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Neuer Ansatz: Darmgesundheit hängt nicht von Einzelbakterien ab – sondern von ihrem Netzwerk

Neuer Ansatz: Darmgesundheit hängt nicht von Einzelbakterien ab – sondern von ihrem Netzwerk

Darmbakterien entscheiden nicht allein durch ihre Anwesenheit über Gesundheit oder Krankheit – sondern durch die Art, wie sie miteinander interagieren. Eine aktuelle Studie zeigt: Gesunde und kranke Darmmikrobiome verhalten sich wie zwei grundverschiedene ökologische Zustände.

Statt einzelne Bakterienarten zu betrachten, analysierten Forscher, wie Mikroben-Gemeinschaften zusammenarbeiten oder konkurrieren. Dafür entwickelten sie einen neuen Messwert, den Ecological Network Balance Index (ENBI). Dieser erfasst, ob Bakterien eher in Wettbewerb stehen – ein Zeichen für Gesundheit – oder sich zu kleinen, eng vernetzten Kooperationsgruppen zusammenschließen, was mit Krankheiten wie Darmkrebs, Reizdarmsyndrom oder chronischen Entzündungen einhergeht.

Der ENBI konnte in Tests gesunde Menschen von Patientinnen und Patienten unterscheiden und zeigte sogar, wie sich Darmkrebs im Laufe der Zeit verschlimmert. Besonders auffällig: Bei Krankheiten dominieren oft wenige, stark kooperierende Bakteriengruppen, die normale Darmfunktionen stören.

Die Erkenntnis könnte erklären, warum Probiotika oder Stuhltransplantationen manchmal versagen. Nicht die Anwesenheit bestimmter Bakterien ist entscheidend, sondern ob ihre natürlichen Wechselwirkungen intakt sind. Eine erfolgreiche Therapie müsste daher nicht nur einzelne Mikroben ersetzen, sondern ganze Netzwerke wiederherstellen.

Die Studie macht deutlich: Der Darm ist ein komplexes Ökosystem. Seine Gesundheit hängt nicht von einer Liste von Bakterien ab, sondern davon, wie diese miteinander „kommunizieren“.

https://www.eurekalert.org/news-releases/1117082
https://www.science.org/doi/10.1126/science.ady1729

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Antibiotika hinterlassen jahrelange Spuren im Darmmikrobiom

Antibiotika hinterlassen jahrelange Spuren im Darmmikrobiom

Wie wir in unserem Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ zeigen, ist unsere Gesundheit untrennbar mit mikrobiellen Lebensgemeinschaften verbunden – eine neue Studie verdeutlicht nun, wie tiefgreifend selbst Antibiotika dieses empfindliche Gleichgewicht über Jahre hinweg verändern können:

Antibiotika sind ein unverzichtbares Werkzeug der modernen Medizin und retten bei schweren Infektionen Leben. Gleichzeitig weisen epidemiologische Studien seit einigen Jahren darauf hin, dass ein häufiger Antibiotikaeinsatz mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Erkrankungen – etwa Typ-2-Diabetes oder Infektionen des Magen-Darm-Trakts – verbunden sein kann. Als möglicher Mechanismus wird dabei zunehmend die Veränderung des Darmmikrobioms diskutiert.

Eine aktuelle, groß angelegte Studie aus Schweden liefert hierzu nun neue und wichtige Erkenntnisse. Forschende analysierten die Daten von rund 15.000 Erwachsenen und verknüpften detaillierte Informationen zur Antibiotika-Verschreibung mit einer umfassenden Untersuchung des jeweiligen Darmmikrobioms. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Die Zusammensetzung und Vielfalt der Darmbakterien stehen noch Jahre später in Zusammenhang mit der individuellen Antibiotikahistorie.

Besonders auffällig ist, dass selbst eine einzige Antibiotikabehandlung langfristige Spuren hinterlassen kann. Die Forschenden konnten zeigen, dass Antibiotikaeinsätze, die 4 bis 8 Jahre zurückliegen, noch heute mit Veränderungen im Mikrobiom korrelieren. Damit wird deutlich, dass Antibiotika nicht nur kurzfristig eingreifen, sondern das mikrobielle Gleichgewicht im Darm langfristig prägen können.

Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Wirkstoffen. Während Antibiotika wie Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin besonders starke und anhaltende Veränderungen verursachen, sind die Effekte bei Penicillin V, einem häufig eingesetzten Standardantibiotikum, vergleichsweise gering und eher kurzfristig. Diese Differenzierung ist entscheidend, da sie darauf hinweist, dass nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Art des eingesetzten Antibiotikums eine wichtige Rolle spielt.

Die genauen gesundheitlichen Folgen dieser langfristigen Veränderungen sind noch nicht vollständig geklärt. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass ein gestörtes Mikrobiom zentrale Funktionen des Körpers beeinflussen kann – etwa das Immunsystem, den Stoffwechsel oder die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheitserregern.

https://www.uu.se/en/press/press-releases/2026/2026-03-11-antibiotics-can-affect-the-gut-microbiome-for-several-years
Unser Buch: „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt
Hier ist ein Vortrag auf Youtube von mir zu dem Buch.

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„Gesundheit beginnt im Boden – Über die Mikrobiome Boden, Pflanze, Tier, Mensch“, Stefan Schwarzer

„Gesundheit beginnt im Boden – Über die Mikrobiome Boden, Pflanze, Tier, Mensch“, Stefan Schwarzer

Letztens meinen neuen Vortrag, passend zum 2025 erschienen gleichnamigen Buch, in Tettnang gehalten: „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“. Er zeigt auf wie eng das Wohlbefinden von Menschen, Tieren, Pflanzen und ganzen Landschaften miteinander verknüpft ist – und warum alles bei den Mikroben im Boden beginnt. Ich nehme dich mit in die verborgene Welt der Bakterien, Pilze und anderer Kleinstlebewesen. Verständlich und lebendig zeige ich, wie Mikroorganismen Böden fruchtbar machen, Pflanzen widerstandsfähiger werden lassen, Tiergesundheit stärken und letztlich auch unser eigenes Wohlbefinden beeinflussen. Die Mischung aus aktueller Forschung, anschaulichen Beispielen und vielen Aha-Momenten macht den Vortrag gleichermaßen lehrreich wie unterhaltsam. Wer Mikroben bisher nur aus dem Biologieunterricht oder vom Joghurtbecher kannte, wird an diesem Abend eine völlig neue Perspektive gewinnen.

https://youtu.be/j9BQBReSIBQ

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„Gesundheit beginnt im Boden – Über die Mikrobiome Boden, Pflanze, Tier, Mensch“, Stefan Schwarzer

„Gesundheit beginnt im Boden – Über die Mikrobiome Boden, Pflanze, Tier, Mensch“, Stefan Schwarzer

Stefan Schwarzer – Geograf, langjähriger UN-Mitarbeiter, Brückenbauer und mehrfacher Buchautor – zeigt in seinem Vortrag „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“, wie eng das Wohlbefinden von Menschen, Tieren, Pflanzen und ganzen Landschaften miteinander verknüpft ist – und warum alles bei den Mikroben im Boden beginnt. Stefan Schwarzer nimmt dich mit in die verborgene Welt der Bakterien, Pilze und anderer Kleinstlebewesen. Verständlich und lebendig zeigt er, wie Mikroorganismen Böden fruchtbar machen, Pflanzen widerstandsfähiger werden lassen, Tiergesundheit stärken und letztlich auch unser eigenes Wohlbefinden beeinflussen. Die Mischung aus aktueller Forschung, anschaulichen Beispielen und vielen Aha-Momenten macht den Vortrag gleichermaßen lehrreich wie unterhaltsam. Wer Mikroben bisher nur aus dem Biologieunterricht oder vom Joghurtbecher kannte, wird an diesem Abend eine völlig neue Perspektive gewinnen.

https://youtu.be/j9BQBReSIBQ

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Nicht Bewegungsmangel, sondern Ernährung ist der Haupttreiber der weltweiten Adipositas-Krise

Nicht Bewegungsmangel, sondern Ernährung ist der Haupttreiber der weltweiten Adipositas-Krise

Die Gesundheit der Mikroben, Pflanzen, Tiere und Menschen und was sonst noch so kreucht und fleucht, bewegt uns ja ganz besonders. Spätestens mit unserem Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ hat sich da für mich noch einmal eine neue Welt aufgetan.

Eine der ganz großen Zivilisationskrankheiten ist Adipositas. 2.5 Milliarden Erwachsene sind weltweit übergewichtig, davon fast 1 Milliarde adipös. Das Problem dabei ist v.a. die hoch verarbeitete, ungesunde Ernährung.

In dieser weltweiten Studie wurden der Energieverbrauch sowie zwei Kennzahlen für Fettleibigkeit – der Körperfettanteil und der Body-Mass-Index (BMI) – bei 4.213 Erwachsenen aus 34 Bevölkerungsgruppen auf sechs Kontinenten untersucht. Die Gruppen unterschieden sich stark in ihrem Lebensstil und Entwicklungsstand: von Jäger-Sammlern und Viehhaltern über landwirtschaftlich geprägte bis hin zu hochindustrialisierten Gesellschaften.

Mit zunehmendem Wohlstand stiegen Körpergewicht, BMI und Körperfettanteil deutlich an – ebenso aber auch der gesamte Energieverbrauch, der Grundumsatz und der Energieverbrauch durch körperliche Aktivität. Wenn man allerdings die Körpergröße berücksichtigte, zeigte sich: Der Gesamt- und Grundumsatz nahmen mit wachsender wirtschaftlicher Entwicklung im Schnitt leicht ab (um etwa 6 bis 11 %). Zwischen den Gruppen gab es dabei große Unterschiede, und ein klarer Zusammenhang mit dem Lebensstil ließ sich nicht erkennen.

Der energieverbrauchsbereinigte Zusammenhang mit Fettleibigkeit war schwach: Der Energieverbrauch erklärte nur etwa ein Zehntel der Zunahme von Körperfett und BMI in wohlhabenderen Gesellschaften.

Deutlich stärker war dagegen der Einfluss der Ernährung. In wirtschaftlich entwickelten Ländern lag die Energieaufnahme im Durchschnitt höher, und in den 25 Gruppen, für die entsprechende Daten vorlagen, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel und einem höheren Körperfettanteil.

Das Ergebnis: Nicht ein geringerer Energieverbrauch, sondern vor allem eine veränderte, stark verarbeitete Ernährung scheint der entscheidende Faktor für die zunehmende Fettleibigkeit mit wachsender wirtschaftlicher Entwicklung zu sein.

https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2420902122

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Was die Ernährungswende der Welt bringt: 10 Billionen Dollar Gewinn/Jahr und Milliarden gesunde Menschen

Was die Ernährungswende der Welt bringt: 10 Billionen Dollar Gewinn/Jahr und Milliarden gesunde Menschen

Unser Ernährungssystem zerstört mehr Wohlstand, als es schafft – so eine Studie der The Food System Economics Commission.

  • Dringender Handlungsbedarf: Eine umfassende Transformation der Ernährungssysteme ist notwendig, um Hunger, Umweltzerstörung, Klimawandel und Gesundheitsprobleme zu bewältigen.
  • Globale Bilanz negativ: Ernährungssysteme schaffen derzeit mehr Schäden als Nutzen – der weltweite wirtschaftliche Schaden durch Umwelt- und Gesundheitsfolgen übersteigt 10 Billionen US-Dollar jährlich, mehr als ihr Beitrag zum globalen BIP.
  • Enorme Chancen: Eine Transformation ist technisch und biophysikalisch möglich und bietet wirtschaftliche Nettovorteile von 5–10 Billionen US-Dollar pro Jahr (entspricht 4–8 % des globalen BIP).
  • Ziele der Transformation: Aufbau inklusiver, gesundheitsfördernder und ökologisch nachhaltiger Ernährungssysteme, die sowohl Klima, Natur als auch Menschen zugutekommen.
  • Verknüpfung mit Klimazielen: Zusammen mit dem Übergang zu emissionsarmer Energie könnte die Transformation dazu beitragen, die globale Erwärmung unter 1,5 °C zu halten.
  • Herausforderungen: Große Hürden bestehen durch ungleiche Machtverhältnisse, wirtschaftliche Abhängigkeiten, politische Blockaden und unterschiedliche Interessen der Akteure entlang der Wertschöpfungskette.
  • Schlüssel zum Erfolg: Transformation gelingt nur durch Gerechtigkeit, Teilhabe und Inklusion – diese Faktoren machen sie politisch umsetzbar und gesellschaftlich akzeptabel.

Dieser «Gewinn» würde sich zusammensetzen als eine Summe aus vermiedenen Kosten und zusätzlichen gesellschaftlichen Nutzen.

  • Sinkende Gesundheitskosten (4–5 Billionen Dollar/Jahr): Weniger Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes entlasten die öffentlichen Gesundheitssysteme massiv. Gleichzeitig steigen Produktivität und Lebensqualität, weil Menschen länger gesund bleiben.
  • Umwelt und Klima (3 Billionen Dollar/Jahr): Intakte Böden, sauberes Wasser und weniger Klimaschäden bedeuten geringere Folgekosten durch Extremwetter, Erosion oder Biodiversitätsverlust.
  • Sozioökonomische Effekte (2 Billionen Dollar/Jahr): Gerechtere Einkommen in der Landwirtschaft, mehr regionale Wertschöpfung und stabilere Märkte verringern Armut und Migration. Auch die Arbeitsproduktivität steigt, weil gesündere Menschen besser arbeiten und weniger Fehltage haben.

Empfehlungen:

  • Veränderung der Konsummuster hin zu gesunden Ernährungsweisen.
  • Neuausrichtung von Anreizen: Umlenkung staatlicher Unterstützungsleistungen für die Landwirtschaft.
  • Neuausrichtung von Anreizen: Nutzung von Einnahmen aus neuen Steuern zur Unterstützung der Transformation des Ernährungssystems.
  • Innovation zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und zur Verbesserung der Einkommensmöglichkeiten von Beschäftigten, insbesondere ärmerer Arbeitskräfte im Ernährungssystem.

https://foodsystemeconomics.org/policy/global-policy-report/

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Indigene Schutzgebiete können vor Seuchen bewahren

Indigene Schutzgebiete können vor Seuchen bewahren

Ein intakter Regenwald ist wichtig für die Artenvielfalt, und damit auch für die Verhinderung von Krankheiten: „Indigene Gruppen helfen nachweislich, den Regenwald zu erhalten. Nun zeigt eine Studie: Ihre Territorien helfen auch, Menschen in angrenzenden, gerodeten Flächen vor Krankheiten wie Malaria zu schützen.“

https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/amazonas-indigene-schutzgebiete-bewahren-vor-seuchen-a-9eb0346e-d3c8-4427-b2f9-48d55f3e0618

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Internationale Studie: Krankenhaus-Essen ist ungesund und umweltschädlich

Internationale Studie: Krankenhaus-Essen ist ungesund und umweltschädlich

Nun, kaum überrascht, aber doch erschreckend: „Das Essen in deutschen Kliniken und Pflegeheimen ist ungesund und umweltschädlich. Laut einer neuen Studie gibt es zu wenig Gemüse, Obst und Vollkorn, dafür zu viel Weißmehlprodukte, Zucker, Salz, gesättigte Fette und rotes Fleisch. Beklagt wird eine schlechte Ernährungsqualität und ein regelrechtes Gesundheitsrisiko.“

Dabei sollte ein Aufenthalt im Krankenhaus uns ja nicht nur vor dem Schlimmsten bewahren – und dafür bin ich total dankbar -, sondern z.B. nach einer Operation auch tatkräftig bei der Genesung unterstützen. Nicht wenige Menschen erhalten Antibiotika während ihres Klinikaufenthaltes. Da sollte es doch auch wirklich darum gehen, das Darm-Mikrobiom auch wieder aufzubauen! Aber nein, das Krankenhaus- und Krankenkassensystem ist offensichtlich nicht in der Lage, unsere Gesundheit (ganzheitlich) zu fördern.

Wie der Bericht aussagt: „Statt zur Genesung von Patienten und Heimbewohnern beizutragen, kann das Essen in diesen Einrichtungen die Gesundheit sogar gefährden.“

Der Studie zufolge enthielten die Mahlzeiten in allen untersuchten Einrichtungen deutlich weniger als die empfohlene Tagesmenge essentieller Nährstoffe wie Folsäure, Kalium und Vitamin B6. In Pflegeheimen kam zudem noch eine unzureichende Eiweißversorgung hinzu. Wie Hauptautorin Lisa Pörtner vom PIK und der Charité mitteilte, enthielten die Mahlzeiten zu wenig gesunde pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Gleichzeitig wurden zu viele Weißmehlprodukte, Zucker, Salz und gesättigte Fette verabreicht. Pörtner zufolge machten Kalorien aus vollwertigen, pflanzlichen Lebensmitteln in allen Einrichtungen weniger als ein Fünftel (statt der empfohlenen 80 Prozent) der Energiezufuhr aus. Gleichzeitig lieferten Weißmehlprodukte mehr als 20 Prozent der Kalorien. Rotes Fleisch habe zwischen 10 und 17 Prozent beigetragen. Dies führe insgesamt zu einer „schlechten Ernährungsqualität“.

Die Fotos zweigen zwei meiner Malzeiten letztens im Krankenhaus. Da fehl(t)en mir echt die Worte!

https://www.mdr.de/wissen/medizin-gesundheit/krankenhaus-pflegeheim-klinik-essen-kann-krank-machen-potsdam-institut-charite-100.html

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Die schockierende Veränderung der Ernährungsgewohnheiten britischer Haushalte seit 1980

Die schockierende Veränderung der Ernährungsgewohnheiten britischer Haushalte seit 1980

Nicht nur in Grossbritannien hat sich die Ernährung in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert – Ähnliches gilt für alle westlichen und zunehmend auch andere Nationen. Waren 1980 der Anteil für frische Lebensmittel – Obst und Gemüse – bei 58% unserer Lebensmittelausgaben, und 26% für industriell hergestellte Nahrungsmittel, war es nur 20 Jahre komplett anders herum: Nur noch 28% der Ausgaben für das gesunde Essen, dafür aber 44% für Industrienahrung.

Was das mit unserer Gesundheit und mit unserem Mikrobiom macht?! Da gibt es viele Erkenntnisse drüber. Und die sind nicht gut.

Unter anderem in unserem neu erschienen Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“(oekom, Buch7, Amazon) nachzulesen.

https://www.youtube.com/watch?v=A1qbkL-Iff8
https://www.oekom.de/buch/gesundheit-beginnt-im-boden-9783987261602

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Unser neues Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ erscheint heute

Unser neues Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ erscheint heute

Heute erscheint Ute Scheub’s und mein neues Buch „Gesundheit beginnt im BodenWarum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“! Trommelwirbel, täterätä!  –> oekom, Buch7, Amazon

Vom Boden her denken war unsere Idee. Mit dem ganzen Wissen über das Bodenleben bzw. das Bodenmikrobiom, und wie es mit der Pflanzengesundheit wiederum verbunden ist, und diese wiederum mit der Tiergesundheit – und alle drei „Domänen“ wiederum einen Einfluss auf unser menschliches Mikrobiom haben – das war unser Idee, und das ist die Geschichte des Buches.

Ist doch Wahnsinn dass unser menschlicher Körper zu 30 Billionen menschlicher Zellen besteht, aber in und auf uns 38 Billionen mikrobieller Zellen siedeln! Dass in einem Gram Darminhalt 1 Milliarde Bakterien zu finden sind!

Warum hat die Natur das gemacht!

„Was, wenn nicht nur unser Bauch, sondern der ganze Planet ein Verdauungssystem hat? Willkommen in der geheimen Welt der Mikroben! Sie sind die unsichtbaren Held*innen unserer Erde: Sie recyceln Nährstoffe, bauen Plastik und Methan ab, schützen Pflanzen vor Schädlingen und speichern Kohlenstoff im Boden. Das Spannendste dabei: Sie sind nicht nur für gesunde Böden unverzichtbar, sondern auch für unsere eigene Gesundheit.

Bestsellerautorin Ute Scheub und Geograph Stefan Schwarzer zeigen unterhaltsam, dass Mikroben in unseren Böden und in unserem Darm enger zusammenhängen, als wir ahnen. Denn die Bodenbakterien, die unsere Lebensmittel gedeihen lassen, beeinflussen auch unsere Darmflora – und damit unser Immunsystem und unsere psychische Gesundheit. Sie verringern sogar das Risiko für Krankheiten wie Krebs. Von probiotischem Joghurt bis planetarer Verdauung – wer verstehen will, wie alles zusammenhängt, kommt an diesem Buch nicht vorbei!“

Stimmen zum Buch:

»In der Medizin hat sich endlich etabliert, dass wir nur gesund sind, wenn wir ein guter Gastgeber sind für viele verschiedene Arten. Dieses Buch zeigt: Das gilt auch für die Erde! Absolut faszinierend: Wenn wir Boden wieder gut machen, geht es uns selbst besser!«
Dr. Eckart v. Hirschhausen, Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen

»Eine mitreißende Reise in die Welt der Mikroben, die unser Leben bestimmen – in uns und um uns herum.«
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Landwirt

»Das lesenswerte Buch bietet nicht nur einen faszinierenden Einblick in die erstaunliche Welt der Mikroorganismen, es ist auch unverzichtbar für alle, die mit dem Thema Ökologie und Gesundheit befasst sind.«
Dr. med. Thomas Hardtmuth

»Dieses Buch beleuchtet die Funktionen von Mikroben für Pflanze, Tier und Mensch und regt zum Nachdenken an über die ansteigende Zahl an Lifestyle-Erkrankungen. Leseempfehlung für alle, denen ein gesundes Leben wichtig ist!«
Prof. Dr. Thomas C G. Bosch

https://www.oekom.de/buch/gesundheit-beginnt-im-boden-9783987261602

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Unser neues Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ ist angekommen

Unser neues Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ ist angekommen

Yeah, unser neues Buch „Gesundheit beginnt im BodenWarum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ ist angekommen. Sieht super aus – und, da ich es direkt nochmal gelesen habe – kann ich euch nur versprechen: Es steht echt Spannendes und Erhellendes drin!

„Was, wenn nicht nur unser Bauch, sondern der ganze Planet ein Verdauungssystem hat? Willkommen in der geheimen Welt der Mikroben! Sie sind die unsichtbaren Held*innen unserer Erde: Sie recyceln Nährstoffe, bauen Plastik und Methan ab, schützen Pflanzen vor Schädlingen und speichern Kohlenstoff im Boden. Das Spannendste dabei: Sie sind nicht nur für gesunde Böden unverzichtbar, sondern auch für unsere eigene Gesundheit.

Bestsellerautorin Ute Scheub und Geograph Stefan Schwarzer zeigen unterhaltsam, dass Mikroben in unseren Böden und in unserem Darm enger zusammenhängen, als wir ahnen. Denn die Bodenbakterien, die unsere Lebensmittel gedeihen lassen, beeinflussen auch unsere Darmflora – und damit unser Immunsystem und unsere psychische Gesundheit. Sie verringern sogar das Risiko für Krankheiten wie Krebs. Von probiotischem Joghurt bis planetarer Verdauung – wer verstehen will, wie alles zusammenhängt, kommt an diesem Buch nicht vorbei!“

Stimmen zum Buch:

»In der Medizin hat sich endlich etabliert, dass wir nur gesund sind, wenn wir ein guter Gastgeber sind für viele verschiedene Arten. Dieses Buch zeigt: Das gilt auch für die Erde! Absolut faszinierend: Wenn wir Boden wieder gut machen, geht es uns selbst besser!«
Dr. Eckart v. Hirschhausen, Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen

»Eine mitreißende Reise in die Welt der Mikroben, die unser Leben bestimmen – in uns und um uns herum.«
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Landwirt

»Das lesenswerte Buch bietet nicht nur einen faszinierenden Einblick in die erstaunliche Welt der Mikroorganismen, es ist auch unverzichtbar für alle, die mit dem Thema Ökologie und Gesundheit befasst sind.«
Dr. med. Thomas Hardtmuth

»Dieses Buch beleuchtet die Funktionen von Mikroben für Pflanze, Tier und Mensch und regt zum Nachdenken an über die ansteigende Zahl an Lifestyle-Erkrankungen. Leseempfehlung für alle, denen ein gesundes Leben wichtig ist!«
Prof. Dr. Thomas C G. Bosch

Ab dem 6.8.2025 dann im Buchhandel erhältlich – ab jetzt auch vorbestellbar (oekom, Buch7, Amazon).

https://www.oekom.de/buch/gesundheit-beginnt-im-boden-9783987261602

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Millionen von winzigen Plastikteilchen sammeln sich im Gehirn. Die Hinweise auf Schäden mehren sich

Millionen von winzigen Plastikteilchen sammeln sich im Gehirn. Die Hinweise auf Schäden mehren sich

Puhh…. »Neue Daten zeigen, dass die Menge an Mikroplastik im Körper seit Jahren zunimmt. Das Gehirn ist besonders betroffen. Die Partikel können Entzündungen auslösen oder das Erbgut verändern. … Rund 7 Gramm Mikroplastik haben Forscher aus den USA in den Gehirnen von Verstorbenen gefunden. Das ist ein knapper Esslöffel voller Salz. In einem Gehirn befanden sich somit anderthalb feingemahlene Kreditkarten an Mikroplastik.«

https://www.nzz.ch/wissenschaft/immer-mehr-mikroplastik-im-gehirn-wie-schaedlich-ist-das-ld.1870964

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Mikrobiom und Mensch. Die Bedeutung der Mikroorganismen und Viren in Medizin, Evolution und Ökologie – Wege zu einer systemischen Perspektive. Thomas Hardmuth

Mikrobiom und Mensch. Die Bedeutung der Mikroorganismen und Viren in Medizin, Evolution und Ökologie – Wege zu einer systemischen Perspektive. Thomas Hardmuth

Thomas Hardmuth ist Arzt mit anthroposophischem Hintergrund, und bei unserem letzten Mikrobiom-Symposium mit einem spannenden Vortrag dabei. Im Sommer kam ein großes Update seines Buches „Mikrobiom und Mensch. Die Bedeutung der Mikroorganismen und Viren in Medizin, Evolution und Ökologie“ (Amazon, Buch7) heraus. Eine wahre Fundgrube an Informationen, Erkenntnissen, Zahlen, Referenzen rund um das große Themenkomplex Mikroorganismen & Gesundheit des Menschen. Dabei spielen natürlich auch die Böden – eine für mich sehr wichtige Perspektive – eine wichtige Rolle. Viele spannende Informationen sind in diesem Buch zu finden. Für einen Nicht-Mediziner und Nicht-Biologen ist es in manchen Passagen etwas härtere Kost, aber doch zum größten Teil wirklich gut lesbar, verständlich und inhaltsvoll. Einfach unglaublich, wie die Mikroben unser Leben bestimmen und beeinflussen, wie eng alles miteinander in Beziehung steht, und wir als Menschen untrennbar mit den Bakterien und Pilze (und, ja auch die Viren) über symbiotische Beziehungen verbunden sind. Faszinierend!

PS: Das Buch habe ich als Rezensionsexemplar erhalten.

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„Leugnen, anprangern, verzögern“: Der Kampf um die Risiken ultraverarbeiteter Lebensmittel

„Leugnen, anprangern, verzögern“: Der Kampf um die Risiken ultraverarbeiteter Lebensmittel

Spannender Artikel über Macht und Einfluß der Food-Riesen: „Trotz einer wachsenden Zahl von Beweisen versucht Big Food, die Ängste vor den gesundheitlichen Auswirkungen industriell hergestellter Substanzen zu dämpfen“

Eine FT-Analyse von US-Lobbydaten der gemeinnützigen Organisation Open Secrets ergab, dass Unternehmen aus der Lebensmittel- und Softdrinkbranche im Jahr 2023 106 Millionen Dollar für Lobbyarbeit ausgeben, fast doppelt so viel wie die Tabak- und Alkoholindustrie zusammen. Die Ausgaben des letzten Jahres waren 21 Prozent höher als im Jahr 2020, wobei der Anstieg vor allem auf die Lobbyarbeit im Bereich der Lebensmittelverarbeitung und des Zuckers zurückzuführen ist.

Jahrzehntelang hat die Industrie im Stillen Geld in die weltweit führenden Abteilungen für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften gesteckt. Forscher, die an der britischen Universität Reading menschliche Ernährung studieren, erhielten beispielsweise zwischen 2018 und 2023 Forschungsgelder in Höhe von 262.832 Pfund vom Lebensmittelriesen Mars, wie aus einer kürzlich gestellten Anfrage zur Informationsfreiheit hervorgeht. PepsiCo stellte den Forschern im selben Zeitraum 61.756 Pfund zur Verfügung.

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1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

Wir laden dich ein zum 1. Mikrobiom-Symposium: Mit dem dreitägigen Mikrobiom-Symposium bringen wir Mikrobiom-Forschende (Wissenschaft) und Mikrobiom-Fördernde (PraktikerInnen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung) zum Thema Mikrobiom des Bodens und des Menschen zusammen.

Gemeinsam gehen wir den Fragen nach:

  • Was zeigen uns aktuelle Forschungen zum Mikrobiom des Bodens und des Menschen? Wie hängen Bodenmikrobiom und Darmmikrobiom zusammen?
  • Welche Konsequenzen hat das auf unsere Sicht der Welt?
  • Und was bedeutet das für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Ernährung?

Wir präsentieren aktuelle und faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse der Mikrobiomforschung und ermöglichen einen Austausch und Dialog. Wir zeigen die Verbindungen des Bodenmikrobioms und des menschlichen Mikrobioms auf und entwickeln gemeinsam „neue“ Handlungsmuster und -felder für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Gesundheit.

Mit dabei sind u.a.:

  • Dr. med. Thomas Hardtmuth – „Zur allgemeinen Pathologie der Monokulturen – eine transdisziplinäre Perspektive“
    Arzt mit anthroposophischem HIntergrund, freier Autor und Dozent für Gesundheitswissenschaften und Sozialmedizin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg
  • Prof. Dr. Michael Schloter – „Die Rolle des Umweltmikrobioms für die menschliche Gesundheit“
    Honorarprofessor für Mikrobiologie an der TU München und Leiter der Abteilung für Umweltgenomik am Helmholtz Zentrum München
  • Prof. Dr. Gabriele Berg – „Das Pflanzenmikrobiom als Quelle für Erkenntnisse für eine nachhaltige Landwirtschaft“
    Biologin, Biotechnologin und Hochschullehrerin für Umweltbiotechnologie an der TU Graz und Leiterin des Lehrstuhls „Plant Microbiome Management“ am Institut für Biochemie und Biologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam
  • Prof. Dr. Martin Grassberger– „Alles fließt und ist miteinander verbunden – Boden, Pflanze, Mensch“
    Hochschullehrer an der der Universität in den Fachgebieten Human- und Gesundheitsökologie, Evolutionäre Medizin, Forensische Medizin und Pathologie. Autor des Buches „Das leise Sterben“ und „Das unsichtbare Netz des Lebens“
  • Dr. Miriam Bräuer – „Der Einfluss des inneren und äußeren Mikrobioms in den ersten 1.000 Lebenstagen“
    ist klinisch tätige Frauenärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Witten/Herdecke. Seit 2011 ist sie klinisch tätig, derzeit insbesondere im Bereich der Geburtshilfe in Schwäbisch Hall
  • Sepp Braun – „Wie alles mit allem verbunden ist“
    hat über mehrere Jahrzehnte einen Bioland-Betrieb mit Milchvieh, Legehennen, Ackerbau und Saatguterzeugung nördlich von München geführt. Bereits 1986 stellte er auf ökologische Landwirtschaft um. Sepp Braun hat sich ganz der Erforschung der Bodenfruchtbarkeit verschrieben und gilt hier als ein Pioniee

 

03.-05. Mai 2024 | Schloss Tempelhof | https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de/

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1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

Wir laden dich ein zum 1. Mikrobiom-Symposium: Mit dem dreitägigen Mikrobiom-Symposium bringen wir Mikrobiom-Forschende (Wissenschaft) und Mikrobiom-Fördernde (PraktikerInnen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung) zum Thema Mikrobiom des Bodens und des Menschen zusammen.

Gemeinsam gehen wir den Fragen nach:

  • Was zeigen uns aktuelle Forschungen zum Mikrobiom des Bodens und des Menschen? Wie hängen Bodenmikrobiom und Darmmikrobiom zusammen?
  • Welche Konsequenzen hat das auf unsere Sicht der Welt?
  • Und was bedeutet das für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Ernährung?

Wir präsentieren aktuelle und faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse der Mikrobiomforschung und ermöglichen einen Austausch und Dialog. Wir zeigen die Verbindungen des Bodenmikrobioms und des menschlichen Mikrobioms auf und entwickeln gemeinsam „neue“ Handlungsmuster und -felder für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Gesundheit.

Mit dabei sind u.a.:

  • Dr. med. Thomas Hardtmuth – „Zur allgemeinen Pathologie der Monokulturen – eine transdisziplinäre Perspektive“
    Arzt mit anthroposophischem HIntergrund, freier Autor und Dozent für Gesundheitswissenschaften und Sozialmedizin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg
  • Prof. Dr. Michael Schloter – „Die Rolle des Umweltmikrobioms für die menschliche Gesundheit“
    Honorarprofessor für Mikrobiologie an der TU München und Leiter der Abteilung für Umweltgenomik am Helmholtz Zentrum München
  • Prof. Dr. Gabriele Berg – „Das Pflanzenmikrobiom als Quelle für Erkenntnisse für eine nachhaltige Landwirtschaft“
    Biologin, Biotechnologin und Hochschullehrerin für Umweltbiotechnologie an der TU Graz und Leiterin des Lehrstuhls „Plant Microbiome Management“ am Institut für Biochemie und Biologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam
  • Prof. Dr. Martin Grassberger– „Alles fließt und ist miteinander verbunden – Boden, Pflanze, Mensch“
    Hochschullehrer an der der Universität in den Fachgebieten Human- und Gesundheitsökologie, Evolutionäre Medizin, Forensische Medizin und Pathologie. Autor des Buches „Das leise Sterben“ und „Das unsichtbare Netz des Lebens“
  • Dr. Miriam Bräuer – „Der Einfluss des inneren und äußeren Mikrobioms in den ersten 1.000 Lebenstagen“
    ist klinisch tätige Frauenärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Witten/Herdecke. Seit 2011 ist sie klinisch tätig, derzeit insbesondere im Bereich der Geburtshilfe in Schwäbisch Hall
  • Sepp Braun – „Wie alles mit allem verbunden ist“
    hat über mehrere Jahrzehnte einen Bioland-Betrieb mit Milchvieh, Legehennen, Ackerbau und Saatguterzeugung nördlich von München geführt. Bereits 1986 stellte er auf ökologische Landwirtschaft um. Sepp Braun hat sich ganz der Erforschung der Bodenfruchtbarkeit verschrieben und gilt hier als ein Pioniee

 

03.-05. Mai 2024 | Schloss Tempelhof | https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de/

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1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

Wir laden dich ein zum 1. Mikrobiom-Symposium: Mit dem dreitägigen Mikrobiom-Symposium bringen wir Mikrobiom-Forschende (Wissenschaft) und Mikrobiom-Fördernde (PraktikerInnen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung) zum Thema Mikrobiom des Bodens und des Menschen zusammen.

Gemeinsam gehen wir den Fragen nach:

  • Was zeigen uns aktuelle Forschungen zum Mikrobiom des Bodens und des Menschen? Wie hängen Bodenmikrobiom und Darmmikrobiom zusammen?
  • Welche Konsequenzen hat das auf unsere Sicht der Welt?
  • Und was bedeutet das für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Ernährung?

Wir präsentieren aktuelle und faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse der Mikrobiomforschung und ermöglichen einen Austausch und Dialog. Wir zeigen die Verbindungen des Bodenmikrobioms und des menschlichen Mikrobioms auf und entwickeln gemeinsam „neue“ Handlungsmuster und -felder für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Gesundheit.

Mit dabei sind u.a.:

  • Prof. Dr. Michael Schloter – „Die Rolle des Umweltmikrobioms für die menschliche Gesundheit“
    Honorarprofessor für Mikrobiologie an der TU München und Leiter der Abteilung für Umweltgenomik am Helmholtz Zentrum München
  • Prof. Dr. Gabriele Berg – „Das Pflanzenmikrobiom als Quelle für Erkenntnisse für eine nachhaltige Landwirtschaft“
    Biologin, Biotechnologin und Hochschullehrerin für Umweltbiotechnologie an der TU Graz und Leiterin des Lehrstuhls „Plant Microbiome Management“ am Institut für Biochemie und Biologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam
  • Prof. Dr. Martin Grassberger– „Alles fließt und ist miteinander verbunden – Boden, Pflanze, Mensch“
    Hochschullehrer an der der Universität in den Fachgebieten Human- und Gesundheitsökologie, Evolutionäre Medizin, Forensische Medizin und Pathologie. Autor des Buches „Das leise Sterben“ und „Das unsichtbare Netz des Lebens“
  • Dr. Miriam Bräuer – „Der Einfluss des inneren und äußeren Mikrobioms in den ersten 1.000 Lebenstagen“
    ist klinisch tätige Frauenärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Witten/Herdecke. Seit 2011 ist sie klinisch tätig, derzeit insbesondere im Bereich der Geburtshilfe in Schwäbisch Hall
  • Sepp Braun – „Wie alles mit allem verbunden ist“
    hat über mehrere Jahrzehnte einen Bioland-Betrieb mit Milchvieh, Legehennen, Ackerbau und Saatguterzeugung nördlich von München geführt. Bereits 1986 stellte er auf ökologische Landwirtschaft um. Sepp Braun hat sich ganz der Erforschung der Bodenfruchtbarkeit verschrieben und gilt hier als ein Pionier

 

03.-05. Mai 2024 | Schloss Tempelhof | https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de/

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1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

Wir laden dich ein zum 1. Mikrobiom-Symposium: Mit diesem dreitägigen Event bringen wir Wissenschaftler und Praktikerinnen aus der Landwirtschaft, der Medizin und dem Ernährungsbereich zum Thema Mikrobiom zusammen.

Gemeinsam gehen wir den Fragen nach:

  • Was zeigen uns aktuelle Forschungen zum Mikrobiom des Bodens und des Menschen? Wie hängen Bodenmikrobiom und Darmmikrobiom zusammen?
  • Welche Konsequenzen hat das auf unsere Sicht der Welt?
  • Und was bedeutet das für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Ernährung?
  • Wir präsentieren aktuelle und faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse der Mikrobiomforschung und ermöglichen einen Austausch und Dialog. Wir zeigen die Verbindungen des Bodenmikrobioms und des menschlichen Mikrobioms auf und entwickeln gemeinsam „neue“ Handlungsmuster und -felder für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Gesundheit.

Mit dabei sind:

  • Thomas C.G. Bosch – Zell- und Entwicklungsbiologe
  • Michael Schloter – Mikrobiologe
  • Gabriele Berg – Biotechnologin
  • Martin Grassberger – Mediziner und Biologie
  • Christian Selig – Mediziner
  • Miriam Bräuer – Frauenärztin
  • Sepp Braun – Bio-Bauer/Bioland-Stiftung
  • Ingrid Hörner – Landwirtschaftliche Beraterin
  • Juan de la Serna – Kompost-Spezialist
  • Martin Kössler – Weinhändler
  • Wolfgang Sappl – Landwirt

03.-05. Mai 2024 | Schloss Tempelhof | https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de/

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1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

1. Mikrobiom-Symposium: Landwirtschaft trifft Medizin, Gesundheit und Ernährung zum Thema Mikrobiom. 3.-5.5.2024, Schloss Tempelhof

Wir laden dich ein zum 1. Mikrobiom-Symposium: Mit diesem dreitägigen Event bringen wir Wissenschaftler und Praktikerinnen aus der Landwirtschaft, der Medizin und dem Ernährungsbereich zum Thema Mikrobiom zusammen.

Gemeinsam gehen wir den Fragen nach:

  • Was zeigen uns aktuelle Forschungen zum Mikrobiom des Bodens und des Menschen? Wie hängen Bodenmikrobiom und Darmmikrobiom zusammen?
  • Welche Konsequenzen hat das auf unsere Sicht der Welt?
  • Und was bedeutet das für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Ernährung?
  • Wir präsentieren aktuelle und faszinierende wissenschaftliche Erkenntnisse der Mikrobiomforschung und ermöglichen einen Austausch und Dialog. Wir zeigen die Verbindungen des Bodenmikrobioms und des menschlichen Mikrobioms auf und entwickeln gemeinsam „neue“ Handlungsmuster und -felder für die landwirtschaftliche Praxis und die menschliche Gesundheit.

Mit dabei sind:

  • Thomas C.G. Bosch – Zell- und Entwicklungsbiologe
  • Michael Schloter – Mikrobiologe
  • Gabriele Berg – Biotechnologin
  • Martin Grassberger – Mediziner und Biologie
  • Christian Selig – Mediziner
  • Miriam Bräuer – Frauenärztin
  • Sepp Braun – Bio-Bauer/Bioland-Stiftung
  • Ingrid Hörner – Landwirtschaftliche Beraterin
  • Juan de la Serna – Kompost-Spezialist
  • Martin Kössler – Weinhändler
  • Wolfgang Sappl – Landwirt

03.-05. Mai 2024 | Schloss Tempelhof | https://mikrobiom.aufbauende-landwirtschaft.de/

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Mehr Vielfalt, mehr Resistenz: 2. Mikrobiom-Tagung zum (un)sichtbaren Netz des Lebens

Mehr Vielfalt, mehr Resistenz: 2. Mikrobiom-Tagung zum (un)sichtbaren Netz des Lebens

Ein schöner Bericht von Biopress zu unserer Mikrobiom-Tagung:

Wie hängen die Mikroorganismen im Darm mit Zivilisationskrankheiten zusammen? Welche Dünger sind besonders förderlich fürs Bodenmikrobiom? Und was verbirgt sich hinter probiotischem Pflanzenschutz? Um diese und viele weitere Fragen ging es am 4. Oktober bei der zweiten Mikrobiom-Tagung des Vereins ‚Aufbauende Landwirtschaft‘. Über 90 Interessierte verfolgten die Online-Veranstaltung.

„Die Mikrobiom-Forschung hat die medizinische Forschung revolutioniert“, so Thomas Hardtmuth, Arzt, Autor und Dozent für Gesundheitswissenschaften. Anstatt den Fokus auf einzelne Krankheitserreger zu legen, werde nun auch das Fehlen von Mikroorganismen als ausschlaggebend für Krankheiten betrachtet – ein Paradigmenwechsel.

Die ganze menschliche Physiologie sei eng mit Mikroorganismen vernetzt, erklärte der Mediziner. Circa 2.000 verschiedene Bakterienarten lebten im Darm und nähmen dabei auf unsere ganze psychische Verfassung Einfluss. Sogar die Gehirnentwicklung werde in großem Maß vom Mikrobiom beeinflusst. Vor allem in den ersten drei Jahren sei Naturkontakt für eine gesundheitlich stabile Entwicklung entscheidend. Zu wenig Keimkontakte in der Kindheit könnten zu einer Fehlentwicklung des Immunsystems führen, zu einer Störung der Darm- und Hautflora und mehr.

Je vielfältiger, desto besser

„Es gibt kein Standard-Mikrobiom“, so Hardtmuth. Stattdessen seien die Mikroorganismen durch die drei Merkmale Diversität, Individualität und Flexibilität bestimmt. Vor allem mit zunehmendem Alter korreliere die Diversität des Mikrobioms mit einer stabilen Gesundheit. Psychologische und neurologische Krankheiten, Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen sowie Allergien gingen allesamt mit einer Verarmung des Mikrobioms einher. So lasse sich Alzheimer durch eine gesunde Darmflora verbessern. Auch chronischer Stress habe einen erheblichen Einfluss aufs Mikrobiom. Allgemein zeichne sich heute ein Trend hin zum Verlust von Diversität und zur Zunahme von chronischen Krankheiten ab.

In einem Ansteckungsversuch bekamen Probanden mit diverser Keimflora keine Krankheitssymptome. Als Kolonisationsresistenz bezeichnet man dieses Verhindern der Ansiedlung von krankheitserregenden Bakterien durch die Anwesenheit anderer Bakterien: In einem vielfältigen mikrobiellen Milieu können sich Erreger weniger gut ausbreiten. „Nicht einzelne Erreger, sondern ihre Ausbreitung zu einer pathologischen Monokultur ist für Krankheiten verantwortlich“, folgerte Hardtmuth.

„Wir müssen unsere Eliminierungsstrategien überdenken“

Nach dem One-Health-Konzept müsse man die Gesundheit von Mensch, Pflanze, Tier und Boden eigentlich zusammendenken. Dabei sei das Mikrobiom das verbindende Medium. „Gesunde Böden haben eine zehnfach höhere Diversität als menschlicher Stuhl“, berichtete Hardtmuth. Bei Naturvölkern sei der Unterschied allerdings deutlich geringer – ebenso wie das Auftreten von Zivilisationskrankheiten. Auch in unseren Breiten sah es vor einem Jahrhundert noch viel besser aus. „Vor 1910 war die Ernährungsvielfalt etwa drei Mal so hoch wie heute“, bedauerte Hardtmuth. Saatgutmonopole, Pestizide und Monokulturen hätten sowohl die Sortenvielfalt als auch die mikrobielle Vielfalt im Boden dezimiert.

Besonders schädlich seien Pestizide und Antibiotika für die sogenannte ‚rare biosphere‘, seltene Mikroben-Arten in Gewässern, Böden und Darm. Diese Bakterien könnten sich in einem Tag von eins auf über eine Million vermehren und seien eine wichtige Ressource für mikrobiologische Anpassungsprozesse und Resilienz. Gleichzeitig reagierten sie aber auch sehr empfindlich auf Gifte und Klimaextreme. „Wir müssen unsere Eliminierungsstrategien gründlich überdenken“, folgerte Hardtmuth.

Nachhaltigkeit oder Ertrag?

Gernot Bodner, Assistenzprofessor an der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU), ging in seinem Vortrag auf das mikrobielle Leben im Agrarökosystem ein. Circa 61 Prozent der Böden in der EU gelten als degradiert oder krank – der Handlungsbedarf ist also enorm. Ein Trend gehe momentan hin zu einer ‚Ökosystemmanipulation in grün‘, was etwa der wachsende Markt für Bio-Dünger zeige. Bodner plädiert stattdessen dafür, die Prozesse des Ökosystems zu verstehen, zu gestalten und unterstützen.

„Landwirtschaft ist eine regelmäßige Störung des Ökosystems“, so der Nutzpflanzenökologe. Einen brachen Boden gebe es nach dem Pflügen – oder auch nach einem Buschfeuer. Zwei Gesetze stellte Bodner vor: Der Erhalt der ‚frühen Sukzession‘, also einer neu entstehenden Artenzusammensetzung, brauche Energie. Und der Ertrag stehe in Konkurrenz zur Nachhaltigkeit. „Nachhaltige Systeme sind sehr komplex und brauchen eine hohe Erhaltungsenergie“, erklärte Bodner die Herausforderung. „Eine Welt, in der alles optimiert ist, gibt es nicht“, folgerte er. Die Gesellschaft müsse sich daher am Ende für ein erwünschtes Optimum entscheiden.

An einem hohen Ertrag sei der Boden selbst nicht interessiert, wohl aber an CO2-aufnehmenden grünen Pflanzen. Eine Mikrobiom-fördernde Landwirtschaft müsse deshalb möglichst viel auf Primärproduktion, also die Produktion von Biomasse setzen. Mikroorganismen bräuchten Schatten zum Wachsen und hätten ihre ‚Lieblingswohnungen‘ – seien entweder an die Verhältnisse oben oder unten im Boden angepasst. „Es ist daher schädlich, wenn sie durchs Pflügen ‚umziehen‘ müssen“, veranschaulichte Bodner. Außerdem hätten Mikroorganismen ein gewisses Ernährungsbedürfnis. Sei die Düngung nicht darauf ausgerichtet, bräuchten sie mehr Energie, um das gelieferte Material passend umzuwandeln. So sei Gründüngung etwa effizienter als Stroh. Und auf Flüssigdünger könnten Mikroorganismen besonders schnell anspringen.

Rinder als Bodenretter

„Wir müssen die Vielfalt in der Landwirtschaft massiv verbessern“, meinte Sepp Braun, Pionier im Ökolandbau und Vorstand der Bioland-Stiftung. 16 verschiedene Arten seien auf einer Fläche nötig, um ein stabiles Ökosystem aufzubauen. Und 80 Prozent dieser Arten sollten mehrjährig sein. In der landwirtschaftlichen Realität sei das Verhältnis momentan genau umgekehrt, mit 80 Prozent einjährigen Sorten, was einen permanenten Eingriff in die Böden zur Folge habe. Dies gelte es zu ändern und mehrjährige Kulturen wie etwa Nüsse in die Landnutzung zu integrieren.

Wie man mit richtiger Tierhaltung den Boden unterstützen kann, zeigte Tierärztin und Landwirtin Viviane Theby. Lasse man eine Herde zu lange auf dem gleichen Boden weiden, habe man am Ende eine tote Fläche – in der Natur ziehen die Tiere weiter. Abhilfe verspricht das ganzheitliche Weidemanagement nach Allan Savory, bei dem versucht wird, mit wechselnden Weideflächen den optimalen biologischen Rhythmus zu treffen: ohne Überweidung und ohne zu lange Beweidungspausen. Dadurch können Wurzelwachstum, Graswachstum und Bodenmikrobiom bestmöglich unterstützt werden. „Keine Tierart hilft so viel dabei, Boden wieder gesund zu machen, wie Rinder“, betonte Theby. Je artenreicher die Tiere fressen, desto artenreicher werde auch das Mikrobiom der Weiden.

Mikroben statt Pestizide

Dass die Mikrobiom-Forschung auch den Ausstieg aus Pestiziden vereinfachen kann, machte Ronald Linder klar, der auf seinem Demeter-Weingut am Kaiserstuhl seit vielen Jahren mit probiotischem Pflanzenschutz experimentiert. Einschneidend war für ihn ein Versuch mit einem konventionell und einem biologisch behandelten Weinstock: Auf dem Bio-Blatt seien weniger Mikroorganismen festgestellt worden. „Mit Kontaktfungiziden zerstören Öko-Weinbauern das komplette Mikrobiom“, erklärte Linder. Kupfer und Schwefel einfach wegzulassen sei aber auch nicht die Lösung – zu hoch ist das Risiko des Mehltau-Befalls.

Stattdessen versucht Linder nun, die Resistenz der Pflanzen durch eine vielfältigere mikrobielle Besiedlung zu unterstützen – mit Hilfe von Komposttee, Pflanzenfermenten und Molke. Seit zwei Jahren wird diese neue Form des Pflanzenschutzes wissenschaftlich durchs Julius-Kühn-Institut begleitet. Neben Erfolgserlebnissen gebe es auch Rückschläge: So können verschorfende Beeren zu hohen Ertragsverlusten führen. Durch ein anderes Preisniveau – etwa 15 Euro pro Flasche Wein – kann der Winzer sein Engagement dennoch finanzieren.

Die Mikrobiom-Tagung war sehr interaktiv ausgelegt, mit verschiedenen Breakout-Rooms, in denen sich die Teilnehmer zum Thema austauschen konnten. Auch beim abschließenden Podiumsgespräch mit allen Referenten gab es eine rege Publikumsbeteiligung. „Die Rahmenbedingungen lassen den Landwirten keinen Raum zum Experimentieren“, wurde dort etwa mit Blick auf die praktische Umsetzung des Gehörten moniert. In der Zwickmühle zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit könnte mehr politischer Rückenwind für Bewegung sorgen.

Auch die konventionellen Landwirte sollten die Möglichkeit haben, Schritt für Schritt mitzukommen, meinte ein Teilnehmer. Außerdem gelte es zu verhandeln, anstatt nur in der eigenen Bubble zu bleiben. „Wir müssen alle mitnehmen“, stimmte Braun zu. In puncto Nachhaltigkeit und Ertrag sieht er noch viel Potential. Die natürliche Leistungsfähigkeit sei wahrscheinlich noch lange nicht ausgeschöpft.

Lena Renner

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