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Wilhelm Bode // Ist der Wald noch zu retten? – Eine Einführung in den Dauerwald // Symposium Aufbauende Waldwirtschaft 2026

Wilhelm Bode // Ist der Wald noch zu retten? – Eine Einführung in den Dauerwald // Symposium Aufbauende Waldwirtschaft 2026

Ein Vortrag von Wilhelm Bode (https://youtu.be/hlF7diK283U) zum Thema „Ist der Wald noch zu retten? – Eine Einführung in den Dauerwald“ beim Symposium „Aufbauende Waldwirtschaft“ 2026

Das Symposium „Aufbauende Waldwirtschaft“ richtete sich an alle Interessierte aus der forstlichen Praxis, der Wissenschaft und der forstlichen Bildung, die sich für eine zukunftsfähige Waldwirtschaft einsetzen. In Vorträgen, Workshops, Fachgesprächen und Podiumsdiskussion gab es praxisnahe Einblicke in die vielfältigen Bewirtschaftungsmethoden pionierhafter Betriebe und in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem Dauerwald-Ansatz.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie durch eine erhöhte ökologische Vielfalt, lebendige Waldböden sowie eine verbesserte Wasserspeicher- und Wasserverfügbarkeit auf der Fläche langfristig stabile, klimaangepasste und produktive Waldbestände entstehen können.
Das Symposium bot zudem ein Forum für den Austausch zwischen Waldbesitzenden, Forstleuten, Forschenden und Vertreterinnen und Vertretern der holzverarbeitenden Wirtschaft – mit dem gemeinsamen Ziel, den Auf- und Umbau widerstandsfähiger und produktiver Dauermischwälder voranzubringen.

Der von Alfred Möller entwickelte Dauerwaldgedanke versteht den Wald als sich selbst organisierenden Organismus, dessen Stabilität und Produktivität aus einer kontinuierlichen Waldbedeckung mit Einzelbaumentnahme sowie vielfältigen Strukturen und natürlichen Entwicklungsprozessen entstehen. Anstelle gleichaltriger Bestände setzt der Dauerwald auf ungleichaltrige Mischwälder mit natürlicher Verjüngung, einer Förderung der Bodengesundheit, einem überall zur unmittelbaren Holzerzeugung genügender Holzvorrat sowie einen aktiven Waldnaturschutz.

Anliegen des Vereins Aufbauende Landwirtschaft e.V. ist es, zu einer klimaresilienten, biodiversitätsfördernden und sozial gerechten Landnutzung beizutragen. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Unterstützung von Praktiker*innen, die die Methoden der Ressourcen aufbauenden Agrikultur umsetzen wollen. Die Zusammenhänge und gegenseitige Beeinflussung von Landnutzungsmethoden, der Atmosphäre (Wasserkreisläufe und CO2-Speicherung), der Biodiversität und nicht zuletzt der Gesundheit des Menschen möchten wir mit unserer Arbeit aufzeigen und auf diese Weise notwendige Veränderungen ermöglichen.

Blog:
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Aufbauende Landwirtschaft: https://www.aufbauende-landwirtschaft.de/
Symposium Aufbauende Landwirtschaft: https://symposium.aufbauende-landwirtschaft.de/
Symposium Aufbauende Waldwirtschaft: https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/
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Mikrobiom-Symposium: https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de

Bücher:
„Gesundheit beginnt im Boden“ (2025): https://link.amazon/B02MpRE18, https://www.buch7.de/produkt/gesundheit-beginnt-im-boden-ute-scheub/1051029264?ean=9783987261602&partner=lebensraum-permakultur
„Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ (2023): https://link.amazon/B08VmJpNO, https://www.buch7.de/produkt/aufbaeumen-gegen-duerre-und-fluten-stefan-schwarzer/1065903859?ean=9783987265662&partner=lebensraum-permakultur
„Die Humusrevolution“ (2017): https://link.amazon/B0cpbUvrp, https://www.buch7.de/produkt/die-humusrevolution-ute-scheub/1028754870?ean=9783865818386&partner=lebensraum-permakultur

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Es geht nur zusammen (12/12)

Es geht nur zusammen (12/12)

Dürre, Hitze, Starkregen und Ernteausfälle sind keine Probleme, die eine Gruppe allein lösen kann. Nicht die Landwirtschaft allein. Nicht die Kommunen allein. Nicht die Politik allein. Nicht die Bürgerinnen und Bürger allein.

Aber jede Gruppe hat Verantwortung – und jede hat Handlungsmöglichkeiten.

Landwirte können Böden aufbauen, Wasser halten, Fruchtfolgen erweitern, Zwischenfrüchte nutzen, Agroforst erproben und Verdichtung vermeiden. Forstleute können Wälder vielfältiger und widerstandsfähiger entwickeln. Kommunen können entsiegeln, Bäume pflanzen, Auen freihalten und Wasser in der Planung ernst nehmen. Unternehmen können regionale, regenerative Wertschöpfung unterstützen. Politik kann die Rahmenbedingungen setzen. Bürgerinnen und Bürger können nachfragen, unterstützen, konsumieren, mitgestalten und Druck aufbauen.

Niemand kann alles tun. Aber fast alle können etwas tun. Und vor allem: Wir müssen die einzelnen Schritte besser verbinden.

Genau das ist die Botschaft von „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“: Wir sind der Entwicklung nicht hilflos ausgeliefert. Unsere Landschaften sind veränderbar. Und damit auch ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, zu kühlen und Extreme abzufedern.

Die Lösungen sind da. Jetzt müssen wir sie ernst nehmen, finanzieren, in die Fläche bringen und gemeinsam umsetzen.

Nicht gegeneinander. Sondern zusammen. Denn Wasser, Boden, Wald, Landwirtschaft, Dorf und Stadt gehören in Wirklichkeit längst zusammen.

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Politik muss die richtigen Rahmen setzen (11/12)

Politik muss die richtigen Rahmen setzen (11/12)

Viele Lösungen gegen Dürre und Fluten sind bekannt. Die Frage ist nicht mehr nur: Was kann man tun? Die Frage ist zunehmend: Warum tun wir es nicht viel entschlossener?

Landwirte sollen Böden aufbauen, Wasser halten, Biodiversität fördern und zugleich wirtschaftlich bestehen. Kommunen sollen Klimaanpassung umsetzen, haben aber oft wenig Personal, enge Budgets und komplizierte Zuständigkeiten. Unternehmen sprechen über Nachhaltigkeit, kaufen aber häufig weiter nach dem niedrigsten Preis. Bürgerinnen und Bürger wünschen sich intakte Landschaften, wollen aber verständlicherweise auch bezahlbare Lebensmittel.

Genau deshalb braucht es Politik. Nicht als Ersatz für Eigenverantwortung, sondern als Rahmen, der gutes Handeln möglich und attraktiv macht.

Förderprogramme, Agrarpolitik, Wasserrecht, Raumordnung, Bauleitplanung, Beratung, Forschung, öffentliche Beschaffung und Marktregeln müssen so gestaltet werden, dass wasserspeichernde Landschaften belohnt und nicht behindert werden. Wer Humus aufbaut, Wasser zurückhält, Hecken pflanzt, Agroforst anlegt, Moore schützt oder Auen reaktiviert, erbringt Leistungen für die ganze Gesellschaft.

Diese Leistungen dürfen nicht als freiwilliges Ideal einzelner Betriebe hängen bleiben. Sie brauchen verlässliche Finanzierung, einfache Verfahren und politische Priorität.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ zeigen wir: Es geht nicht um einzelne Leuchtturmprojekte. Es geht um Rahmenbedingungen, die Lösungen in die Fläche bringen.

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Kommunen haben mehr Handlungsspielraum, als sie oft denken (10/12)

Kommunen haben mehr Handlungsspielraum, als sie oft denken (10/12)

Viele Kommunen erleben Trockenheit, Hitze und Starkregen inzwischen sehr konkret: verdorrte Grünflächen, sinkende Pegel, überlastete Kanalisation, Hitzebelastung in Ortskernen, Schäden an Wegen, Feldern und Infrastruktur. Die Versuchung ist groß, vor allem technisch zu reagieren: mehr Rohre, mehr Becken, mehr Reparatur.

Das kann an manchen Stellen nötig sein. Aber es reicht nicht. Kommunen können viel mehr tun: Flächen entsiegeln, Regenwasser versickern lassen, Schwammstadt-Prinzipien umsetzen, Bäume pflanzen, Gewässer renaturieren, Auen freihalten, Bauleitplanung anders denken und landwirtschaftliche Betriebe in Wasserrückhalt einbinden.

Entscheidend ist der Blick vom einzelnen Grundstück zur ganzen Landschaft. Wasser hält sich nicht an Zuständigkeiten. Es fließt über Gemarkungsgrenzen, durch Gräben, Bäche, Wälder, Äcker und Siedlungen. Deshalb braucht es runde Tische, Wasserkonzepte und regionale Zusammenarbeit.

Gerade hier können Kommunen Brücken bauen: zwischen Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Forst, Naturschutz, Bürgern, Unternehmen und Verwaltung. Sie können Flächen sichern, Projekte anschieben, Fördermittel bündeln, Planungen anpassen und zeigen, dass Klimaanpassung ganz konkret vor Ort beginnt.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ zeigen wir: Kommunen können Knotenpunkte der Lösung sein. Nicht allein. Aber sie können Prozesse anstoßen und Wasser wieder zum Leitprinzip der Planung machen.

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Waldumbau ist auch Wassermanagement (9/12)

Waldumbau ist auch Wassermanagement (9/12)

Wenn Wälder unter Trockenheit leiden, sehen wir das oft erst spät: lichte Kronen, Borkenkäfer, vertrocknete Jungpflanzen, steigende Brandgefahr. Doch die Ursachen liegen tiefer.

Die Widerstandskraft eines Waldes hängt auch davon ab, wie er aufgebaut und bewirtschaftet wird. Monotone Bestände, verdichtete Böden, gestörte Wasserhaushalte und zu wenig Struktur erhöhen seine Anfälligkeit. Gleichzeitig setzt die Klimaänderung inzwischen selbst naturnahe und bisher robuste Wälder – etwa Buchenwälder – sichtbar unter Druck.

Genau deshalb ist Waldumbau nicht nur eine Frage der Baumarten. Er ist auch Wassermanagement. Mischwälder, mehr Struktur, Dauerwaldansätze, Bodenschutz, weniger Verdichtung, Totholz, Humusaufbau, gestufte Waldränder, Quellschutz und kleine Rückhaltestrukturen können helfen, Wasser länger im Wald zu halten.

Ein stabiler Wald ist keine Wasserfabrik, die unabhängig von allem funktioniert. Aber er kann Böden schützen, Wind bremsen, kühlen, Infiltration fördern und den Landschaftswasserhaushalt stärken. Und er steht nicht isoliert da. Der Wald hängt mit angrenzenden Äckern, Wiesen, Bächen, Wegen und Siedlungen zusammen.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ geht es deshalb nicht um Landwirtschaft oder Wald als getrennte Welten. Es geht um ganze Landschaften. Wenn wir Wasser halten wollen, müssen wir diese Zusammenhänge wieder ernst nehmen – von der Rückegasse bis zur Aue, vom Acker bis zum Dorf.

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Auen und Feuchtgebiete sind keine Restflächen (8/12)

Auen und Feuchtgebiete sind keine Restflächen (8/12)

Auen, Moore und Feuchtgebiete wurden lange als unproduktive Restflächen betrachtet: zu nass, zu unordentlich, schwer nutzbar. Also hat man sie entwässert, begradigt, eingedeicht, umgebrochen oder bebaut.

Heute sehen wir immer deutlicher, was dabei verloren gegangen ist. Diese Räume können Wasser speichern, Hochwasserspitzen dämpfen, Grundwasser speisen, Biodiversität tragen, Kohlenstoff binden und Landschaften kühlen. Gerade in Zeiten von Dürre und Starkregen sind sie keine Nebensache, sondern Sicherheitsräume.

Das heißt nicht, dass jede Fläche sofort aus der Nutzung genommen werden muss. Aber es heißt: Wir brauchen eine neue Wertschätzung für nasse, feuchte und dynamische Landschaftsteile. Wiedervernässung, Auenentwicklung, Pufferstreifen, Gewässerrandstreifen und Raum für Flüsse sind praktische Klimaanpassung.

Auch für die Landwirtschaft kann das eine Chance sein, wenn es fair gestaltet wird: mit Ausgleich, Beratung, neuen Nutzungsformen, Paludikulturen auf wiedervernässten Mooren, extensiver Beweidung, regionaler Wertschöpfung und klaren Regeln. Niemand sollte mit den Kosten allein gelassen werden, wenn die Gesellschaft von mehr Wasserrückhalt profitiert.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ zeigen wir: Wasser braucht Platz. Wenn wir ihm keinen Raum geben, nimmt es ihn sich bei Starkregen. Wenn wir ihm Raum geben, kann es uns durch Trockenzeiten helfen.

Das ist eine kommunale, landwirtschaftliche und politische Aufgabe zugleich.

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Drainagen, Gräben und begradigte Bäche: Wir haben Landschaften auf Abfluss gebaut (7/12)

Drainagen, Gräben und begradigte Bäche: Wir haben Landschaften auf Abfluss gebaut (7/12)

Über Jahrzehnte haben wir viele Landschaften darauf optimiert, Wasser möglichst schnell loszuwerden. Drainagen im Acker, tiefe Gräben, begradigte Bäche, befestigte Wege, Kanalisation, versiegelte Flächen. Was früher als Fortschritt galt, wird in Zeiten von Dürre und Starkregen zunehmend zum Risiko.

Denn Wasser, das im Winter oder nach Starkregen schnell aus der Fläche abgeführt wird, fehlt später im Boden, im Grundwasser, in den Pflanzen und in der Verdunstungskühlung. Gleichzeitig steigt bei Starkregen die Gefahr von Erosion und Hochwasser, weil das Wasser kaum gebremst wird.

Natürlich kann man nicht einfach jede Drainage kappen oder jeden Graben zuschütten. Landwirtschaft braucht befahrbare Flächen, Siedlungen brauchen Sicherheit, manche Standorte müssen entwässert werden. Aber wir müssen die Grundfrage neu stellen: Wo muss Wasser wirklich weg – und wo sollte es bleiben?

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ beschreiben wir viele Möglichkeiten: Abfluss bremsen, Gräben anders managen, Bäche wieder mäandrieren lassen, kleine Rückhalteräume schaffen, Wege entschärfen, Felder quer zum Gefälle strukturieren, Keyline-Prinzipien nutzen, Senken reaktivieren und Wasser in der Fläche verteilen.

Das ist keine romantische Rückkehr in eine Vergangenheit. Es ist moderne Klimaanpassung. Wir brauchen Landschaften, die nicht reflexartig entwässern, sondern klug unterscheiden: ableiten, wo es nötig ist – halten, wo es möglich ist.

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Starkregen ist kein Geschenk, wenn die Landschaft ihn nicht halten kann (6/12)

Starkregen ist kein Geschenk, wenn die Landschaft ihn nicht halten kann (6/12)

Nach Wochen der Trockenheit klingt Regen erst einmal wie Erlösung. Aber wenn er als Starkregen fällt, ist das Wasser oft schneller wieder weg, als es der Landschaft wirklich hilft.

Verdichtete, ausgetrocknete oder verschlämmte Böden nehmen Wasser schlecht auf. Begradigte Bäche, Gräben, Drainagen, versiegelte Flächen und steile Wege beschleunigen den Abfluss zusätzlich. Dann wird aus dringend benötigtem Regen Erosion, Schlamm, Hochwasser – und danach kommt erneut Trockenheit.

Genau deshalb gehören Dürre und Flut zusammen. Es sind nicht zwei getrennte Probleme, sondern oft zwei Folgen derselben Landschaftslogik: Wasser soll schnell weg. Das war lange ein Ziel von Planung, Landwirtschaft, Siedlungsbau und Gewässerausbau. Heute merken wir, wie verletzlich uns das macht.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ beschreiben wir deshalb viele Ansätze, um Wasser zu bremsen: humusreiche Böden, dauerhafte Bodenbedeckung, Querstrukturen, Hecken, Agroforst, Mulden, Retentionsflächen, Feuchtgebiete, Auen, kleine Rückhaltestrukturen und eine Bewirtschaftung quer zum Gefälle.

Das Prinzip ist einfach, die Umsetzung anspruchsvoll: Regen muss wieder Zeit bekommen. Zeit zum Versickern. Zeit, den Boden zu füllen. Zeit, Grundwasser zu speisen. Zeit, später über Pflanzen wieder zu kühlen.

Wir werden Starkregen nicht verhindern. Aber wir können entscheiden, ob Landschaften ihn nur ableiten – oder aufnehmen.

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Pflanzen sind Klimaanlagen (5/12)

Pflanzen sind Klimaanlagen (5/12)

Oft wird Vegetation in Trockenzeiten vor allem als Wasserverbraucher gesehen. Natürlich brauchen Pflanzen Wasser. Aber sie leisten gleichzeitig etwas, das wir viel zu selten mitdenken: Sie kühlen.

Durch Verdunstung wird Sonnenenergie in latente Wärme umgewandelt. Das heißt: Die Energie heizt nicht einfach Boden und Luft auf, sondern wird in den Wasserkreislauf gebracht. Eine grüne, gut wasserversorgte Landschaft fühlt sich deshalb völlig anders an als eine trockene, kahle oder versiegelte Fläche.

Bäume, Hecken, Wiesen, Zwischenfrüchte, Agroforststreifen und Wälder sind also nicht nur „Natur“. Sie sind Teil einer lebendigen Kühlungsstruktur. Sie bremsen Wind, spenden Schatten, erhöhen die Luftfeuchte, schützen Böden und schaffen Mikroklimate. Gerade für Landwirtschaft ist das entscheidend: Pflanzen können Pflanzen schützen.

Agroforst ist dafür ein gutes Beispiel. Gehölzstreifen in der Agrarlandschaft können Wind reduzieren, Verdunstungsverluste mindern, Tiere und Kulturen beschatten, Erosion bremsen und langfristig zusätzliche Erträge liefern. Auch Hecken, Baumreihen und vielfältige Feldränder sind keine Nostalgie, sondern praktische Klimaanpassung.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ zeigen wir: Klimaanpassung heißt nicht nur höhere Deiche, größere Rohre oder mehr Beregnung. Klimaanpassung heißt auch, Landschaften so zu gestalten, dass sie Wasser halten und sich selbst kühlen können.

Pflanzen sind dabei keine Dekoration. Sie sind Funktion.

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Nackter Boden ist eine offene Wunde (4/12)

Nackter Boden ist eine offene Wunde (4/12)

Ein unbedeckter Boden ist in heißen Sommern nicht einfach nur „frei“. Er ist ungeschützt. Er heizt sich stark auf, verliert Wasser, verschlämmt bei Starkregen schneller und bietet dem Bodenleben wenig Nahrung. Gerade in Zeiten von Trockenheit und Hitze wird das zu einem zentralen Problem.

Boden braucht Schutz – so wie unsere Haut. Pflanzenreste, Mulch, Zwischenfrüchte, Untersaaten und lebende Wurzeln beschatten die Oberfläche, füttern Bodenorganismen, verbessern die Krümelstruktur und helfen, Wasser im Boden zu halten. Je länger ein Boden im Jahr bedeckt und durchwurzelt ist, desto besser kann er mit Regen, Hitze und Trockenheit umgehen.

Das klingt vielleicht unspektakulär. Aber genau darin liegt die Kraft. Viele Lösungen gegen Dürre sind nicht spektakulär, sondern konsequent: Boden bedecken, Bodenleben fördern, Wurzeln wachsen lassen, Verdichtung vermeiden, Wasser nicht unnötig abführen.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ beschreiben wir, warum eine grüne, lebendige Landschaft anders mit Wasser umgeht als eine ausgeräumte, verdichtete und schnell abfließende. Eine Landschaft mit Pflanzen bremst Wind, schützt Böden, kühlt durch Verdunstung und hält Regen länger dort, wo er gebraucht wird.

Die Lösung beginnt nicht erst beim großen Infrastrukturprojekt. Sie beginnt oft mit einer einfachen Frage auf jedem Feld, an jedem Wegrand, in jeder Kommune: Ist der Boden bedeckt – oder ist er der Sonne, dem Wind und dem nächsten Starkregen schutzlos ausgeliefert?

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Landwirtschaft kann Wasser verlieren oder Wasser halten (3/12)

Landwirtschaft kann Wasser verlieren oder Wasser halten (3/12)

Landwirtschaft steht in Dürrejahren oft zuerst unter Druck. Kulturen leiden, Grünland wächst kaum nach, Futter wird knapp, Erträge brechen ein und Betriebe geraten wirtschaftlich in Bedrängnis. Das sollte niemand leichtfertig kommentieren.

Gleichzeitig bewirtschaftet die Landwirtschaft einen großen Teil unserer Landschaft. Und damit auch einen großen Teil unseres Wasserhaushalts. Auf jedem Acker, auf jeder Wiese entscheidet sich mit, ob Wasser versickert oder abfließt, ob der Boden bedeckt oder nackt ist, ob Wurzeln Poren schaffen, ob Humus aufgebaut oder abgebaut wird.

Das macht Landwirtschaft nicht zum Sündenbock. Im Gegenteil: Es macht sie zu einem der wichtigsten Hebel für Lösungen.

Regenerative Methoden können hier sehr konkret ansetzen: vielfältigere Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, Untersaaten, Mischkulturen, Agroforst, reduzierte Bodenbearbeitung, gezieltes Weidemanagement, mehr organische Substanz, mehr Dauerwurzeln und eine Bewirtschaftung, die Bodenleben und Wasseraufnahme in den Mittelpunkt stellt.

In unserem Buch „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ zeigen wir: Landwirtschaft ist nicht nur Opfer von Dürre und Hitze. Sie kann ein zentraler Teil der Antwort sein. Aber dafür braucht es Rahmenbedingungen, die diesen Weg ermöglichen: Beratung, Finanzierung, Risikoabfederung, faire Preise und eine Agrarpolitik, die Wasserhaltefähigkeit und Bodenaufbau wirklich honoriert.

Wenn wir über Dürre sprechen, müssen wir also auch über Landwirtschaft sprechen. Nicht gegen die Landwirte, sondern mit ihnen.

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Der wichtigste Wasserspeicher heißt Boden (2/12)

Der wichtigste Wasserspeicher heißt Boden (2/12)

Wenn wir über Dürre sprechen, denken viele zuerst an Stauseen, Brunnen, Bewässerung oder Wasserverbote. Alles wichtige Themen. Aber der größte und wichtigste Wasserspeicher unserer Kulturlandschaft liegt direkt unter unseren Füßen: der Boden.

Ein lebendiger, gut durchwurzelter und humusreicher Boden kann Regen aufnehmen wie ein Schwamm. Ein verdichteter, verarmter oder lange unbedeckter Boden kann das oft nicht mehr. Dann läuft Wasser oberflächlich ab, reißt Erde mit, füllt Gräben und Bäche – und fehlt später den Pflanzen.

Genau hier liegt eine enorme Chance für die Landwirtschaft. Nicht als Schuldzuweisung, sondern als Potenzial. Zwischenfrüchte, Untersaaten, vielfältige Fruchtfolgen, weniger intensive Bodenbearbeitung, Kompost, Mist, Mulch, Dauerbegrünung und mehr lebende Wurzeln im Boden sind keine kleinen Nebenthemen. Sie sind aktive Wasserpolitik auf dem Acker.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ beschreiben wir den Boden deshalb als Infrastruktur. Nicht aus Beton, sondern lebendig. Und diese Infrastruktur wurde über Jahrzehnte vielerorts geschwächt: durch Humusabbau, Verdichtung, Erosion, fehlende Bodenruhe und zu wenig Pflanzenvielfalt.

Die gute Nachricht: Boden kann sich erholen. Nicht von allein und nicht über Nacht. Aber mit konsequenter Bewirtschaftung, guter Beratung, passenden Förderungen und fairen Märkten kann Landwirtschaft wieder mehr Wasser in der Fläche halten. Das wäre nicht nur gut für den Boden. Es wäre gut für Erträge, Grundwasser, Klima, Biodiversität und die ganze Landschaft.

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Dürre ist kein Schicksal (1/12)

Dürre ist kein Schicksal (1/12)

Die Schlagzeilen sind voll von Trockenheit, Hitze und Ernteausfällen. Schnell heißt es dann: Der Klimawandel ist schuld.
Ja: Er verschärft die Lage. Aber er ist nicht die ganze Erklärung.

Denn ob Regen in einer Landschaft versickert oder oberflächlich abfließt, ob Böden Wasser speichern oder austrocknen, ob Pflanzen kühlen oder vertrocknen, hängt sehr stark davon ab, wie wir unsere Landschaften bewirtschaften. Dürre entsteht nicht nur am Himmel. Sie entsteht auch am Boden.

In unserem Buch „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ beschreiben wir genau diesen Zusammenhang: Humusverlust, Verdichtung, Drainagen, ausgeräumte Flächen, versiegelte Böden und beschleunigter Abfluss machen Landschaften verletzlicher.

Die gute Nachricht ist: Genau dort liegen auch viele Lösungen. Wir können Böden wieder aufbauen, Wasser bremsen, Vegetation zurückbringen, Landwirtschaft umbauen und Landschaften wieder kühlender und wasserspeichernder gestalten.

Nicht irgendwann. Sondern jetzt. Und nicht nur auf dem Papier.

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Neue Serie: Dürre ist kein Schicksal – wir haben Lösungen

Neue Serie: Dürre ist kein Schicksal – wir haben Lösungen

Die Bilder der letzten Wochen sind alarmierend: ausgetrocknete Böden, sinkende Erträge, gestresste Wälder, trockene Bäche und Flüsse. Vieles wird – zu Recht – mit dem Klimawandel erklärt.

Aber das ist nur ein Teil der Geschichte.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, warum Landschaften austrocknen – und vor allem, was wir dagegen tun können. Gemeinsam mit Ute Scheub habe ich dazu das Buch „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ geschrieben. Die zentrale Botschaft lautet: Wir sind der Entwicklung nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt Lösungen. Viele davon sind bekannt, wissenschaftlich gut belegt und können sofort umgesetzt werden.

In den nächsten Tagen möchte ich deshalb eine kleine Serie veröffentlichen. Es geht um die Ursachen von Dürre und Hitze, aber vor allem um konkrete Lösungsansätze: in der Landwirtschaft, im Wald, in unseren Flussauen, in Kommunen und letztlich in der Politik.

Denn Wasser ist kein Thema nur für Landwirte oder Förster. Es betrifft unsere Ernährung, unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft und unsere Zukunft. Es kostet anfangs Zeit und Geld, braucht die Offenheit und Bereitschaft von Politik, Kommunen, Landwirt:innen und Konsument:innen. Aber es spart uns – sofort und zukünftig – immense Kosten: Stichwort: technische Retentionsflächen oder Kosten von Überschwemmungen oder Dürren, als Beispiel.

Ich freue mich auf den Austausch – und vielleicht auch auf die eine oder andere kontroverse Diskussion. Denn eines ist klar: Wenn wir unsere Landschaften verändern, können wir auch ihre Zukunft verändern.

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Dürre gab es schon immer – aber war sie auch so heiß?

Dürre gab es schon immer – aber war sie auch so heiß?

Hungersteine an Elbe und Rhein erinnern eindrucksvoll daran, dass extreme Trockenheit in Mitteleuropa kein neues Phänomen ist. Rekonstruktionen zeigen immer wieder außergewöhnliche Dürrejahre, etwa 1540, 1616, 1718/19, 1842, 1865, 1893, 1921, 1947 oder 1976. Starke Dürren traten durchaus mehrmals pro Jahrhundert auf.

Auch am Rhein gab es immer wieder extreme Niedrigwasser. 1921 gehört beispielsweise zu den trockensten Jahren der rekonstruierten Zeitreihe. Die Aussage „So eine Trockenheit hat es früher nicht gegeben“ greift deshalb zu kurz.

Doch Trockenheit ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist die Hitze – und hier hat sich die Situation durch den menschengemachten Klimawandel deutlich verändert.

Die Dürre 2026 zeigt das eindrücklich. Große Teile Europas erleben außergewöhnliche Hitze und Trockenheit, Flüsse führen extremes Niedrigwasser und vielerorts brennen Wälder und Landschaften. Selbst im eigentlich feuchten Hohen Venn an der belgisch-deutschen Grenze brannten rund 3.000 Hektar – der größte Brand dieser Art in der Geschichte Belgiens.

Historische Dürren konnten hinsichtlich Wassermangel und Dauer durchaus mit heutigen Extremereignissen mithalten oder sie sogar übertreffen. Aber heute treffen solche Trockenperioden auf ein deutlich wärmeres Grundklima. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied.

Höhere Temperaturen erhöhen den Verdunstungsanspruch der Atmosphäre und damit den Wasserverlust von Böden und Vegetation. Trockene Böden verstärken wiederum die Hitze, weil weniger Energie in Verdunstung und mehr in die Erwärmung der Oberfläche fließt. Hitze und Trockenheit schaukeln sich gegenseitig hoch.

Studien zeigen entsprechend, dass kombinierte Hitze-Dürre-Ereignisse in Europa in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen haben. Seit Mitte der 1990er-Jahre sind Monate, die gleichzeitig heiß und trocken sind, wesentlich häufiger geworden. Der wesentliche Treiber dafür ist die Erwärmung.

Das macht auch 2026 außergewöhnlich. Nicht unbedingt, weil es eine solche Trockenheit in den vergangenen Jahrhunderten noch nie gegeben hätte. Sondern weil sie in einem durch den menschengemachten Klimawandel bereits deutlich erwärmten Europa stattfindet. Ohne diese Erwärmung wären die Temperaturen, die Verdunstung und damit auch viele der Auswirkungen erheblich geringer.

Dürre ist nicht neu. Aber die Dürre von heute ist heißer – im neuen Wording „heiße Dürre„. Und genau diese Kombination aus historisch immer wiederkehrender Trockenheit und menschengemachter Erwärmung macht die Situation zunehmend gefährlich – für Wälder, Moore, Landwirtschaft, Flüsse und unseren gesamten Landschaftswasserhaushalt.

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Einfache Stein-Dämme zum Rückhalt von Wasser in der Landschaft

Einfache Stein-Dämme zum Rückhalt von Wasser in der Landschaft

Spannende Untersuchung (bzw. Video-Dokumentation) aus einer Trockenregion der USA (Südwest Arizona). Dort hat ein Landwirt über 2.000 kleine und größere Steindämme in seinem Einzugsgebiet gebaut. Angefangen hat es mit einer nur kleinen Struktur, die die Erosion seines Fahrweges reduzieren sollte. Im Verlauf der nächsten Wochen und Monate stellte er fest, dass das Gras in den angrenzenden Bereichen deutlich grüner war. Daraufhin fing er damit an, an vielen Stellen solche durchlässigen „Querbauwerke“ mit wenig Aufwand zu bauen.

Eine Untersuchung der USGS brachte erstaunliche Ergebnisse zu Tage:

  • Die durchschnittliche Abflussrate bei Starkregenereignissen wurde um rund 50 % reduziert.
    Das Wasser schoss also nicht mehr so schnell durch das Einzugsgebiet, sondern wurde durch die vielen kleinen Strukturen immer wieder gebremst.
  • Der sommerliche Basisabfluss hielt drei bis vier Wochen länger an.
    Wasser, das sonst innerhalb kurzer Zeit abgeflossen wäre, blieb länger im Boden- und Gewässersystem und wurde verzögert wieder abgegeben.
  • Besonders überraschend: Insgesamt floss im behandelten Einzugsgebiet 28 % mehr Wasser bachabwärts als im benachbarten Vergleichsgebiet ohne Steindämme.
    Die Forschenden vermuten als wesentlichen Mechanismus, dass sich oberhalb des relativ undurchlässigen Grundgesteins oberflächennahe Wasserspeicher bildeten. Das zurückgehaltene und versickerte Wasser ging also nicht einfach „verloren“, sondern gelangte zeitverzögert wieder in den Bach.
  • Gleichzeitig wurden große Mengen Boden zurückgehalten: Modellierungen ergaben rund 200 Tonnen Sediment pro Jahr, die sich an den Strukturen ablagerten, statt aus dem Einzugsgebiet herausgespült zu werden.
    Dadurch entstanden wiederum bessere Bedingungen für Vegetation, die den Boden zusätzlich stabilisiert und den Wasserrückhalt weiter verstärkt.

Das Spannende daran ist weniger die einzelne Zahl – die Ergebnisse dieses Einzugsgebietes lassen sich natürlich nicht einfach auf andere Regionen übertragen – als das dahinterstehende Prinzip: Viele kleine, durchlässige Strukturen verändern den Weg und vor allem die Aufenthaltszeit des Wassers in der Landschaft.

Statt nach einem Starkregen schnell und erosiv abzufließen, wird das Wasser immer wieder gebremst, kann versickern, Boden und Sedimente auffüllen und anschließend über Tage und Wochen langsam wieder abgegeben werden.

Und genau hier sehe ich die Parallele zu unseren Bibern: Sie machen mit ihren kleinen Dämmen im Grunde etwas sehr Ähnliches. Nicht möglichst große Stauseen sind entscheidend, sondern viele kleine Strukturen, die den Abfluss bremsen und das Wasser wieder stärker mit Boden und Landschaft in Kontakt bringen.

Wir müssen das Wasser nicht einfach festhalten – wir müssen seinen Weg durch die Landschaft verlängern.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=c2tYI7jUdU0

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Roland Lenz // Vielfalt, Stabilität und Denken in Kreisläufen – auf dem Weg zur enkeltauglichen Landwirtschaft // Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2026

Roland Lenz // Vielfalt, Stabilität und Denken in Kreisläufen – auf dem Weg zur enkeltauglichen Landwirtschaft // Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2026

Ein Vortrag von Roland Lenz zum Thema „Vielfalt, Stabilität und Denken in Kreisläufen – auf dem Weg zur enkeltauglichen Landwirtschaft„. (https://youtu.be/2MYU-WZz4jk)

Symposium „Aufbauende Landwirtschaft“ 2026 – Treffpunkt für Vordenker und visionäre Praktiker in der Landwirtschaft — https://symposium.aufbauende-landwirtschaft.de/

Im Fokus des Symposiums standen Erfahrungsberichte von Landwirten, Gärtnerinnen und Beratern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die verschiedene Aspekte einer aufbauenden Landwirtschaft umsetzen.

Themen waren u.a.: Mischkulturen, Untersaaten und Zwischenfrüchte; Agroforstwirtschaft; pfluglose und Minimal-Bodenbearbeitung und Direktsaat; Kompostierung und Mulch; Immunsystem der Pflanzen, vitalisierende Blattspritzungen, Rotte-Steuerung und Effektive Mikroorganismen; Solidarische Landwirtschaft, Direkt-Vermarktung, regenerative Landwirtschaft; Gesundheit, Ernährung, Mikrobiom.

Blog:
www: https://www.aufbauende-landwirtschaft.de/blog
Facebook: https://www.facebook.com/aufbauendeLandwirtschaft/
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Linkedin: https://www.linkedin.com/in/stefan-schwarzer-aufbauende-landwirtschaft/recent-activity/all/
Youtube: https://www.youtube.com/aufbauendeLandwirtschaft/videos

Websites:
Aufbauende Landwirtschaft: https://www.aufbauende-landwirtschaft.de/
Symposium: https://symposium.aufbauende-landwirtschaft.de/
Webinare: https://webinar-aufbauende-landwirtschaft.de/
Mikrobiom-Symposium: https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de

Bücher:
„Gesundheit beginnt im Boden“ (2025): Amazon, Oekom
„Aufbäumen gegen die Dürre“ (2023): Amazon, Oekom
„Die Humusrevolution“ (2017): Amazon, Oekom

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Online-Infoabend „Was kann regenerative Landwirtschaft?“, 24.8.2026, Regenerate Forum & Soil to Soul

Online-Infoabend „Was kann regenerative Landwirtschaft?“, 24.8.2026, Regenerate Forum & Soil to Soul

Was bedeutet regenerative Landwirtschaft konkret? Regenerate Forum und Soil to Soul organisieren zusammen am 24.08.2026 einen kostenlosen Online-Abend. Dieser bietet einen verständlichen und praxisnahen Einstieg ins Thema und zeigt, warum gesunde Böden die Grundlage für Ertrag, Lebensmittelqualität und resiliente Betriebe sind.

Regenerative Landwirtschaft ist in aller Munde: In der Landwirtschaft, in der Gastronomie, in den Medien. Doch was steckt wirklich dahinter? Warum gewinnt das Thema gerade jetzt an Bedeutung, und was bedeutet es konkret für Anbau, Ernährung und Gesellschaft? An diesem kostenlosen Online-Abend bekommst du einen verständlichen, praxisnahen Einstieg. Du erfährst, wie regenerative Landwirtschaft funktioniert, welche Rolle ein gesunder Boden dabei spielt, als Grundlage für Ertrag, Geschmack und Resilienz. Und wie Betriebe diese Ansätze bereits heute erfolgreich umsetzen.

Ob du selbst Landwirt:in oder Gärtner:in bist, in der Gastronomie oder Lebensmittelverarbeitung arbeitest, studierst oder einfach verstehen willst, wie unser Ernährungssystem zukunftsfähig wird: Dieser Abend bringt Grundlagen, Praxis und Austausch zusammen: Kompakt in 100 Minuten, mit Raum für deine Fragen.

Details: Montag, 24. August 2026 | 19:30 Uhr | Online via Zoom | Teilnahmelink – kostenlos | Kontakt:
boden@regenerateforum.org

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Der Biber als Landschaftswasserbauer – was wir angesichts zunehmender Dürren von ihm lernen können

Der Biber als Landschaftswasserbauer – was wir angesichts zunehmender Dürren von ihm lernen können

Heute Morgen stand ich an unserem kleinen Bach – und war erschrocken. Ich hätte mir lange nicht vorstellen können, dass dieser Bach einmal austrocknen könnte. Sein Einzugsgebiet ist zwar klein, aber solange ich ihn kenne, führte er Wasser. Nach den außergewöhnlich trockenen vergangenen Monaten sind nun ganze Abschnitte trockengefallen.

Doch an manchen Stellen sieht es anders aus: Dort hat der Biber kleine Dämme gebaut. Hinter ihnen steht noch Wasser. Was bislang vielleicht wie eine nette ökologische Besonderheit erschien, bekommt angesichts zunehmender Dürren eine ganz andere Bedeutung. Für Fische, Amphibien, Libellenlarven und viele andere Wasserorganismen können diese Bereiche zu Überlebensinseln werden. Während das frei fließende Gewässer bereits trockenfällt, bleiben hinter den Dämmen Rückzugsräume erhalten.

Doch der Biber hält nicht nur sichtbar Wasser zurück. Er verändert den Wasserhaushalt des gesamten Bachabschnitts: Das Wasser fließt langsamer ab, breitet sich seitlich aus und hat mehr Zeit, in Bachbett und Ufer zu versickern. Der oberflächennahe Grundwasserspiegel kann steigen, angrenzende Böden bleiben länger feucht. Eine globale Auswertung von 267 wissenschaftlichen Studien zeigt, wie deutlich dieser Effekt ist: Von 44 Untersuchungen zum Wasserrückhalt fanden 42 eine Zunahme der Wasserspeicherung durch Biberaktivität.

Das eigentlich Spannende daran: Der Biber macht ziemlich genau das Gegenteil von dem, was wir Menschen über Generationen getan haben. Wir haben Bäche begradigt und eingetieft, Feuchtgebiete trockengelegt, Flächen drainiert und Gräben gezogen – mit dem Ziel, Wasser möglichst schnell aus der Landschaft abzuleiten. Der Biber bremst das Wasser. Er hält es zurück. Er hebt Wasserstände an. Er verbindet Bach und Aue wieder miteinander.

Und genau diese Funktionen werden in einer zunehmend von Dürre, Hitze und Starkregen geprägten Landschaft immer wertvoller. Dabei geht es nicht nur um Wasserrückhalt. Biber schaffen ein Mosaik aus Teichen, Feuchtflächen, Flachwasser, Totholz und fließenden Bereichen. Sedimente werden zurückgehalten, Nährstoffe umgesetzt und Abflussspitzen können gedämpft werden. Der Biber ist damit ein regelrechter Landschaftswasserbauer.

Für die Landwirtschaft entsteht allerdings ein Zielkonflikt. Ein höherer Wasserstand kann Drainagen beeinträchtigen, Wiesen vernässen und Äcker schlechter befahrbar machen. Was für die Landschaft ein Gewinn ist, kann für den einzelnen Betrieb einen realen wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Deshalb dürfen wir die gesellschaftlich erwünschten Leistungen des Bibers nicht auf Kosten einzelner Landwirte bekommen. Wenn Flächen weniger nutzbar werden, während die Allgemeinheit von Wasserrückhalt, Hochwasserschutz, Kühlung und Biodiversität profitiert, müssen Nutzungsverzicht und Schäden angemessen ausgeglichen werden. Dazu gehören Gewässer- und Auenkorridore, Flächenankauf oder -tausch und unbürokratische Entschädigungen – ebenso wie pragmatisches Bibermanagement dort, wo Gebäude oder Infrastruktur gefährdet sind.

Natürlich löst der Biber unser Wasserproblem nicht. Seine Dämme können auch Nachteile haben, etwa Wanderungen bestimmter Fischarten erschweren oder Flächen unerwünscht vernässen. Doch die Rahmenbedingungen verändern sich. Solange Wasser im Überfluss vorhanden war, konnte ein vernässter Hektar vor allem als Schaden erscheinen. Wenn aber selbst Bäche, die bislang ganzjährig Wasser führten, trockenfallen, bekommt derselbe Hektar Feuchtgebiet einen anderen Wert: als Wasserspeicher, Dürrepuffer, Lebensraum, Rückzugsgebiet und Kühlungsraum.

Mein Blick heute Morgen in das trockene Bachbett und auf die wassergefüllten Bereiche hinter den Biberdämmen hat mir das sehr unmittelbar vor Augen geführt. Während wir noch darüber diskutieren, wie wir Wasser künftig länger in unseren Landschaften halten können, ist der Biber längst dabei, genau das zu tun.

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Landschaften gegen die Dürre – Stalins „Großer Plan zur Umwandlung der Natur“ und seine Lehren für heute

Landschaften gegen die Dürre – Stalins „Großer Plan zur Umwandlung der Natur“ und seine Lehren für heute

Ich habe immer wieder Geschichten und Zahlen zu Stalin’s großen Wiederaufforstungsprojekten in der UdSSR bzw. in der Ukraine gehört, und wie dies beigetragen hat u.a. den Grundwasserspiegel wieder anzuheben. Ich habe nun mal versucht, Informationen und Daten zusammen zu tragen. Diese sind aus heutiger Perspektive – Stichwort Dürre und fallende Grundwasserstände – sehr interessant. Auch hier könnten – wir mal wieder – aus der Geschichte lernen, wenn wir den wollten.

In diesem Dokument hier habe ich die Informationen in detaillierter Form zusammen getragen. Es lohnt sich – wirklich !! – diese zu lesen.

Für die, die nicht so viel Zeit investieren wollen, hier eine Zusammenfassung:

Der sogenannte „Große Plan zur Umwandlung der Natur“, den die Sowjetunion 1948 unter Josef Stalin beschloss, knüpfte an eine deutlich ältere Tradition des Schutzwaldbaus in den Steppen- und Waldsteppengebieten an. Bereits im 19. Jahrhundert hatten Forscher wie Vasyl Dokutschaev und Yurii Wyssozkyj untersucht, wie Baum- und Heckenstreifen Wind bremsen, Erosion vermindern, Schnee zurückhalten und den Bodenwasserhaushalt verbessern können. In den 1930er Jahren wurden diese Ansätze angesichts wiederkehrender Dürren, Staubstürme und Ernteausfälle staatlich ausgeweitet. Zwischen 1931 und 1941 entstanden in der Sowjetunion Hunderttausende Hektar Schutzpflanzungen. Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung; die schwere Dürre von 1946 und die anschließende Hungersnot verstärkten jedoch den politischen Druck, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen.

Der 1948 verabschiedete „Große Plan zur Umwandlung der Natur“ war dabei weit mehr als ein Aufforstungsprogramm. Vorgesehen war ein integriertes Landschaftssystem aus acht großen staatlichen Schutzwaldgürteln, einem wesentlich dichteren Netz von Feldschutzstreifen auf Kolchos- und Sowchosflächen, Gras-Feld-Fruchtfolgen sowie rund 44.000 Teichen und kleineren Wasserspeichern. Die Schutzpflanzungen sollten heiße, trockene Winde abschwächen, Schnee auf den Feldern halten, Erosion reduzieren und die Wasserversorgung der Kulturen verbessern. Für die acht großen staatlichen Waldgürtel waren rund 117.900 Hektar vorgesehen; wesentlich umfangreicher waren die geplanten Feldschutzpflanzungen auf mehreren Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche.
Historische Berichte beschrieben teils sehr hohe Ertragssteigerungen auf geschützten Feldern, besonders in Dürrejahren. Neuere Untersuchungen bestätigen positive Effekte von Schutzwaldsystemen, allerdings meist in moderateren Größenordnungen. Gut belegt sind vor allem geringere Windgeschwindigkeit, weniger Erosion, veränderte Schneeverteilung, geringerer Oberflächenabfluss und eine günstigere Bodenfeuchte. Die Wirkung auf das Grundwasser ist komplexer: Schutzwaldstreifen, Bodenbedeckung und Bodenstruktur beeinflussen Infiltration, Verdunstung, Tiefenperkolation und damit grundsätzlich auch die Grundwasserneubildung. Ob daraus tatsächlich höhere Grundwasserstände entstehen, hängt jedoch stark von Klima, Relief, Boden, Untergrund und Vegetation ab.

Der Plan war zugleich von erheblichen Problemen geprägt. Politischer Druck, mangelnde Pflege, ungeeignete Standorte führten vielerorts zu hohen Ausfällen. Auch hydrologische Fehlplanungen konnten Vernässungen verursachen. Nach Stalins Tod 1953 endete das Programm als geschlossenes politisches Großprojekt, einzelne Elemente wurden jedoch weitergeführt; die acht großen staatlichen Schutzwaldgürtel wurden erst 1972 vollständig fertiggestellt. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieben Windschutzstreifen ein wichtiger Bestandteil der Agrarlandschaften der Sowjetunion.

Aus heutiger Sicht liegt die besondere Bedeutung dieses historischen Großversuchs weniger in seiner politischen Idee einer „Umgestaltung der Natur“ als in seinem systemischen Verständnis von Landschaft. Dürre, Erosion und Wasserverlust wurden als miteinander verbundene Probleme betrachtet, denen mit Gehölzen, Bodenbedeckung, Fruchtfolgen und Wasserrückhalt gemeinsam begegnet werden sollte. Angesichts zunehmender Trockenperioden, degradierter Böden und jahrzehntelang entwässerter Landschaften ist dieser Ansatz erneut hochaktuell: Wasser länger in Boden und Landschaft halten, Abfluss und Erosion bremsen und Landbewirtschaftung stärker als Gestaltung eines funktionierenden Landschaftswasserhaushalts verstehen.

Dokument: https://aufbauende-landwirtschaft.de/wp-content/uploads/2026/08/Landschaften-gegen-die-Duerre.-Stalins-„Grosser-Plan-zur-Umwandlung-der-Natur-und-seine-Lehren-fuer-heute.pdf

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