Landwirtschaft kann Wasser verlieren oder Wasser halten (3/12)

Landwirtschaft steht in Dürrejahren oft zuerst unter Druck. Kulturen leiden, Grünland wächst kaum nach, Futter wird knapp, Erträge brechen ein und Betriebe geraten wirtschaftlich in Bedrängnis. Das sollte niemand leichtfertig kommentieren.

Gleichzeitig bewirtschaftet die Landwirtschaft einen großen Teil unserer Landschaft. Und damit auch einen großen Teil unseres Wasserhaushalts. Auf jedem Acker, auf jeder Wiese entscheidet sich mit, ob Wasser versickert oder abfließt, ob der Boden bedeckt oder nackt ist, ob Wurzeln Poren schaffen, ob Humus aufgebaut oder abgebaut wird.

Das macht Landwirtschaft nicht zum Sündenbock. Im Gegenteil: Es macht sie zu einem der wichtigsten Hebel für Lösungen.

Regenerative Methoden können hier sehr konkret ansetzen: vielfältigere Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, Untersaaten, Mischkulturen, Agroforst, reduzierte Bodenbearbeitung, gezieltes Weidemanagement, mehr organische Substanz, mehr Dauerwurzeln und eine Bewirtschaftung, die Bodenleben und Wasseraufnahme in den Mittelpunkt stellt.

In unserem Buch „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ zeigen wir: Landwirtschaft ist nicht nur Opfer von Dürre und Hitze. Sie kann ein zentraler Teil der Antwort sein. Aber dafür braucht es Rahmenbedingungen, die diesen Weg ermöglichen: Beratung, Finanzierung, Risikoabfederung, faire Preise und eine Agrarpolitik, die Wasserhaltefähigkeit und Bodenaufbau wirklich honoriert.

Wenn wir über Dürre sprechen, müssen wir also auch über Landwirtschaft sprechen. Nicht gegen die Landwirte, sondern mit ihnen.

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