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Ludwig Pertl mit dem Deutschen Waldpreis Kategorie »Nachhaltigkeit« ausgezeichnet

Ludwig Pertl mit dem Deutschen Waldpreis Kategorie »Nachhaltigkeit« ausgezeichnet

Ludwig Pertl hat am Montag den Deutschen Waldpreis in der Sonderkategorie »Nachhaltigkeit« gewonnen. Herzlichen Glückwunsch, das freut mich sehr. Ludwig ist bei uns in der laufenden Webinar-Reihe dabei und kommt auch zum Symposium »Aufbauende Landwirtschaft« Ende Januar 2022.

Ich habe ihn und ein Paar seiner Projekte am Montag besucht. Sehr faszinierend. Wie verwandel ich Fichtenforste in vielfältige Dauerwälder? Zentraler Ansatzpunkt für ihn der Boden bzw. Bodenaufbau. Dafür braucht es Dienstleister, die im Fichtenforst schon mal anfangen, Fuß zu fassen (siehe Foto), und schnell wachsen können, wenn die Fichten weg sind. Und natürlich Vielfalt, mit einer großen Zahl standort-angepasster Arten.

Ludwig Pertl war von 1977 bis 2017 als Revierförster in Kaufering am Lech tätig wo er nadelholzreiche Wälder in zukunftsfähige, angepasste, laubholzreiche Dauerwälder transformierte. Besonders liegt ihm der Waldboden am Herzen, nach dem Motto: »Ohne einen gesunden Boden gibt es auch keinen gesunden Wald«. Seit 2017 ist Kaufering der Deutsche Partner beim EU-Projekt Links4Soils im Rahmen der europäischen territorialen Zusammenarbeit (INTERREG), für dessen Management Ludwig Pertl mitverantwortlich ist. Gegenwärtig ist er am Folgeprojekt Life Future Forest beteiligt, um die Projektziele vollständig zu realisieren. Er gewann 2021 den »Deutschen Waldpreis« in der Sonderkategorie »Naturschutz«.

 

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Agroforst-Systeme zur Wertholzerzeugung

Agroforst-Systeme zur Wertholzerzeugung

Informative Broschüre zum Thema Agroforstwirtschaft. Mit einigen Beispielen und guten Fragen und Antworten, wie kritische Landwirte sie stellen.

z.B. die immer wieder kehrende Frage nach der Wurzelkonkurrenz: »Die Baumwurzeln sollten keine Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser für die landwirtschaftliche Kultur darstellen. Durch regelmäßig stattfindende Bodenbearbeitung (Pflügen bis dicht an den Stamm), die bereits in jungen Jahren stattfinden sollte, orientieren sich die Baumwurzeln in die Tiefe (Ong et al., 1991). In späteren Jahren wird durch die Bodenbearbeitung nur noch der Feinwurzelanteil im Oberboden reduziert. Ihren Wasser- und Nährstoff- bedarf decken die (Grob-)Wurzeln aus tieferen Bodenschichten, die für die landwirtschaftliche Kultur nicht zu erreichen sind.«

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Artikel: Agroforstsysteme der gemäßigten Breiten bieten einen größeren Bestäubungsdienst als Monokulturen

Artikel: Agroforstsysteme der gemäßigten Breiten bieten einen größeren Bestäubungsdienst als Monokulturen

Überraschend sind diese Ergebnisse nicht: Klar, die Integration von Bäumen in Aecker und Wiesen fördert die Artenvielfalt. Aber doch interessant, welchen Unterschied es machen kann – obwohl ich den durchaus auch höher eingeschätzt hätte. Hier eine Untersuchung aus England, auf ökologischen Flächen: »Wir fanden heraus, dass Agroforstsysteme (AF) in gemäßigten Klimazonen einen größeren Bestäubungsdienst bieten können als Monokulturen (MK): Bei AF-Systemen gab es doppelt so viele Einzelbienen und Schwebfliegen und in AF-Ackersystemen 2,4-mal mehr Hummeln als bei MK. Bei AF wurde in einem der beiden Jahre auch 4,5-mal mehr Saatgut gesetzt als bei MK. Bei 40 % der standortbezogenen Stichprobeneinheiten pro Jahr war der Artenreichtum der Solitärbienen bei AF durchschnittlich 10,5-mal höher.«

Quelle: »Temperate agroforestry systems provide greater pollination service than monoculture«

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Artikel: Besserer Wein unter Pinien. Weinanbau und Agroforstwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

Artikel: Besserer Wein unter Pinien. Weinanbau und Agroforstwirtschaft in Zeiten des Klimawandels

»Better wines among the pines«: Der Klimawandel wirkt sich weltweit auf das Wachstum von Trauben aus, die bei der Weinherstellung verwendet werden, und führt dazu, dass sie zu früh reifen, was die Qualität und den Charakter des Produkts verändert; neue Forschungen in der globalen Heimat des Weins legen jedoch nahe, dass Bäume den Winzern bei der Anpassung helfen können. In Südfrankreich werden zwischen den Baumreihen lange Reihen mit Weintrauben angebaut, die Schatten spenden und andere mikroklimatische Vorteile bieten, die dazu führen, dass die Trauben mehrere Wochen später reifen als in den umliegenden Gebieten, was zu qualitativ höherwertigem Wein führt. Weitere Vorteile sind eine erhöhte Toleranz der Reben gegenüber Hitze und Frost sowie die Beherbergung von Nützlingspopulationen.

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