Nackter Boden ist eine offene Wunde (4/12)

Ein unbedeckter Boden ist in heißen Sommern nicht einfach nur „frei“. Er ist ungeschützt. Er heizt sich stark auf, verliert Wasser, verschlämmt bei Starkregen schneller und bietet dem Bodenleben wenig Nahrung. Gerade in Zeiten von Trockenheit und Hitze wird das zu einem zentralen Problem.

Boden braucht Schutz – so wie unsere Haut. Pflanzenreste, Mulch, Zwischenfrüchte, Untersaaten und lebende Wurzeln beschatten die Oberfläche, füttern Bodenorganismen, verbessern die Krümelstruktur und helfen, Wasser im Boden zu halten. Je länger ein Boden im Jahr bedeckt und durchwurzelt ist, desto besser kann er mit Regen, Hitze und Trockenheit umgehen.

Das klingt vielleicht unspektakulär. Aber genau darin liegt die Kraft. Viele Lösungen gegen Dürre sind nicht spektakulär, sondern konsequent: Boden bedecken, Bodenleben fördern, Wurzeln wachsen lassen, Verdichtung vermeiden, Wasser nicht unnötig abführen.

In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ beschreiben wir, warum eine grüne, lebendige Landschaft anders mit Wasser umgeht als eine ausgeräumte, verdichtete und schnell abfließende. Eine Landschaft mit Pflanzen bremst Wind, schützt Böden, kühlt durch Verdunstung und hält Regen länger dort, wo er gebraucht wird.

Die Lösung beginnt nicht erst beim großen Infrastrukturprojekt. Sie beginnt oft mit einer einfachen Frage auf jedem Feld, an jedem Wegrand, in jeder Kommune: Ist der Boden bedeckt – oder ist er der Sonne, dem Wind und dem nächsten Starkregen schutzlos ausgeliefert?

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