Mehr Vielfalt auf dem Acker stärkt natürliche Schädlingskontrolle

Eine neue Studie in Science Advances zeigt eindrucksvoll: Mehr Pflanzenvielfalt kann das ökologische Gleichgewicht im Acker zugunsten der natürlichen Gegenspieler von Schädlingen verschieben.

Die Forschenden werteten 149 Feldstudien aus 27 Ländern und fünf Kontinenten aus, darunter 104 Studien aus dem Ackerbau. Untersucht wurde das Zusammenspiel von Pflanzen, pflanzenfressenden Wirbellosen und deren natürlichen Gegenspielern – etwa Kulturpflanze, Blattlaus und Marienkäfer oder Schlupfwespe.

Mit zunehmender Pflanzenvielfalt stieg das Verhältnis von natürlichen Gegenspielern zu Pflanzenfressern im ökologischen Ackerbau um 846 %, im konventionellen Ackerbau um 148 %. Wichtig: Das bedeutet nicht achtmal mehr Nützlinge, sondern eine starke Verschiebung des Verhältnisses von Nützlingen zu Pflanzenfressern.

Die Ergebnisse sprechen für eine sogenannte Top-down-Regulation: Vielfältigere Pflanzenbestände schaffen bessere Bedingungen für Räuber und Parasitoide, die wiederum potenzielle Schädlinge stärker in Schach halten können. Dazu tragen komplexere Lebensräume, zusätzliche Nahrungsquellen und weitere Wechselwirkungen im Nahrungsnetz bei.

Bemerkenswert ist, dass dieser Zusammenhang sowohl im ökologischen als auch im konventionellen Ackerbau gefunden wurde – wenn auch deutlich stärker im Ökolandbau. Pflanzenvielfalt könnte damit auch im integrierten Pflanzenschutz eine wichtige Rolle spielen.

Die vielleicht wichtigste Botschaft lautet deshalb: Biodiversität ist nicht nur eine Naturschutzleistung, sondern kann eine produktive Funktion im Agrarsystem übernehmen. Mehr Pflanzenvielfalt kann ökologische Regulationsprozesse stärken und damit dazu beitragen, Schädlingsdruck vorbeugend zu reduzieren.

Studie: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.aeb8680

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