bodenverdichtung

Bodenverdichtung durch schwere Maschinen

Bodenverdichtung durch schwere Maschinen

Die Radlast ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gestiegen. Gleichzeitig gab es wichtige Fortschritte in der Reifentechnologie, sodass Landwirtinnen und Landwirte ihre Felder nun mit geringeren Reifendrücken befahren können. So vergrößert sich die Aufstandsfläche der Räder und die Last wird besser verteilt. Die Belastung reicht dann nicht mehr so weit in den Unterboden hinein. (Gleichzeitig sind die Maschinen aber deutlich schwerer geworden und fahren schneller.)

Auch die Häufigkeit der Befahrung wirkt sich auf die Bodenverdichtung aus. Generell gilt: je öfter ein Boden befahren wird, desto größer ist der Verlust an Bodenfunktionen. Dabei verursacht die erste Befahrung zumeist die stärkste Veränderung.

Die Grafik zeigt die summierten Radlasten und weist auf dass besonders die Vorgewende und Fahrgassen stark belastet werden. Jeder Teil des Feldes wird mindestens einmal überrollt (Grafik unten).

So können Landwirtinnen und Landwirte ihre Böden vor schädlicher Bodenverdichtung schützen:

  • Zwischenfrüchte anbauen. Zwischenfrüchte halten den Boden zwischen den Hauptkulturen bedeckt. Ihre Wurzeln lockern den Boden und stabilisieren die Bodenstruktur. So sind die Böden weniger anfällig für Verdichtung, Erosion und Verschlämmung.
  • Böden schonend bearbeiten. Schonende Bearbeitung lockert den Boden nur oberflächlich und erhält dessen Struktur. Pflanzenreste verbleiben größtenteils als Mulch an der Oberfläche, wodurch die Tragfähigkeit erhalten und Bodenverdichtung reduziert wird.
  • Maschinennutzung flexibler gestalten. Werden Landmaschinen, die sich mehrere Betriebe teilen, nur zu 80 statt zu 100 Prozent verplant, können Landwirt*innen flexibler auf Wetteränderungen reagieren. So können sie etwa bei nassen Bedingungen die Befahrung auf einen anderen Tag verschieben.
  • Güllefässer am Feldrand lagern. Wird die Gülle vom Feldrand über Schläuche zum Fahrzeug geleitet, muss der schwere Tankwagen nicht über das Feld fahren. So schützt die Gülleverschlauchung vor Bodenverdichtung und schafft gleichzeitig mehr Spielraum für Feldarbeiten trotz nasser Bedingungen.
  • Moderne Systeme zur Anpassung des Reifendrucks nutzen. Mit einer Reifendruckverstellanlage lässt sich der Druck je nach Einsatz anpassen: Auf dem Feld wird er gesenkt, um die Aufstandsfläche zu vergrößern, den Bodendruck zu reduzieren und Verdichtung zu verringern, auf der Straße kann er wieder erhöht werden.
  • Zwillingsreifen und Breitreifen verwenden. Breit- und Zwillingsreifen vergrößern die Aufstandsfläche der Räder und verringern so den Druck auf den Boden.

(und natürlich: Nutzung leichterer Maschinen. Ab einer Achslast von 5 Tonnen nimmt der Bodendruck deutlich zu.)

https://www.thuenen.de/de/themenfelder/boden/themenschwerpunkt/boeden-durch-nachhaltige-bewirtschaftung-schuetzen/intakter-boden-trotz-schwerer-maschinen

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Das Problem der Pflugsohle

Das Problem der Pflugsohle

Die Pflugsohle ist eine verdichtete Bodenschicht direkt unterhalb der regulären Pflugtiefe (meist 25–30 cm), die durch wiederholtes Pflügen in gleicher Tiefe entsteht. Auch wenn mittlerweile immer wieder mit einer Unterbodenlockerung oder tief wurzelnden Zwischenfrüchten gearbeitet wird, so sind die größeren und schwereren Maschinen trotz breiterer Reifen (die auch mit niedrigerem Druck gefahren werden können) sicherlich weiterhin schädigend für den Untergrund.

Die Folgen:

Die dramatischen Folgen der Pflugsohlenbildung gerade an Hängen und bei Starkregen wurden vor 15 Jahren in Belgien untersucht: Einleitend heißt es bei Verbist et al. (2007), dass durch diese Bodenverdichtung besonders die für den Wasserabfluss in den Unterboden wichtigen Grobporen verschlossen werden. Dadurch hätte sich im Oberboden schon bei geringen und mittleren Niederschlägen von 1 – 5 mm je Stunde und von 5 – 10 mm je Stunde in 63 % bzw. 66 % der Fälle auf der Verdichtungszone ein „Grundwasserspiegel“ gebildet.

Oder:

Die Tabelle zeigt die Ergebnisse zahlreicher Messungen auf lehmigen Sandböden in den West Midlands in England. Während auf unverdichtetem Weideland im Mittel 343 mm Wasser je Stunde versickern können, sind es auf verkrustetem Ackerland nur 30 mm und die verdichtete Pflugsohle lässt nur 3,3 mm stündlich durch.

https://www.3-n.info/projekte/laufende-projekte/klimafarming-forum/d/47-die-pflugsohle-problem-oder-perspektive

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