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Studie zeigt: Die meisten Mykorrhiza-Produkte wirken nicht

Studie zeigt: Die meisten Mykorrhiza-Produkte wirken nicht

Nicht gut, weil Vertrauen zerstörend: Eine neue Studie zeigt auf, dass 85 % der im Handel erhältlichen Mykorrhiza-Produkte für Landwirtschaft und Gartenbau ungeeignet sind, weil sie keine lebensfähigen Vermehrungseinheiten mykorrhizaler Pilze enthalten.

In dieser Studie wurden 16 handelsübliche AMF-Inokulate getestet – neun für die Landwirtschaft und sieben für den Hobbygartenbau – sowie zum Vergleich sieben Forschungsinokulate, alle unter kontrollierten Gewächshausbedingungen. Die Ergebnisse zeigen, dass nur drei der kommerziellen Produkte zu einer Wurzelbesiedlung führten und lediglich eines davon das Pflanzenwachstum förderte. Ein Drittel der landwirtschaftlichen Produkte erreichte eine Wurzelkolonisation, während keines der sieben Hobbygarten-Produkte eine Symbiose mit Pflanzenwurzeln herstellen konnte.

Zusammen mit drei weiteren aktuellen Studien, die AMF-Produkte weltweit untersuchten, zeigt sich, dass 85 % der insgesamt 64 getesteten kommerziellen arbuskulären Mykorrhiza-Inokulate von schlechter Qualität sind und keine Wurzelbesiedlung bewirken.

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/sae2.70107

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Naturgemäße Waldwirtschaft: Ist der Dauerwald der Wald der Zukunft? | Unser Land | BR

Naturgemäße Waldwirtschaft: Ist der Dauerwald der Wald der Zukunft? | Unser Land | BR

Sind Dauerwälder die Zukunft? Vieles spricht dafür. Denn wir müssen auch in der Forstwirtschaft, genauso wie in der Landwirtschaft, die Transformation „vom Boden her denken“. Ohne gesunde Böden, die viel Wasser speichern können, werden die Wälder in den schwierigen klimatischen Situationen der Zukunft es schwer haben zu gedeihen (und zu überleben). Das heißt: Bodenaufbau. Und das gelingt halt nur richtig gut in einem dauerhaft produzierenden Mischwald – eben einem Dauerwald.

Dazu passt diese kurze Doku: „Wie sieht der Wald der Zukunft aus? Darüber wird viel diskutiert. Nicht nur unter Förstern. Ein mögliches Konzept: Dauerwälder anlegen. Ein Dauerwald ist mehr als nur ein Mischwald. Im Dauerwald gibt es dicke und dünne, alte und junge Bäume. Und es geht um maximale Vielfalt bei den Baumarten. Christoph Arndt betreut bei der Fürstlich Castell’schen Forstverwaltung so einen Dauerwald. Denn ein Dauerwald braucht viel Pflege. Jede Baumart hat andere Bedürfnisse und reagiert anders auf menschliche Eingriffe. Bei der naturgemäßen Waldwirtschaft muss der Förster behutsam vorgehen. Ein Dauerwald ist kein Natur-, sondern ein Wirtschaftswald, sprich: die Waldbesitzer können weiterhin Holz ernten. Die Idee stammt von dem Forstwissenschaftler Alfred Möller, der sie bereits vor 100 Jahren entwickelt hat: Der Wald als Organismus, der sich selbst regeneriert. Das könnte eine Lösung sein für den Wald im Klimawandel.“

https://www.youtube.com/watch?v=7XwDIh8WJu8

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PFAS-Pestizide: Ewigkeitschemikalien auf unseren Lebensmitteln

PFAS-Pestizide: Ewigkeitschemikalien auf unseren Lebensmitteln

Ich bin über die Problematik von PFAS vor einiger Zeit über das nahezu dramatisch realistisches Spielfilm-Drama „Dark Waters“ gestolpert, der aufzeigt, der eindringlich aufzeigt, wie rücksichtslose Konzernmacht (in diesem Falle von DuPont) und Profitgier jahrzehntelang zur Umweltzerstörung durch hochgiftige Chemikalien (eben PFAS, in Form von Teflon) führten – und wie schwer es ist, dagegen Gerechtigkeit zu erkämpfen

Jetzt postet das Umweltinstitut München dass PFAS auch in der Landwirtschaft in Form von Pestiziden verwendet werden – ein weiteres Umweltproblem und Gesundheitsrisiko:

PFAS, sogenannte „Ewigkeitschemikalien“, sind in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus gerückt. Viele Menschen meiden mittlerweile Antihaftpfannen oder Outdoor-Kleidung mit PFAS-Imprägnierung, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Doch was kaum bekannt ist: Auch in der Landwirtschaft kommen PFAS zum Einsatz – und zwar als Pestizide. Die Folge: Eine wachsende Belastung unserer Umwelt, unserer Lebensmittel und unserer Gesundheit.

Rund 11,5 Prozent der derzeit in Deutschland zugelassenen Pestizidwirkstoffe sind PFAS. Das bedeutet: Jedes Jahr werden fast 2.000 Tonnen dieser hochproblematischen Substanzen auf unseren Feldern ausgebracht – eine Verfünffachung gegenüber dem Jahr 2000. Besonders alarmierend ist dieser Zuwachs, weil sich Ewigkeitschemikalien dadurch unumkehrbar und im steigenden Tempo im Grundwasser, in Böden und unseren Körpern anreichern. Dabei sind die Folgen für unsere Gesundheit und die Umwelt bislang noch kaum erforscht.

Ende Juli hat Dänemark reagiert und die Zulassung für 23 Pestizidprodukte mit den sechs am häufigsten verwendeten PFAS-Wirkstoffen entzogen. Die Behörden begründen den Schritt mit dem massiven Eintrag von PFAS ins Grundwasser: Der TFA-Eintrag lag teils weit über dem geltenden Grenzwert von 0,1 µg/l. Damit geht Dänemark einen konsequenten Schritt im Sinne des Vorsorgeprinzips – für den Schutz von Gesundheit und Umwelt.

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Einladung zum Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden“ mit Stefan Schwarzer, 14. Januar 2026, Tettnang

Einladung zum Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden“ mit Stefan Schwarzer, 14. Januar 2026, Tettnang

Das Regenerate Forum lädt herzlich zu einem inspirierenden Abend ein, der den Blick auf Gesundheit, Ernährung und unsere Lebensgrundlage Boden erweitert.

Stefan Schwarzer – Geograf, langjähriger UN-Mitarbeiter, Brückenbauer und mehrfacher Buchautor – zeigt in seinem Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“, wie eng das Wohlbefinden von Menschen, Tieren, Pflanzen und ganzen Landschaften miteinander verknüpft ist – und warum alles bei den Mikroben im Boden beginnt.
Stefan Schwarzer nimmt dich mit in die verborgene Welt der Bakterien, Pilze und anderer Kleinstlebewesen. Verständlich und lebendig zeigt er, wie Mikroorganismen Böden fruchtbar machen, Pflanzen widerstandsfähiger werden lassen, Tiergesundheit stärken und letztlich auch unser eigenes Wohlbefinden beeinflussen. Die Mischung aus aktueller Forschung, anschaulichen Beispielen und vielen Aha-Momenten macht den Vortrag gleichermaßen lehrreich wie unterhaltsam – Wer Mikroben bisher nur aus dem Biologieunterricht oder vom Joghurtbecher kannte, wird an diesem Abend eine völlig neue Perspektive gewinnen.
Der Vortrag richtet sich an alle, die verstehen möchten, wie eng Stadt, Land, Natur und Gesundheit zusammenhängen und Lust haben, die Welt ein Stück tiefer und ganzheitlicher zu betrachten.
Bring Interessierte mit und leitet diese Einladung gerne weiter – wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit Euch!

Wann: Mittwoch, 14. Januar 2026 um 19:30 Uhr
Wo: Hopfengut 20, 88069 Tettnang
Eintritt: Frei – keine Anmeldung erforderlich

Weitere Infos: Mehr Informationen zum Abend und auch zu weiteren Veranstaltungen finden Sie HIER.

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Bessere Ökosystemdienstleistungen und Ertrag durch mehr Biodiversität – Erfahrungen aus dem Jena-Experiment

Bessere Ökosystemdienstleistungen und Ertrag durch mehr Biodiversität – Erfahrungen aus dem Jena-Experiment

Das Jena-Experiment läuft ja nun schon seit langer Zeit. Ein paar der spannenden Erkenntnisse zusammen gefasst:

  • Artenreichere Wiesen hatten über die gesamte Zeit des „Jena Experiments“ eine höhere Produktivität als artenarme Wiesen.
  • Die Energie der Biomasse (Bioenergiegehalt) von artenreichen Wiesen war deutlich höher als der von artenarmen Wiesen, zugleich aber ähnlich hoch wie viele der heute stark subventionierten Arten wie etwa von Chinaschilf.
  • Artenreiche Flächen hatten eine bessere Kohlenstoffspeicherung.
  • Die Anzahl von Insekten und anderen Arten war deutlich höher.
  • Wechselwirkungen zwischen Arten wie etwa Bestäubungen fanden häufiger statt.
  • Artenreichere Wiesen transportierten Oberflächenwasser besser in den Boden.
  • Artenreiche Ökosysteme waren stabiler gegenüber Störungen wie Dürren oder Überschwemmungen als artenarme Ökosysteme.

In etwas längerer Version:

  • Etwa 45 % der im „Hauptversuch“ gemessenen Ökosystemprozesse, bei dem die Pflanzenartenvielfalt von 1 bis 60 Arten reichte, wurden signifikant von der Pflanzenartenvielfalt beeinflusst. Viele Messwerte erreichten selbst bei 60 Pflanzenarten keine Sättigung, sondern nahmen linear mit dem Logarithmus der Artenvielfalt zu.
  • Es gab jedoch eine große Variabilität in der Reaktionsstärke zwischen verschiedenen Prozessen. Ein auffälliges Muster zeigte sich darin, dass viele Prozesse, insbesondere unterirdische, erst nach mehreren Jahren auf die Manipulation der Pflanzenartenvielfalt reagierten.
  • Die Diversität der meisten Organismen nahm mit steigender Pflanzenartenvielfalt zu. Dieser Effekt war bei oberirdischen Organismen stärker als bei unterirdischen und bei Herbivoren ausgeprägter als bei Karnivoren oder Detritivoren. Somit führt Diversität zu weiterer Diversität. Zudem war der Effekt auf die organismische Vielfalt stärker als auf die Artenhäufigkeit.
  • Messwerte zur Speicherung von Nährstoffen hatten oft einen positiven Zusammenhang mit der Pflanzendiversität. Beispielsweise nahm die Kohlenstoffspeicherung mit zunehmender Pflanzenartenvielfalt stark zu. Variablen des Stickstoffkreislaufs reagierten weniger stark auf die Pflanzenartenvielfalt als solche des Kohlenstoffkreislaufs.
  • Die Erhöhung der Pflanzenartenvielfalt von 1 auf 16 Arten hatte in absoluten Zahlen einen ebenso starken Effekt auf die Pflanzenbiomasse wie eine intensivere Grünlandbewirtschaftung durch Düngung und erhöhte Mahdhäufigkeit. Das potenzielle Bioenergiepotenzial aus artenreichen Flächen war mit dem konventionell genutzter Energiepflanzen vergleichbar. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass artenreiche „High Nature Value Grasslands“ multifunktional sind und eine Vielzahl von Ökosystemleistungen, einschließlich produktionsbezogener Leistungen, erbringen können.

Das Jena Experiment beweist aufgrund seiner Breite erstmals, dass ein Verlust der Artenvielfalt negative Konsequenzen für viele einzelne Komponenten und Prozesse in Ökosystemen hat. Das weltweite Artensterben bedeutet also nicht nur, dass ein Teil des evolutionären Erbes der Erde unwiederbringlich verloren geht und der Mensch seiner Fürsorgepflicht gegenüber anderen Geschöpfen nicht gerecht wird, sondern es hat direkte unangenehme Folgen für den Menschen. Das Artensterben wirkt sich unter anderem auch auf die Stoffkreisläufe aus – und diese nehmen direkten Einfluss auf den Wasserhaushalt, der Quell allen Lebens.

 

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Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen viel tiefgreifender als angenommen

Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen viel tiefgreifender als angenommen

Für die Meta-Studie haben Forschende aus der ganzen Welt seit über zehn Jahren 1.705 wissenschaftliche Arbeiten auf Basis übergreifender Datenerfassungs- und Analysestandards zusammengetragen. Sie liefert ein umfassendes Bild zu diesem Thema. Die Autoren präsentieren eine Synthese der Auswirkungen von 471 verschiedenen Pestizidwirkstoffen auf 830 Arten von Nicht-Zielorganismen (Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen) auf verschiedenen Ebenen in der Nahrungskette. Demnach zeigen alle Organismen, darunter Bestäuber, Fische und Amphibien, negative Reaktionen in ihrem Wachstum, ihrer Fortpflanzung, ihrem Verhalten und ihrem Überleben. Pilze und Pflanzen werden ebenso beeinträchtigt.

In den Analysen, die auf Labor- und Feldexperimenten basieren, war die Wirkung von neuen (das heißt derzeit in der EU zugelassenen) gegenüber älteren Pestiziden ähnlich. Es ließen sich kaum Hinweise darauf finden, dass durch die Entwicklung und Zulassung neuartiger Wirkstoffe die Risiken verringert würden, so die Autoren.

„Das Zulassungsverfahren für Pestizide ist komplex und aufwändig. Umso überraschender ist die Erkenntnis unserer Studie, dass die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln viel breiter und tiefgreifender sind, als bisher angenommen“, so Christoph Scherber, stellvertretender Direktor des LIB und Leiter des Zentrums für Biodiversitätsmonitoring und Naturschutzforschung. „So wirken Herbizide, mit denen bestimmte Pflanzen bekämpft werden sollen, negativ auf Insekten, und Insektizide haben wiederum negative Effekte auf das Wachstum von Pflanzen.“

„Am Ende”, so folgert Scherber, „müssen wir den standardmäßigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln angesichts der vielen Nebenwirkungen grundsätzlich in Frage stellen. Wir wissen inzwischen aus vielen Studien, dass die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft Schädlingsbefall ebenso mindern kann, ohne dabei unerwünschte Nebenwirkungen in Kauf nehmen zu müssen. Die Ko-Kultur von Nutzpflanzen und Haustieren, aber auch die Diversifizierung landwirtschaftlicher Anbausysteme wie im Mischfruchtanbau unterstützen die Biodiversität. Blühstreifen, Brachflächen und Hecken bieten natürlichen Gegenspielern Lebensgrundlagen und können auch gegen Wind- und Wassererosion wirksam sein.“

Scherber: “Damit kann eine vielfältige Landwirtschaft zu einer effizienteren Kontrolle pflanzenfressender Schädlingspopulationen führen und zur Ertragsstabilität beitragen.“

https://leibniz-lib.de/de/news/13022025-pflanzenschutzmittel.html
https://www.nature.com/articles/s41467-025-56732-x

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Die verborgenen Netzwerke, die das Leben auf der Erde erhalten, enthüllt

Die verborgenen Netzwerke, die das Leben auf der Erde erhalten, enthüllt

Spannende Erkenntnisse einer Untersuchung über Mykorrhizen:

  1. Die Pilze bevorzugen zukünftige Chancen gegenüber kurzfristigen Gewinnen. Ihre Netzwerke sind sowohl weitreichend als auch effizient. Laut den Forschern sind sie dafür verantwortlich, jedes Jahr etwa 13 Milliarden Tonnen Kohlendioxid zu speichern – mehr als ein Drittel der weltweiten jährlichen Emissionen aus fossilen Brennstoffen. Die Pilze nutzen diesen Kohlenstoff, um zu wachsen und Strukturen im Boden zu verflechten, wodurch Erosion verhindert wird.
  2. Die nährstoffreichen Flüssigkeiten innerhalb der Hyphen bewegen sich gleichzeitig in zwei Richtungen. Zum einen fließen Flüssigkeiten, die Zucker und Fette transportieren, und solche mit Phosphor und Stickstoff in entgegengesetzten Richtungen innerhalb desselben Raums. Obwohl diese Ströme auf lange Sicht weitgehend konstant bleiben, gibt es Stellen, an denen sie sich beschleunigen oder verlangsamen, die Richtung ändern und auf bemerkenswerte Weise dynamische Probleme lösen – auf eine Weise, die gleichermaßen fasziniert und verwirrt.
  3. Pilze verlassen sich nicht auf zentralisierte Entscheidungsprozesse, sondern nutzen lokale Bedingungen, um ihr Verhalten zu bestimmen. Wenn beispielsweise eine wachsende Spitze auf einen anderen Ast des Netzwerks trifft, stoßen sie aneinander und verschmelzen einfach. Dies ist eine elegante Strategie, um übermäßiges Wachstum zu vermeiden, während gleichzeitig das Gleichgewicht zwischen der Nährstoffaufnahme und der Erkundung neuer Gebiete gewahrt bleibt.

 

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Kann KI die Natur retten?

Kann KI die Natur retten?

Kann Technik die Natur retten? Eine große Frage, der wir uns philosophisch widmen könnten – aber das würde hier zu weit führen. Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg gehen dieser Frage aus (natur)wissenschaftlicher Sicht in ihrem neuen Buch „Kann KI die Natur retten?: Wie Künstliche Intelligenz Tierarten und Ökosysteme schützen und den Umweltschutz revolutionieren kann – Chancen und Risiken der Technologie für unseren Planeten“ (Amazon, Buch7) nach.

Es ist spannend, welches Verständnis für die Natur uns die KI bietet. Die Walgesänge – so zeigt die KI – sind Lieder mit vielen Strophen, die immer wieder wiederholt werden, an Kinder weitergegeben, die angepasst werden können wenn „Immigranten“ kommen und das Lied etwas anders singen. Die KI hilft uns über installierte Mikrofone erkennen, welche Tierarten in einem Ökosystem fehlen – weil von Natur aus alle Frequenzbereiche gefüllt sind, und wenn da irgendwo eine Lücke auftaucht sagt es damit aus, dass dort auch ein Tier nicht mehr vorkommt. Die KI hilft uns Wanderrouten viel besser zu verstehen, Bewegungen von Tieren besser zu folgen – und damit natürlich für deren Schutz auch besser zu sorgen.

Allerdings: Die großen Treiber für die Naturzerstörung liegen woanders und sind ziemlich gewichtig. Da hilft, so meine Meinung, auch eine bessere Technik nichts. Da hilft nur ein innerer Paradigmenwechsel beim Menschen – und davon sind wir leider weit entfernt. Sorry wenn ich hier so pessimistisch auftrete.

Aber: Das Buch zeigt mit vielen kleinen Geschichten auf, wie wir mittels KI die Natur nicht nur besser verstehen, sondern auch besser begreifen können, einen tieferen Bezug herstellen und uns für das Leben überall um uns herum noch mehr faszinieren lassen können.

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Praxisnahe Weiterbildung für den Betrieb: Bodenpraktiker Ackerbau & Grünland und Bodenpraktiker Obst 2026

Praxisnahe Weiterbildung für den Betrieb: Bodenpraktiker Ackerbau & Grünland und Bodenpraktiker Obst 2026

Ab März 2026 bietet das Regenerate Forum in Kooperation mit Boden.Bildung (eine Initiative der Bioland Stiftung) zwei Jahreskurse – mit Schwerpunkt Ackerbau/Grünland und Obst – an. Verteilt auf vereinzelte Tage mit Präsenz- und Online-Elementen lernen Teilnehmende, wie sie Erträge durch gesunde Böden langfristig sichern und steigern können.

Die Fortbildung vermittelt konkrete Lösungen zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit – und schafft zugleich ein Netzwerk von Berufskolleg:innen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen und voneinander und miteinander lernen. Das Angebot richtet sich an konventionell wie ökologisch wirtschaftende Betriebe. Inhaltlich ist sie für Betriebsleiter:innen und Nachwuchskräfte gleichermaßen interessant.

Für mehr Informationen und Anmeldung (Frühbuchervorteil bis 31.12.25):

https://regenerateforum.org/bodenpraktiker-obst/
https://regenerateforum.org/bodenpraktiker-ackerbau-grunland/

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Einladung zum Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden“ mit Stefan Schwarzer, 14. Januar 2026, Tettnang

Einladung zum Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden“ mit Stefan Schwarzer, 14. Januar 2026, Tettnang

Das Regenerate Forum lädt herzlich zu einem inspirierenden Abend ein, der den Blick auf Gesundheit, Ernährung und unsere Lebensgrundlage Boden erweitert.

Stefan Schwarzer – Geograf, langjähriger UN-Mitarbeiter, Brückenbauer und mehrfacher Buchautor – zeigt in seinem Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“, wie eng das Wohlbefinden von Menschen, Tieren, Pflanzen und ganzen Landschaften miteinander verknüpft ist – und warum alles bei den Mikroben im Boden beginnt.
Stefan Schwarzer nimmt dich mit in die verborgene Welt der Bakterien, Pilze und anderer Kleinstlebewesen. Verständlich und lebendig zeigt er, wie Mikroorganismen Böden fruchtbar machen, Pflanzen widerstandsfähiger werden lassen, Tiergesundheit stärken und letztlich auch unser eigenes Wohlbefinden beeinflussen. Die Mischung aus aktueller Forschung, anschaulichen Beispielen und vielen Aha-Momenten macht den Vortrag gleichermaßen lehrreich wie unterhaltsam – Wer Mikroben bisher nur aus dem Biologieunterricht oder vom Joghurtbecher kannte, wird an diesem Abend eine völlig neue Perspektive gewinnen.
Der Vortrag richtet sich an alle, die verstehen möchten, wie eng Stadt, Land, Natur und Gesundheit zusammenhängen und Lust haben, die Welt ein Stück tiefer und ganzheitlicher zu betrachten.
Bring Interessierte mit und leitet diese Einladung gerne weiter – wir freuen uns auf einen spannenden Abend mit Euch!

Wann: Mittwoch, 14. Januar 2026 um 19:30 Uhr
Wo: Hopfengut 20, 88069 Tettnang
Eintritt: Frei – keine Anmeldung erforderlich

Weitere Infos: Mehr Informationen zum Abend und auch zu weiteren Veranstaltungen finden Sie HIER.

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Gesundheit beginnt im Boden

Gesundheit beginnt im Boden

Schöne „Rezension“ und kleiner Meinungsartikel von Dr. med. Thomas Hardtmuth zu unserem neuen Buch „Gesundheit beginnt im Boden“:

Die Publizistin und Politikwissenschaftlerin Ute Scheub und der Permakultur-Designer und Geograf Stefan Schwarzer haben mit ihrem jüngsten Buch einen äußerst wertvollen Beitrag zur Überwindung der global-ökologischen Krise geleistet.

Das gründlich recherchierte Werk fasst auf gut verständliche Art die jüngsten Forschungsresultate der Mikrobiomforschung zusammen. Ganz neue Aspekte über die Bedeutung der Mikroben in Ökologie, Landwirtschaft, Tierwohl und menschlicher Gesundheit machen das Lesen zu einem Aha-Erlebnis über bislang wenig bekannte Zusammenhänge. Das Buch ist mit Unterstützung mehrerer Fachleute aus verschiedenen Disziplinen entstanden und enthält neben einigen Interviews auch ein umfangreiches Literaturregister sowie eine Reihe von faszinierenden Aufnahmen von Mikroorganismen. Die Mikrobiomforschung hat in den letzten Jahren zu einem Paradigmenwechsel im medizinischen und ökologischen Denken geführt. Galt vor 20 Jahren noch: «Ein gesunder Organismus ist ein steriler Organismus», so wissen wir heute, dass wir mit Myriaden von Bakterien, Viren, Pilzen, Archaeen und anderen Kleinstlebewesen besiedelt sind, die für unsere körperliche, seelische und geistige Gesundheit unersetzlich sind. Die Mikroorganismen stellen ein universelles Netzwerk des Lebens dar, gleichsam eine alle Lebewesen verbindende Ur-Biosphäre, über die die unzähligen Organismen dieser Erde auf eine vielschichtige und komplexe Weise miteinander verwoben sind.

Ein großer, symbiotischer Zusammenhang tut sich auf, wie er bis vor Kurzem noch unvorstellbar schien. Dass alle Lebensformen unseres Planeten über den einen Stammbaum der Evolution miteinander verwandt sind, war schon eine bahnbrechende Erkenntnis der Biologie; dass aber Pflanzen, Tiere und Menschen über die Mikrobiome auch genetisch-funktionell miteinander vernetzt und verflochten sind, gehört zu den revolutionärsten Erkenntnissen der aktuellen Wissenschaft. Was machen beispielsweise die Gene von Wiesenkräuter-Mikrobiomen, die wir über Kuhmilch oder Honig aufnehmen, in unserem Gehirn?
Global Health ist weit mehr als nur eine gut gemeinte Öko-Parole. Das Konzept zeigt uns inzwischen die begrenzte Reichweite einer an linearen Biomechanismen orientierten Wissenschaftsmethode auf. Die analytische Forschung hat in den letzten 150 Jahren die Naturerscheinungen bis in ihre letzten Elementarteilchen auseinandergenommen und wir drohen gerade, in einem Meer zusammenhangloser Daten und Fakten unterzugehen. «Wir haben die Welt komplett zerlegt und jetzt haben wir das Problem, dass wir sie nicht mehr zusammenbekommen», bemerkte der Physiker Hans-Peter Dürr einmal. Trotz eines exponentiell steigenden Wissens und der Anhäufung gigantischer Datenmassen werden unsere ökologischen und gesundheitlichen Probleme nicht kleiner, im Gegenteil: Weltweit steigende Zahlen von Krebs, Allergien, Autoimmunerkrankungen, Diabetes, Stoffwechselstörungen sowie psychischen und neurodegenerativen Erkrankungen erfordern ein neues, systemisches Denken. All diese Erkrankungen hängen mit einem dramatischen Rückgang der mikrobiellen Diversität zusammen. Laut dem Konzept der planetaren Grenzen ist der Verlust der genetischen Integrität und Vielfalt das schwerwiegendste und riskanteste unserer gegenwärtigen globalen Probleme. Die Biodiversität ist der entscheidende Faktor für die Gesundheit und die Resilienz von Ökosystemen, ob in der Makroökologie der Natur oder in der Mikroökologie unseres Darmes. Die Naturzerstörung im Großen schlägt über die Verarmung der Darm-Mikrobiome auf uns zurück. Hauptverantwortlich neben all den toxischen Umweltchemikalien ist vor allem die industrialisierte Landwirtschaft: Pestizide, Kunstdünger, Antibiotika und Einheits-Saatgut sind maßgeblich für den kontinuierlichen Rückgang der mikrobiellen Diversität und damit auch für den Verlust der Vitalität und Robustheit unserer landwirtschaftlichen Böden verantwortlich, aus denen wir 95 Prozent unserer Nahrungsmittel beziehen.

Die Böden sind die größte Ressource für den Erhalt mikrobieller Vielfalt. Über die Nahrungskette setzt sie sich bis in unsere Gedärme fort. Aber nicht nur die landwirtschaftlichen Monokulturen bedrohen das lebenserhaltende Diversitätsprinzip unserer Erde. Auch in der Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Medienlandschaft machen sich global immer mehr, nur noch an der ökonomischen Logik orientierte Monokulturen breit, für die die stetig steigenden Krebszahlen wie eine Art Metapher stehen – für die Utopie, ja Ideologie des unbegrenzten Wachstums. Wenn uns die Transformation zum qualitativen Wachstum nicht gelingt, wird das «leise Sterben» (Martin Grassberger 2022) weitergehen. Man kann nur wünschen, dass die in dem Buch behandelten Inhalte auch Einzug in die Lehrpläne von Schulen und Universitäten finden. Es geht um mehr als nur Bakterien.

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Sind Flüsse Lebewesen?

Sind Flüsse Lebewesen?

Für alle von uns ist es sicherlich nachvollziehbar dass Tiere und Pflanzen Lebewesen sind. Aber Flüsse?! Das ist nochmal ein ganz anderer Gedanke. Immerhin: In einigen Ländern der Welt haben Flüsse in der Verfassung verankerte Rechte erhalten – ein riesiger Schritt, der einer starken Verbundenheit und Identifikation mit Fluss und Region, mit Herz und Seele, zu verdanken ist.

Robert Macfarlane reist in seine Buch „Sind Flüsse Lebewesen?“ zu verschiedenen Flüssen – in Südamerika, in Indien, in Nordamerika -, und trifft dort auf Menschen, die, eben, mit Herz und Seele ihrem Land verbunden sind, die Natur lesen, den Geist atmen können. Locker und leicht erzählt, lebendig, verbunden erzählt Macfarlane von den Begegnungen mit Menschen und Flüssen, von den Erfahrungen anderer aber auch seiner selbst. Persönlich, bewegend, nachdenklich machend. Manchmal humorvoll, manchmal überrumpelnd, wenn neben der Schönheit der Natur auf einmal die „bösen“ Fakten eingeschoben werden über Menschen die gerade woanders Verträge zum Raubbau der Natur unterschreiben.

Ein wunderbares Buch, was uns die Natur wieder näher bringen kann und uns berührbar macht, auch nachdenklich wie auch hoffnungsvoll.

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Nicht Bewegungsmangel, sondern Ernährung ist der Haupttreiber der weltweiten Adipositas-Krise

Nicht Bewegungsmangel, sondern Ernährung ist der Haupttreiber der weltweiten Adipositas-Krise

Die Gesundheit der Mikroben, Pflanzen, Tiere und Menschen und was sonst noch so kreucht und fleucht, bewegt uns ja ganz besonders. Spätestens mit unserem Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ hat sich da für mich noch einmal eine neue Welt aufgetan.

Eine der ganz großen Zivilisationskrankheiten ist Adipositas. 2.5 Milliarden Erwachsene sind weltweit übergewichtig, davon fast 1 Milliarde adipös. Das Problem dabei ist v.a. die hoch verarbeitete, ungesunde Ernährung.

In dieser weltweiten Studie wurden der Energieverbrauch sowie zwei Kennzahlen für Fettleibigkeit – der Körperfettanteil und der Body-Mass-Index (BMI) – bei 4.213 Erwachsenen aus 34 Bevölkerungsgruppen auf sechs Kontinenten untersucht. Die Gruppen unterschieden sich stark in ihrem Lebensstil und Entwicklungsstand: von Jäger-Sammlern und Viehhaltern über landwirtschaftlich geprägte bis hin zu hochindustrialisierten Gesellschaften.

Mit zunehmendem Wohlstand stiegen Körpergewicht, BMI und Körperfettanteil deutlich an – ebenso aber auch der gesamte Energieverbrauch, der Grundumsatz und der Energieverbrauch durch körperliche Aktivität. Wenn man allerdings die Körpergröße berücksichtigte, zeigte sich: Der Gesamt- und Grundumsatz nahmen mit wachsender wirtschaftlicher Entwicklung im Schnitt leicht ab (um etwa 6 bis 11 %). Zwischen den Gruppen gab es dabei große Unterschiede, und ein klarer Zusammenhang mit dem Lebensstil ließ sich nicht erkennen.

Der energieverbrauchsbereinigte Zusammenhang mit Fettleibigkeit war schwach: Der Energieverbrauch erklärte nur etwa ein Zehntel der Zunahme von Körperfett und BMI in wohlhabenderen Gesellschaften.

Deutlich stärker war dagegen der Einfluss der Ernährung. In wirtschaftlich entwickelten Ländern lag die Energieaufnahme im Durchschnitt höher, und in den 25 Gruppen, für die entsprechende Daten vorlagen, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel und einem höheren Körperfettanteil.

Das Ergebnis: Nicht ein geringerer Energieverbrauch, sondern vor allem eine veränderte, stark verarbeitete Ernährung scheint der entscheidende Faktor für die zunehmende Fettleibigkeit mit wachsender wirtschaftlicher Entwicklung zu sein.

https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2420902122

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Spannende Merksätze für den kleinen Wasserkreislauf

Spannende Merksätze für den kleinen Wasserkreislauf

• „Die Hälfte des Niederschlags auf dem Land stammt vom Land selbst.“
• „Ohne Verdunstung – kein Regen. Vegetation speist den Wasserkreislauf.“
• „70 % der Verdunstung auf dem Land gehen auf das Konto der Vegetation.“
• „Wo Pflanzen wachsen, regnet es häufiger.“
• „Wasser, das verdunstet, ist eine Investition in den nächsten Regen.“
• „Waldgebiete sind Regenmacher – kein Wald, kein Wasser.“
• „Vegetation ist Klimaanlage und Wasserpumpe zugleich.“
• „Blätter sind Verdunstungskühler für die Erde.“
• „Grünflächen kühlen, versiegelte Flächen heizen.“
• „Verdunstung kostet Energie – und senkt die Temperatur.“
• „Mehr Pflanzen = mehr Kühlung = mehr Regen.“
• „Landwirtschaft kann Klima schützen – wenn sie Wasser hält und Verdunstung fördert.“
• „Mit Vegetation, Bodenleben und Wasserretention lässt sich das Klima lokal beeinflussen.“
• „Regenerative Landwirtschaft ist aktiver Klimaschutz durch Wasserkreisläufe.“
• „Nicht CO₂ allein – auch Wasserflüsse bestimmen unser Klima.“

Siehe dazu auch mein UNEP-Artikel „Working with plants, soils and water to cool the climate and rehydrate Earth’s landscapes“ und unser Buch „Aufbäumen gegen die Dürre“.

https://bit.ly/3zeukPb
https://www.oekom.de/buch/aufbaeumen-gegen-die-duerre-9783987260209

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Wassermanagement im Wald – Bewirtschaftung in der Praxis

Wassermanagement im Wald – Bewirtschaftung in der Praxis

Der Wald ist eine der wichtigsten Ressourcen im Kampf gegen die Klimakrise. Er schützt das Klima, fördert die Biodiversität, mindert Bodenerosion und hilft bei der Anpassung an klimatische Veränderungen.

Doch auch der Wald leidet – wie die Landwirtschaft – unter den Folgen einseitiger Kultivierung und dem zunehmendem Trockenstress.

Doch wie können wir den Wald so bewirtschaften, dass er seine wertvollen Funktionen langfristig erfüllt?

In diesem Webinar wurde diskutiert, wie durch waldbauliche Maßnahmen Wasser im Wald gehalten und gleichzeitig eine wirtschaftliche und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sichergestellt werden kann.

https://www.youtube.com/watch?v=wIPmhOgRmIc

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Der Süden und Osten Europas trocknen aus – und Deutschland betrifft es auch

Der Süden und Osten Europas trocknen aus – und Deutschland betrifft es auch

Europa wird trockener, v.a. wenn man in die tieferen Schichten schaut, da wo das Wasser im Boden und im Grundwasser gespeichert wird. The Guardian titelt: „Europas Wasserreserven versiegen aufgrund des Klimawandels“ und der Spiegel schriebt dazu: „Der Süden und Osten Europas trocknen aus – und Deutschland zählt noch dazu“.

Das sind keine neuen Botschaften (siehe z.B. „Deutschland hat in den letzten 20 Jahren so viel Wasser verloren wie im Bodensee gespeichert ist„). Aber in meinen Augen liegt es nicht nur „am Klimawandel“, sondern sehr stark auch an der Landbewirtschaftung und der Art und Weise wie wir mit Wasser umgehen. Denn dieses fließt bei etwas stärkeren Regenereignissen zu einem gute Teil von den landwirtschaftlichen Flächen oberflächlich ab, die Drainagen entwässern, die Gräben entlang fast jeden Weges und jeder Straße tun dies ebenso… weswegen wir uns nicht wundern sollten, dass im Grundwasser nicht mehr viel ankommt.

Das war früher sicherlich anders, aber die veränderten Niederschlagsmuster – seltenen dafür heftiger – führen eben dazu dass bei schlechtem Landmanagement das Wasser nicht mehr auf dem Land gehalten wird sondern schnurstracks gen Ozean geführt wird (wo der Meeresspiegel stetig auch aufgrund dessen steigt).

https://www.theguardian.com/environment/2025/nov/29/climate-crisis-depleting-europe-groundwater-reserves-analysis
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-der-sueden-europas-trocknet-aus-und-deutschland-zaehlt-noch-dazu-a-8d3204d0-3714-4500-b5c0-5744a1d356a9

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Nahrung für alle? Der geheime Krieg um unsere Ressourcen

Nahrung für alle? Der geheime Krieg um unsere Ressourcen

Spannende Doku, nicht ganz überraschend, aber doch echt erschütternd:

Weltweit arbeiten Regierungen, Investoren und private Militärunternehmen daran, sich auf Kosten ganzer Bevölkerungen die Kontrolle über Nahrungsmittel- und Wasserressourcen zu sichern. Ein investigatives Reporterteam aus Kalifornien deckt die alarmierende Logik hinter dem Landraub auf. Der preisgekrönte Film verbindet gut recherchierten Journalismus mit einer fesselnden Erzählweise.

In dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Nahrung für alle? – Der geheime Krieg um unsere Ressourcen“ deckt ein investigativer Journalist die alarmierende Logik hinter den Bemühungen auf, die wichtigsten Ressourcen des Planeten zu kontrollieren: Wasser und Nahrungsmittel.

Still und scheinbar unbemerkt arbeiten Regierungen, Investoren und private Militärunternehmen weltweit daran, sich auf Kosten ganzer Bevölkerungen Nahrungsmittel- und Wasserressourcen anzueignen. Diese Gruppen etablieren sich als neue OPEC. Die zukünftigen Weltmächte werden jedoch nicht diejenigen sein, die das Öl, sondern die Nahrungsmittel kontrollieren.

Die weltweiten Nahrungsmittelpreise haben einen historischen Höchststand erreicht, es drohen Chaos und Gewalt. Unterdessen setzt Russland Nahrungsmittel als Waffe gegen die Ukraine und als geopolitisches Instrument zur Ausübung globaler Macht ein.

„Nahrung für alle? – Der geheime Krieg um unsere Ressourcen“ ist ein globaler Thriller, der den Qualitätsjournalismus des „Center for Investigative Reporting“ mit der fesselnden Erzählweise der Regisseurin Gabriela Cowperthwaite verbindet. Der Dokumentarfilm führt die Zuschauerinnen und Zuschauer rund um den Globus – von China über Russland bis in die Vorstandsetagen der Wall Street –, um eine der größten und am wenigsten bekannten Bedrohungen der Welt aufzudecken.

https://www.arte.tv/de/videos/122227-000-A/nahrung-fuer-alle/

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Kleinere Schläge erhöhen wesentlich die Biodiversität in Agrarlandschaften

Kleinere Schläge erhöhen wesentlich die Biodiversität in Agrarlandschaften

Kleinere Schläge sind ein wichtiger Schlüssel für mehr Artenvielfalt:

Eine höhere Heterogenität der Ackerflächen hat einen deutlich stärkeren positiven Einfluss auf die gesamte Artenvielfalt als allein mehr naturnahe Vegetation. So zeigte sich: Wenn die durchschnittliche Feldgröße von 5 auf 2,8 Hektar verkleinert wurde, war der Effekt auf die Biodiversität genauso groß, wie wenn der Anteil naturnaher Flächen von 0,5 % auf 11 % erhöht wurde. Kleinere Felder förderten also die Vielfalt an Pflanzen und Tieren selbst dann, wenn zwischen den Feldern keine naturnahen Bereiche vorhanden waren. Auch eine größere Vielfalt an angebauten Kulturen wirkte sich insgesamt positiv auf die biologische Vielfalt in der Landschaft aus.

https://www.pnas.org/doi/epdf/10.1073/pnas.1906419116

 

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Försterin will Wasser im Wald halten

Försterin will Wasser im Wald halten

Nicht nur „braucht das Moor nass“, und die Landwirtschaft zunehmend auch feucht(er), auch dem Wald wird es zu trocken. Aber auch hier haben wir es darauf ausgelegt, das Wasser rasch aus dem Wald zu entfernen, beabsichtigt (immer wieder mit Drainagen und Gräben) oder auch nicht (tiefe Fahrspuren, senkrechte Bearbeitung, Wege die Wasser ableiten).

Das muss sich ändern, wenn der Wald noch eine Zukunft haben soll. Zum Glück gibt es die Vorkämpfer, Mitdenker und Visionäre: Seit Jahren ergreift Försterin Monika Runkel Maßnahmen gegen die Trockenheit im Wald. Die katastrophalen Auswirkungen der Dürre werden deutlicher und ihre Ideen finden immer mehr Anklang.

https://www.ardmediathek.de/video/natuerlich/foersterin-will-wasser-im-wald-halten/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE4MzU2MDA

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Wie die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes das regionale Klima verändert

Wie die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes das regionale Klima verändert

Die Entwaldung des Amazonas verändert bereits heute das regionale Klima — nicht in Zukunft, sondern jetzt. Wird die Schwelle von etwa 60 % Waldbedeckung unterschritten, verliert die Region ihre Fähigkeit, sich selbst (und damit große Teile Südamerikas) zu kühlen und zu befeuchten.

Eine neue Studie zeigt, dass die fortschreitende Entwaldung im Amazonasgebiet bereits messbare, tiefgreifende Veränderungen des lokalen Klimas verursacht. Anders als viele frühere Untersuchungen basiert diese Studie nicht auf Modellrechnungen, sondern auf direkten Satellitenbeobachtungen von mehr als 200 vergleichbaren Wald- und Nicht-Waldregionen im Amazonasbecken zwischen 2013 und 2021.

Die Ergebnisse sind deutlich: Sobald die Waldfläche eines Gebietes unter etwa 60 % fällt, verändert sich das regionale Klima sprunghaft. In diesen Gebieten wurden im Vergleich zu intakten Regenwaldflächen folgende Veränderungen festgestellt:

+3 °C höhere Temperaturen in der Trockenzeit
–12 % weniger Evapotranspiration
–25 % weniger Niederschläge in der Trockenzeit
11 Regentage weniger pro Jahr

Diese Muster zeigen: Der Amazonas wirkt nicht nur als Kohlenstoffsenke, sondern als klimaregulierendes System — eine sogenannte „biotische Pumpe“, der Feuchtigkeit anzieht, Wasser zirkuliert und regionale Abkühlung erzeugt. Wird der Wald entfernt, bricht dieser Mechanismus zusammen.

Die Studie stellt außerdem fest, dass Teile von Rondônia und Ost-Pará inzwischen klimatische Bedingungen aufweisen, die eher einer Savanne als einem tropischen Regenwald ähneln. Dieser Wandel scheint nicht linear, sondern schwellenbasiert zu verlaufen: Unterhalb von 60 % Waldanteil verstärken sich die Veränderungen schnell und drastisch.

https://www.nature.com/articles/s43247-025-02900-2

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