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Mikroben als Geburtshelfer: Wie Hautbakterien die Entwicklung von Neugeborenen prägen

Mikroben als Geburtshelfer: Wie Hautbakterien die Entwicklung von Neugeborenen prägen

In unserem Buch „Gesundheit beginnt im Boden“ geht es ja darum, welchen entscheidenden Einfluß Mikroben auf unsere Gesundheit haben. Die ersten 1000  Tage (von der Zeugung bis zum alter von ~3 Jahre) sind entscheiden für die Entwicklung unseres Mikrobioms. Eine wesentliche Rolle dabei spielt auch die Geburt – ob natürlich oder per Kaiserschnitt macht einen Unterschied für das Baby – aber, wie neueste Forschungen zeigen, nochmal anders als gedacht.

Neugeborene kommen bei einer vaginalen Geburt mit wichtigen Mikroben der Mutter in Kontakt – ein Prozess, der bei Kaiserschnittgeburten fehlt. Neue Forschung zeigt nun, dass diese Mikroben nicht nur den Darm beeinflussen, sondern vor allem die Haut: Dort wirken sie wie eine Art „biologischer Reaktor“. Bestimmte Bakterien aus der Vaginalflora produzieren auf der Haut von Neugeborenen ein Molekül (ein Lipid), das ins Gehirn gelangt und dort Prozesse unterstützt, die für die frühe Entwicklung wichtig sind – etwa Motorik und neuronale Signalwege. Studien deuten darauf hin, dass das gezielte Übertragen von mütterlichen Mikroben (sogenanntes „vaginal seeding“) bei Kaiserschnittbabys diese Effekte teilweise ausgleichen könnte. Allerdings ist das Verfahren noch nicht Standard, da Sicherheitsfragen offen sind.

Die zentrale Erkenntnis: Mikroben wirken nicht nur über den Darm, sondern auch über die Haut – und ihre Stoffwechselprodukte könnten eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Menschen spielen.

Publikation: https://www.science.org/content/article/vaginal-bacteria-turn-newborn-skin-beneficial-bioreactor

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