Antibiotika-Verschreibung mit einer umfassenden Untersuchung des jeweiligen Darmmikrobioms. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Die Zusammensetzung und Vielfalt der Darmbakterien stehen noch Jahre später in Zusammenhang mit der individuellen Antibiotikahistorie.

Besonders auffällig ist, dass selbst eine einzige Antibiotikabehandlung langfristige Spuren hinterlassen kann. Die Forschenden konnten zeigen, dass Antibiotikaeinsätze, die 4 bis 8 Jahre zurückliegen, noch heute mit Veränderungen im Mikrobiom korrelieren. Damit wird deutlich, dass Antibiotika nicht nur kurzfristig eingreifen, sondern das mikrobielle Gleichgewicht im Darm langfristig prägen können.

Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirkstoffen. Während Antibiotika wie Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin besonders starke und anhaltende Veränderungen verursachen, sind die Effekte bei Penicillin V, einem häufig eingesetzten Standardantibiotikum, vergleichsweise gering und eher kurzfristig. Diese Differenzierung ist entscheidend, da sie darauf hinweist, dass nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Art des eingesetzten Antibiotikums eine wichtige Rolle spielt.

Die genauen gesundheitlichen Folgen dieser langfristigen Veränderungen sind noch nicht vollständig geklärt. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass ein gestörtes Mikrobiom zentrale Funktionen des Körpers beeinflussen kann – etwa das Immunsystem, den Stoffwechsel oder die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern.

https://www.uu.se/en/press/press-releases/2026/2026-03-11-antibiotics-can-affect-the-gut-microbiome-for-several-years
Unser Buch: „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt
Hier ist ein Vortrag auf Youtube von mir zu dem Buch.

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Die Welt steht vor der Düngerkrise. Warum regenerative Landwirtschaft Ernährungssicherheit stärkt

Die Welt steht vor der Düngerkrise. Warum regenerative Landwirtschaft Ernährungssicherheit stärkt

Dünger, Energie und geopolitische Abhängigkeit – was der Konflikt um die Straße von Hormus sichtbar macht

Der aktuelle Konflikt rund um den Iran und die Blockade der Straße von Hormus macht ein strukturelles Problem der globalen Landwirtschaft sichtbar: die enorme Abhängigkeit der Lebensmittelproduktion von synthetischem Stickstoffdünger und damit von günstiger Energie.

Die unsichtbare Energie hinter unseren Lebensmitteln

Ein Großteil der heutigen landwirtschaftlichen Produktivität basiert auf mineralischem Stickstoffdünger, der über das Haber-Bosch-Verfahren hergestellt wird. Dieses Verfahren benötigt große Mengen Erdgas. Viele der weltweit wichtigsten Exportregionen für Stickstoffdünger liegen deshalb in Erdgas-reichen Regionen, darunter Russland, Nordafrika und insbesondere die Golfregion. Länder rund um den Persischen Golf – darunter auch der Iran – gehören zu den bedeutenden Exporteuren von Ammoniak und Harnstoff.

Die Straße von Hormus ist dabei ein zentraler Engpass des Welthandels. Ein erheblicher Teil der globalen Energie- und Düngemitteltransporte passiert diese nur etwa 50 km breite Meerenge. Jede militärische Eskalation oder Blockade erhöht deshalb nicht nur die Energiepreise, sondern beeinflusst auch unmittelbar die Kosten landwirtschaftlicher Produktion weltweit.

Eine gefährliche strukturelle Abhängigkeit

Steigende Gaspreise führen fast automatisch zu steigenden Düngerpreisen. Die Folgen sind bekannt:

  • höhere Produktionskosten für Landwirte
  • steigende Lebensmittelpreise
  • größere Abhängigkeit von globalen Lieferketten
  • zunehmende geopolitische Verwundbarkeit der Ernährungssysteme

Die Landwirtschaft ist damit in einer paradoxen Situation: Sie soll Ernährungssicherheit garantieren, ist aber gleichzeitig stark von globalen Energie- und Rohstoffströmen abhängig.

Der systemische Ausweg: Nährstoffkreisläufe statt Düngerabhängigkeit

Langfristige Ernährungssicherheit entsteht nicht durch immer billigere industrielle Inputs, sondern durch robuste biologische Systeme. Genau hier setzt eine regenerative und Ressourcen aufbauende Landwirtschaft an.

Statt Stickstoff industriell aus Erdgas zu synthetisieren, wird Stickstoff wieder stärker biologisch in das System integriert – über:

  • Leguminosen und Zwischenfrüchte
  • Mist, Gülle und Kompost
  • Integration von Tierhaltung in Ackerbausysteme
  • Humusaufbau und aktives Bodenleben
  • regionale Nährstoffkreisläufe

Gesunde Böden mit hoher biologischer Aktivität können Stickstoff besser speichern, mobilisieren und effizient nutzen. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von externen Düngemitteln erheblich.

Regenerative Zertifizierung als strategische Antwort

Mit Regenerate Forum sind wir dabei, eine Prozessbegleitung/Zertifizierung für eine regenerative Landwirtschaft zu entwickeln. Diese kann genau hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Sie unterstützt Landwirte dabei,

  • die Abhängigkeit von synthetischem Stickstoff systematisch zu reduzieren
  • Bodenfruchtbarkeit und Nährstoffkreisläufe aufzubauen
  • landwirtschaftliche Systeme resilienter gegenüber Preisschocks zu machen
  • ökologische Leistungen sichtbar und wirtschaftlich honorierbar zu machen

Damit geht es nicht nur um Umweltschutz. Es geht auch um strategische Souveränität der Landwirtschaft. Ein landwirtschaftliches System, das seine Fruchtbarkeit zunehmend aus biologischen Prozessen bezieht, wird unabhängiger von geopolitischen Krisen, Energiepreisschocks und globalen Lieferketten — und gleichzeitig gesünder und das Leben fördernd.

Freiheit durch fruchtbare Böden

Der Konflikt um die Straße von Hormus zeigt letztlich eine einfache Wahrheit: Ein Ernährungssystem, das auf fossiler Energie basiert, bleibt geopolitisch verwundbar. Eine Landwirtschaft, die ihre Fruchtbarkeit aus lebendigen Böden, Pflanzenvielfalt und funktionierenden Nährstoffkreisläufen schöpft, gewinnt dagegen etwas sehr Wertvolles zurück: Freiheit, Stabilität und Naturverbundenheit.

Regenerative Landwirtschaft ist damit nicht nur ein ökologischer Ansatz – sie ist auch eine strategische Antwort auf die Krisen einer energieabhängigen Welt.

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Die Fichte ist Geschichte

Die Fichte ist Geschichte

Dem deutschen Wald geht es schlecht. Der Klimawandel sorgt in Verbindung mit Monokulturen für Probleme. Die Forstwirtschaft muss Fehler der Vergangenheit ausbügeln und den Wald der Zukunft gestalten. –> Deswegen organisieren wir das 1. Symposium Aufbauende WaldWirtschaft.

Der Klimawandel verändert die Wälder in Deutschland tiefgreifend. Häufigere Extremwetterereignisse wie Dürren, Stürme und Schädlingsbefall setzen den Wäldern zu und gefährden ihre Gesundheit und Stabilität. Diese Entwicklungen stellen die Forstwirtschaft vor enorme Herausforderungen, die eine Anpassung der Bewirtschaftungsmethoden erfordern.

Eine wichtige Strategie ist die Förderung von Mischwäldern, die widerstandsfähiger gegen Klimastress sind. Zudem müssen neue Ansätze entwickelt werden, um die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften und ihre Funktionen als Kohlenstoffspeicher zu erhalten. Die Wälder spielen eine entscheidende Rolle im Klimaschutz, da sie CO2 binden und somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten.

Die Forstwirtschaft steht vor der Aufgabe, diese ökologischen Funktionen zu bewahren und gleichzeitig die wirtschaftliche Nutzung der Wälder zu sichern. Der Klimawandel erfordert somit eine Neuausrichtung der Forstwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und Anpassungsfähigkeit.

–> Auch im Wald kommt es auf den Boden an. Und der hat in den letzten Jahrzehnten durch die Fichten- und auch Buchenmonokultur ziemlich gelitten. Es gilt ihn wieder über ein Vielfalt-System à la Dauerwald wieder aufzubauen, damit er mehr Wasser speichern kann in diesen Zeiten des Klimawandels.

Deutschlandfunk

 

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Vortrag „Zu viel Wasser Zu wenig Wasser. – Wie Böden, Vegetation und Landwirtschaft unsere Gemeinden schützen können“, Stefan Schwarzer

Vortrag „Zu viel Wasser Zu wenig Wasser. – Wie Böden, Vegetation und Landwirtschaft unsere Gemeinden schützen können“, Stefan Schwarzer

Vortrag von Stefan Schwarzer: „Zu viel Wasser Zu wenig Wasser. Wie Böden, Vegetation und Landwirtschaft unsere Gemeinden schützen können“ anlässlich des 1. BürgerForums Zukunftlandschaft im Deggenhauser Tal, 27.2.2026

Zwei Seiten einer Medaille – das zu viel und das zu wenig an Wasser, Überflutungen und Dürren. Das betrifft direkt die Landwirtschaft, auch die Waldwirtschaft und dann letzten Endes auch die Wasserwirtschaft. Und damit uns alle. Betroffene Landwirt:innen, reduzierte Ernten, sterbende Wälder, Schäden in den Kommunen, austrocknende Bäche, sinkende Grundwasserspiegel.

Daran Schuld ist aber nicht allein der menschengemachte Klimawandel – sondern eben auch sehr stark wie wir das Land managen. Das bisherige vorherrschende Paradigma war das, Wasser möglichst schnell abzuführen: Drainagen, Gräben, Kanalisation, dazu – nicht unbedingt gewollt – oberflächlicher Abfluss auf den Äckern und auch Wiesen, und auch teilweise im Wald. Kein Wunder dass es dann immer wieder irgendwo „zu viel“ wird. Und ja dann auch irgendwo fehlt.

Dazu die (fehlende) Klima-kühlende Funktion von Vegetation, wenn im Sommer viele Äcker wochenlang brach liegen und sonst auch nicht unbedingt in voller grüner Pracht sind.

Und der Einfluss der Bewirtschaftung auf das Mikrobiom Boden, Pflanze, Tier und Mensch.

Ein paar Aspekte, die hier in einem kurzen Vortrag beleuchtet werden, und Lösungen für alle diese Probleme (kurz) vorgeschlagen werden.

https://youtu.be/1Ago0CaRM-M

Regenerate Forum: https://de.regenerateforum.org

 

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