Jeder Tropfen zählt: Wege zur Wassersicherheit

Deutschland hat genug Regen. Doch unsere Böden können Wasser zunehmend schlechter speichern. Eine gemeinsame Studie von NABU und BCG zeigt, welche Lösungen die Natur für den Wassermangel bietet.

Die Folgen sind sowohl sichtbar als auch schleichend und versteckt. Bereits heute könnten die jährlichen Schäden durch Überschwemmungen, Dürren und Wasserverschmutzung bei rund 10 bis 15 Milliarden Euro liegen. Hinzu kommen langfristige Risiken: Die schrittweise Erschöpfung der Grundwasservorkommen, wachsende regionale Ungleichgewichte zwischen Dargebot und Nachfrage sowie der zunehmende Wettbewerb um knappe Wasserressourcen könnten bis 2050 zusätzliche jährliche Schäden von mindestens 10 Milliarden Euro verursachen – unter verschärften Annahmen sogar bis zu 25 Milliarden Euro. Die Kosten der Untätigkeit könnten sich daher auf mindestens 20 bis 25 Milliarden Euro pro Jahr oder mindestens 500 bis 625 Milliarden Euro bis 2050 belaufen — eine erhebliche Belastung für Wirtschaft, Umwelt und die langfristige Resilienz Deutschlands. […]

Unsere Analyse zeigt, dass Regenerative Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Dynamische Drainage die größte kombinierte Hebelwirkung haben und durch verbesserte Infiltration in den Boden, erhöhte Wasserhaltefähigkeit und Grundwasserneubildung der Wasserbilanz jährlich etwa 7 bis 7,5 Milliarden Kubikmeter zusätzliches Wasser zuführen — genug, um das derzeitige Wasserspeicherdefizit in Deutschland schrittweise zu schließen. […]

Diejenigen, die am besten in der Lage sind, die Wasserverfügbarkeit im ökologischen Kontext wiederherzustellen, wie Landwirte und Waldbesitzer, verfügen häufig weder über ausreichende Anreize noch über das notwendige Kapital, während diejenigen, die am stärksten von der Wasserversorgungssicherheit abhängig sind, darunter Industrie und Versorgungsunternehmen, bislang nur selten in deren Erhalt mitinvestieren. […]

Um diese Lücke zu schließen, sind finanzielle und politische Mechanismen erforderlich, die Wasser als strategische und systemrelevante Ressource behandeln. Die Umleitung von Infrastrukturmitteln in die Wasserresilienz, die Harmonisierung von Preisen, Anreizen und Regulierungen sowie die Schaffung von Wasser- oder Naturkrediten, die messbare Verbesserungen bei der Speicherung, Neubildung und Qualität belohnen, werden dabei eine zentrale Rolle spielen.

https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/landwirtschaft/36859.html

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