blühstreifen

Blühstreifen wirken – aber vor allem lokal

Blühstreifen wirken – aber vor allem lokal

Blühstreifen gelten als einfache Maßnahme, um Biodiversität in Agrarlandschaften zu fördern. Der neue Abschlussbericht des NaPA-Projekts zeigt auf 19 konventionellen und ökologischen Betrieben, dass sie tatsächlich etwas bewirken – allerdings mit wichtigen Einschränkungen.

Das deutlichste Ergebnis betrifft die Insektenbiomasse: Über alle Messpunkte von 0 bis 100 Meter Entfernung gemittelt lag sie auf Äckern mit Blühstreifen rund 50 % höher. Der Effekt war jedoch unmittelbar am Blühstreifen am stärksten und nahm mit zunehmender Entfernung deutlich ab. Auch bei der Artenvielfalt zeigte sich ein positiver Trend: Direkt am Blühstreifen wurden im Mittel 159 Insektenarten gegenüber 126 Arten an Feldrändern ohne Blühstreifen gefunden – rund 26 % mehr. Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den Betrieben war dieser Effekt allerdings statistisch nicht abgesichert.

Auch Laufkäfer, Spinnen und andere räuberische Arthropoden sowie Springschwänze und Milben im Boden profitierten – wiederum besonders unmittelbar am Blühstreifen. Die zentrale Erkenntnis des Berichts lautet daher: Blühstreifen wirken vor allem lokal, etwa in den ersten 0–10 Metern. Tief im Acker sind viele Effekte nur noch gering oder nicht mehr nachweisbar.

Eine wichtige Einschränkung: Einjährige, überjährige und mehrjährige Blühflächen wurden nicht getrennt ausgewertet. Dabei bezeichnet der Bericht mehrjährige, möglichst regionale Mischungen als ökologisch wertvollste Variante.

Und ob Blühstreifen über Bestäubung oder natürliche Schädlingsregulation auch Erträge erhöhen oder Pflanzenschutz einsparen, wurde nicht untersucht.

Fazit: Blühstreifen sind ein wirksamer Baustein für mehr Biodiversität – aber kein Ersatz für eine vielfältige Agrarlandschaft. Neben der Fläche dürfte entscheidend sein, wie dauerhaft, hochwertig und räumlich verteilt solche Strukturen sind.

Publikation: https://www.naturpositiv.de/sites/g/files/kgtney1701/files/media/document/2026/06/22/NaPA_Abschlussbericht_06_2026%20%282%29.pdf

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