Ganz wichtige Studie – Dauerhaftigkeit wird belohnt, kurze Untersuchungen/Aussagen sind ungenügend:
Eine neu erschienene Studie wertet als sogenannte Meta-Analyse zweiter Ordnung 184 Meta-Analysen mit über 6.700 Effektgrößen aus und umfasst Daten aus bis zu 120 Jahren Forschung . Untersucht wird, wie sich landwirtschaftliche Diversifizierung – etwa durch Fruchtfolgen, Agroforst, organische Düngung oder Landschaftselemente – langfristig auf ökologische und ökonomische Parameter auswirkt.
Das zentrale Ergebnis ist eindeutig: Diversifizierung führt im Zeitverlauf zu deutlichen Verbesserungen zentraler Ökosystemleistungen. Besonders stark steigen Biodiversität, Bestäubung, Bodenfruchtbarkeit, Nährstoffkreisläufe und Kohlenstoffspeicherung. Auch die wirtschaftliche Profitabilität nimmt deutlich zu – in der Größenordnung von bis zu knapp 190 % nach etwa 20 Jahren.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Erträge langfristig weitgehend stabil bleiben. Sie steigen nicht signifikant an, fallen aber auch nicht systematisch ab. Damit wird ein häufig angenommenes Spannungsfeld relativiert: Diversifizierte Systeme können die Produktion aufrechterhalten, während sich ökologische Funktionen deutlich verbessern.
Interessant ist die zeitliche Dynamik: In den ersten Jahrzehnten treten häufig „Win-Win“-Situationen auf, bei denen sowohl Erträge als auch Ökosystemleistungen profitieren. Mit zunehmender Dauer verschiebt sich dies teilweise in Richtung stabiler Erträge bei weiter steigenden Umweltleistungen und höherer ökonomischer Resilienz. Einige Effekte, etwa bei der Schädlingsregulation, bleiben komplex und nicht eindeutig.Ein entscheidender Befund ist, dass kurzfristige Studien die Wirkung von Diversifizierung deutlich unterschätzen. Viele positive Effekte entfalten sich erst über längere Zeiträume. Insgesamt zeigt die Studie klar, dass landwirtschaftliche Diversifizierung ein zentraler Hebel für eine langfristig produktive, wirtschaftlich tragfähige und ökologisch regenerative Landwirtschaft ist.
Studie: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12847752/

