Die 2026 in Plant and Soil veröffentlichte Studie ist eine umfassende Übersichtsarbeit zum Zusammenhang zwischen Bodengesundheit, Nährstoffaufnahme der Pflanzen und menschlicher Ernährung.
Die zentrale Aussage: Die Qualität unserer Lebensmittel beginnt im Boden. Ein gesunder Boden stellt Pflanzen nicht nur Nährstoffe bereit, sondern beeinflusst über Bodenstruktur, organische Substanz, pH-Wert und insbesondere das Bodenmikrobiom, wie gut Pflanzen Mineralstoffe aufnehmen können. Bakterien und Mykorrhizapilze spielen dabei eine wichtige Rolle, weil sie beispielsweise Phosphor, Eisen oder Zink mobilisieren und für Pflanzen verfügbar machen.
Umgekehrt können degradierte Böden unmittelbar zu nährstoffärmeren Lebensmitteln beitragen. Die Autoren verweisen beispielsweise darauf, dass die Konzentrationen wichtiger Mikronährstoffe wie Eisen und Zink in Getreide in den vergangenen 50 Jahren teilweise um 5–40 % zurückgegangen sind. Besonders in Regionen mit verbreitetem Zink-, Eisen- oder Selenmangel im Boden lässt sich dieser Mangel bis in die menschliche Ernährung und Gesundheit verfolgen.
Als Lösungsansätze diskutiert die Studie unter anderem organische Düngung, vielfältigere Fruchtfolgen, eine gezieltere Nährstoffversorgung, Förderung des Bodenlebens und Biofortifikation. Entscheidend sei, Bodengesundheit und Ernährungsqualität nicht getrennt voneinander zu betrachten.
Kurz gesagt: Die Studie untermauert wissenschaftlich die Kette gesunder Boden → funktionierendes Bodenmikrobiom → bessere Nährstoffversorgung der Pflanze → nährstoffreichere Lebensmittel → menschliche Gesundheit. Sie macht allerdings auch deutlich, dass diese Zusammenhänge komplex sind und nicht allein vom Boden abhängen – Pflanzensorte, Klima und Bewirtschaftung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Publikation: https://link.springer.com/article/10.1007/s11104-026-08489-5
