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Landschaften gegen die Dürre – Stalins „Großer Plan zur Umwandlung der Natur“ und seine Lehren für heute

Landschaften gegen die Dürre – Stalins „Großer Plan zur Umwandlung der Natur“ und seine Lehren für heute

Ich habe immer wieder Geschichten und Zahlen zu Stalin’s großen Wiederaufforstungsprojekten in der UdSSR bzw. in der Ukraine gehört, und wie dies beigetragen hat u.a. den Grundwasserspiegel wieder anzuheben. Ich habe nun mal versucht, Informationen und Daten zusammen zu tragen. Diese sind aus heutiger Perspektive – Stichwort Dürre und fallende Grundwasserstände – sehr interessant. Auch hier könnten – wir mal wieder – aus der Geschichte lernen, wenn wir den wollten.

In diesem Dokument hier habe ich die Informationen in detaillierter Form zusammen getragen. Es lohnt sich – wirklich !! – diese zu lesen.

Für die, die nicht so viel Zeit investieren wollen, hier eine Zusammenfassung:

Der sogenannte „Große Plan zur Umwandlung der Natur“, den die Sowjetunion 1948 unter Josef Stalin beschloss, knüpfte an eine deutlich ältere Tradition des Schutzwaldbaus in den Steppen- und Waldsteppengebieten an. Bereits im 19. Jahrhundert hatten Forscher wie Vasyl Dokutschaev und Yurii Wyssozkyj untersucht, wie Baum- und Heckenstreifen Wind bremsen, Erosion vermindern, Schnee zurückhalten und den Bodenwasserhaushalt verbessern können. In den 1930er Jahren wurden diese Ansätze angesichts wiederkehrender Dürren, Staubstürme und Ernteausfälle staatlich ausgeweitet. Zwischen 1931 und 1941 entstanden in der Sowjetunion Hunderttausende Hektar Schutzpflanzungen. Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung; die schwere Dürre von 1946 und die anschließende Hungersnot verstärkten jedoch den politischen Druck, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen.

Der 1948 verabschiedete „Große Plan zur Umwandlung der Natur“ war dabei weit mehr als ein Aufforstungsprogramm. Vorgesehen war ein integriertes Landschaftssystem aus acht großen staatlichen Schutzwaldgürteln, einem wesentlich dichteren Netz von Feldschutzstreifen auf Kolchos- und Sowchosflächen, Gras-Feld-Fruchtfolgen sowie rund 44.000 Teichen und kleineren Wasserspeichern. Die Schutzpflanzungen sollten heiße, trockene Winde abschwächen, Schnee auf den Feldern halten, Erosion reduzieren und die Wasserversorgung der Kulturen verbessern. Für die acht großen staatlichen Waldgürtel waren rund 117.900 Hektar vorgesehen; wesentlich umfangreicher waren die geplanten Feldschutzpflanzungen auf mehreren Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche.
Historische Berichte beschrieben teils sehr hohe Ertragssteigerungen auf geschützten Feldern, besonders in Dürrejahren. Neuere Untersuchungen bestätigen positive Effekte von Schutzwaldsystemen, allerdings meist in moderateren Größenordnungen. Gut belegt sind vor allem geringere Windgeschwindigkeit, weniger Erosion, veränderte Schneeverteilung, geringerer Oberflächenabfluss und eine günstigere Bodenfeuchte. Die Wirkung auf das Grundwasser ist komplexer: Schutzwaldstreifen, Bodenbedeckung und Bodenstruktur beeinflussen Infiltration, Verdunstung, Tiefenperkolation und damit grundsätzlich auch die Grundwasserneubildung. Ob daraus tatsächlich höhere Grundwasserstände entstehen, hängt jedoch stark von Klima, Relief, Boden, Untergrund und Vegetation ab.

Der Plan war zugleich von erheblichen Problemen geprägt. Politischer Druck, mangelnde Pflege, ungeeignete Standorte führten vielerorts zu hohen Ausfällen. Auch hydrologische Fehlplanungen konnten Vernässungen verursachen. Nach Stalins Tod 1953 endete das Programm als geschlossenes politisches Großprojekt, einzelne Elemente wurden jedoch weitergeführt; die acht großen staatlichen Schutzwaldgürtel wurden erst 1972 vollständig fertiggestellt. Auch in den folgenden Jahrzehnten blieben Windschutzstreifen ein wichtiger Bestandteil der Agrarlandschaften der Sowjetunion.

Aus heutiger Sicht liegt die besondere Bedeutung dieses historischen Großversuchs weniger in seiner politischen Idee einer „Umgestaltung der Natur“ als in seinem systemischen Verständnis von Landschaft. Dürre, Erosion und Wasserverlust wurden als miteinander verbundene Probleme betrachtet, denen mit Gehölzen, Bodenbedeckung, Fruchtfolgen und Wasserrückhalt gemeinsam begegnet werden sollte. Angesichts zunehmender Trockenperioden, degradierter Böden und jahrzehntelang entwässerter Landschaften ist dieser Ansatz erneut hochaktuell: Wasser länger in Boden und Landschaft halten, Abfluss und Erosion bremsen und Landbewirtschaftung stärker als Gestaltung eines funktionierenden Landschaftswasserhaushalts verstehen.

Dokument: https://aufbauende-landwirtschaft.de/wp-content/uploads/2026/08/Landschaften-gegen-die-Duerre.-Stalins-„Grosser-Plan-zur-Umwandlung-der-Natur-und-seine-Lehren-fuer-heute.pdf

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Sprudelfirmen pumpen Grundwasser – Quellen versiegen, Moore trocknen aus

Sprudelfirmen pumpen Grundwasser – Quellen versiegen, Moore trocknen aus

Davon wird es mehr und mehr geben! Warum verstehen wir die Zusammenhänge nicht?! Ist doch gar nicht so schwer! Aber das liebe Geld regiert die Welt!

„Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald schwelt seit Jahren ein Streit ums Grundwasser: Zwei Sprudelfirmen haben ihre Wasserrechte noch vor der Nationalpark-Ausweisung bekommen – und pumpen Millionen Liter ab. Naturschützer warnen vor Trockenstress für Wald und Moore. Jetzt greift die Wasserbehörde ein – und der Konflikt geht in die nächste Runde.“

https://www.youtube.com/watch?v=aurNyF1iL0E

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Mischwälder produzieren mehr Grundwässer als Nadelwälder

Mischwälder produzieren mehr Grundwässer als Nadelwälder

Keine so große neue Erkenntnis, aber doch immer wieder wichtig aufzuzeigen, warum u.a. der Waldumbau hin zu einem vielfältigen Misch- und Dauerwald so wichtig ist: Es betrifft eben auch die Grundwasserneubildung.

–> Deswegen auch unser 1. Symposium Aufbauende Waldwirtschaft, 8.-10.5.2026

Untersuchungen des Thünen-Instituts für Waldökosysteme zeigen, dass unter Buchenwäldern deutlich mehr Grundwasser gebildet wird als unter Kiefernwäldern. Auf einer Versuchsfläche in Britz wurde über mehrere Jahre mithilfe von Großlysimetern gemessen, wie viel Sickerwasser in fünf Metern Tiefe ankommt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Unter Kiefern versickert wesentlich weniger Wasser, in neun von fünfzehn Jahren erreichte dort sogar gar kein Wasser diese Tiefe.

Die Ursachen liegen vor allem in den unterschiedlichen Eigenschaften der Baumarten. Kiefern tragen ganzjährig Nadeln, die Niederschlag abfangen, sodass ein großer Teil direkt wieder verdunstet. Zudem ist die Bodenvegetation oft dichter, was zusätzliche Verdunstung fördert. Buchen hingegen verlieren im Winter ihr Laub, wodurch mehr Niederschlag den Boden erreicht. Zusätzlich leiten ihre glatten Stämme Wasser gezielt zum Boden, was die Versickerung begünstigt.
Diese Unterschiede sind von großer Bedeutung für die Wasserverfügbarkeit.

Ein gezielter Waldumbau hin zu mehr Laub- und Mischwäldern könnte helfen, die Grundwasserneubildung zu erhöhen und sinkenden Grundwasserständen entgegenzuwirken. Da rund 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland aus Grundwasser stammen, hat die Baumartenwahl im Wald direkte Auswirkungen auf die langfristige Wasserversorgung.

https://www.thuenen.de/de/newsroom/infothek/wissenschaft-erleben/wissenssnack-wasser-auf-umwegen
https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/

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Das Problem der Pflugsohle

Das Problem der Pflugsohle

Die Pflugsohle ist eine verdichtete Bodenschicht direkt unterhalb der regulären Pflugtiefe (meist 25–30 cm), die durch wiederholtes Pflügen in gleicher Tiefe entsteht. Auch wenn mittlerweile immer wieder mit einer Unterbodenlockerung oder tief wurzelnden Zwischenfrüchten gearbeitet wird, so sind die größeren und schwereren Maschinen trotz breiterer Reifen (die auch mit niedrigerem Druck gefahren werden können) sicherlich weiterhin schädigend für den Untergrund.

Die Folgen:

Die dramatischen Folgen der Pflugsohlenbildung gerade an Hängen und bei Starkregen wurden vor 15 Jahren in Belgien untersucht: Einleitend heißt es bei Verbist et al. (2007), dass durch diese Bodenverdichtung besonders die für den Wasserabfluss in den Unterboden wichtigen Grobporen verschlossen werden. Dadurch hätte sich im Oberboden schon bei geringen und mittleren Niederschlägen von 1 – 5 mm je Stunde und von 5 – 10 mm je Stunde in 63 % bzw. 66 % der Fälle auf der Verdichtungszone ein „Grundwasserspiegel“ gebildet.

Oder:

Die Tabelle zeigt die Ergebnisse zahlreicher Messungen auf lehmigen Sandböden in den West Midlands in England. Während auf unverdichtetem Weideland im Mittel 343 mm Wasser je Stunde versickern können, sind es auf verkrustetem Ackerland nur 30 mm und die verdichtete Pflugsohle lässt nur 3,3 mm stündlich durch.

https://www.3-n.info/projekte/laufende-projekte/klimafarming-forum/d/47-die-pflugsohle-problem-oder-perspektive

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Der Grundwasserdargebot sinkt aufgrund Melioration

Der Grundwasserdargebot sinkt aufgrund Melioration

Interessante Arbeit „Der Grundwasserhaushalt in Vorpommern – Seine anthropogene Prägung, Auswirkungen von Klimaänderungen und Anpassungsstrategien“. Darin u.a. diese Informationen:

Etwa 40% der Fläche Vorpommerns gelten als künstlich entwässert, der Anteil der Rohrdränung wird auf 25% geschätzt.

… dass in der Jahressumme etwa die Hälfte des Gebietsabflusses stark gedränter Einzugsgebiete als Direktabfluss erfolgt, der weder pflanzenverfügbar ist und der Verdunstung unterliegt, noch zur Grundwasserneubildung beiträgt

Im Nordwesten Vorpommerns ist die aktuelle Grundwasserneubildung verbreitet mehr als 50 mm/a niedriger als unter potenziell natürlichen Verhältnissen. […in anderen Regionen] 30 … 40 mm/a niedrigere Grundwasserneubildungsraten.

Im Gebietsmittel hat sich das Grundwasserdargebot um ca. 10 % gegenüber potenziell natürlichen Verhältnissen vermindert.

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Fuchstaler Gemeinde setzt auf Dauerwald-Zertifikate

Fuchstaler Gemeinde setzt auf Dauerwald-Zertifikate

Es geht voran, wenn auch in kleinen Schritten: Die Gemeinde Fuchstal setzt sich seit langer Zeit für den Umbau des Waldes in einen Dauerwald um, und hat nun auch das Zertifizierungssystem des „LIFE Future Forest“ Projektes rund um die Arbeit von Ludwig Pertl angenommen zur Bewertung und auch Bezahlung des Waldumbaus. Spannend!

Hier der Link zum „Handbuch für nachhaltigen Waldumbau“ und hier zum „Der Zukunftswald – Praxisanleitung für nachhaltigen Waldumbau„.

https://www.hswt.de/fileadmin/Redaktion/Forschung/ZFW_Downloads/Forschung/2024/FUTURE_FOREST_Handbuch_Webmaster.pdf
https://www.hswt.de/fileadmin/Redaktion/Forschung/ZFW_Downloads/Forschung/2024/Praxisanleitung_fuer_nachhaltigen_Waldumbau_Life-Future-Forest_HSWT.pdf

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Vegetation zur Klimakühlung, Regenmacher & Wasserspeicher – Aufbauende Landwirtschaft trifft Dauerwald

Vegetation zur Klimakühlung, Regenmacher & Wasserspeicher – Aufbauende Landwirtschaft trifft Dauerwald

Welche Bedeutung kommt dem Wald (und dem nötigen Waldumbau) bei der Klimakühlung und dem Wasserkreislauf zu? Eine Diskussionsrunde [1] rund um Vegetation, Wald, Klimakühlung, Waldumbau, Waldgarten & Permakultur. Mit Daniel Frank (Waldgeister), Wilhelm Bode (Dauerwald-Kanal), Bernhard Gruber (Waldgarten), Stefan Schwarzer (Aufbauende Landwirtschaft e.V.).

[1] https://youtu.be/ZYOntdoqE1Y

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Mit Bäumen, Wäldern und Wasser schon im Winter vorbeugen

Mit Bäumen, Wäldern und Wasser schon im Winter vorbeugen

Auch dem Bund Deutscher Forstleute [1] wird immer klarer, dass es im Wald den fruchtbaren Boden und im Land die klimakühlende Wirkung der Bäume braucht:

„Unter unseren Klimabedingungen sind die Niederschläge im Winter entscheidend für die Bodenfeuchte im Sommer und die Grundwasserbildung“, weiß Ulrich Dohle, Bundesvorsitzender der Forstleute-Gewerkschaft. „Da unsere Landschaft seit vielen Jahren auf Entwässerung getrimmt wurden, müssen wir eine Aufgabenumkehr bei den zuständigen Wasser- und Bodenverbänden gesetzlich fixieren.“ Gleichzeitig weist die Forstleutevertretung darauf hin, dass die Wälder bei der Wasserrückhaltung eine wichtige Rolle spielen. „Der notwendige Waldumbau zu mehr Laubbäumen erhöht im Winter die Aufnahme von Niederschlägen und verbessert im Sommer die Kühlung der Umgebung durch Verdunstung der Laubblätter“, so Dohle. „Gleichzeitig müssen Forstverwaltungen und Waldbesitzer weiter daran arbeiten, den Wasserabfluss aus den Wäldern zu unterbinden und durch humusfreundliche Waldwirtschaft den Waldboden zu einem Schwamm zu machen, der viel Wasser aufnehmen kann.“

[1] https://www.bdf-online.de/aktuelles/news/mit-baeumen-waeldern-und-wasser-schon-im-winter-vorbeugen/

 

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Wasser ist das neue Öl

Wasser ist das neue Öl

Uwe Ritzer, Autor des Buches „Zwischen Dürre und Flut: Deutschland vor dem Wassernotstand: Was jetzt passieren muss“, skizziert in einem Artikel der Süddeutschen (Plus), vor welchen Herausforderungen wir beim Wasser in Deutschland stehen:

Seit der Jahrtausendwende hat Deutschland mindestens 20 Prozent seines Grundwassers verloren. Hitze und Dürre verschärfen die Verteilungskämpfe. Das bekommen auch Berlin, Hamburg und München zu spüren – denn das Umland, aus dem das Wasser für die Ballungsräume kommt, begehrt auf.

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Förderung für eine grundwasserschonende Landbewirtschaftung

Förderung für eine grundwasserschonende Landbewirtschaftung

Sinkende Grundwasserspiegel, Nitrat im Grundwasser – das Thema Wasser geht (momentan) nicht nur die LandwirtInnen was an, sondern auch die Konsumenten, und zwar in Form von weniger werdendem Grundwasser und v.a. Dingen auch Grundwasser mit abnehmender Qualität. Deswegen braucht es sinnvolle Kooperationen, z.B. zwischen Trinkwasserversorgern und LandwirtInnen.

Dazu hat die IG Gesunder Boden mit der Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura einen Maßnahmenkatalog entwickelt:

„Wasser ist die Grundlage des Lebens Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Es kann durch nichts ersetzt werden und deshalb sollten wir alles daran setzen, unser Trinkwasser zu schützen. Wasserwirtschaft und Landwirtschaft müssen in den Trinkwassereinzugsgebieten bzw. Wasserschutzgebieten gemeinsam handeln. Aus diesem Grund wurde die Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura gegründet. Seit Januar 2021 sind 11 Wasserversorger bei der Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura. Im Mittelpunkt steht die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort. Die grundwasserschonende Landbewirtschaftung und Ausgleichsleistungen in den Maßnahmengebieten der Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura tragen unmittelbar zur Qualitätssicherung unseres Wassers bei.“

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Podcast: Von wegen im Überfluss: Geht uns das Wasser aus?

Podcast: Von wegen im Überfluss: Geht uns das Wasser aus?

Podcast: „Von wegen im Überfluss: Geht uns das Wasser aus?„:

Schon heute spüren die Menschen die direkten Auswirkungen des Klimawandels durch anhaltende Dürre- und Hitzeperioden. Zudem leidet der Grundwasserspiegel in Deutschland unter steigenden Jahresmitteltemperaturen und Überentnahmen. Könnte dies in naher Zukunft zu einem Problem werden? Im BR-Podcast „Dossier Politik“ teilt Prof. Jörg E. Drewes, Leiter des TUM-Fachgebiets Siedlungswasserwirtschaft, seine Expertenmeinung.

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Hydrolischer Auftrieb – Wurzeln pumpen Wasser hoch, um es im Boden zu speichern

Hydrolischer Auftrieb – Wurzeln pumpen Wasser hoch, um es im Boden zu speichern

Die Wurzeln können dazu beitragen, Landschaften zu hydratisieren und das Risiko von Waldbränden zu verringern: „Im halbtrockenen Klima des Great Basin in Utah wächst Salbeibusch in Lehm-Skelett-Böden, also Böden, die auf einem Schwemmkiesbett ruhen. Zwei Ökologen, Richards und Caldwell, machten sich daran, die Hypothese des hydraulischen Auftriebs („hydraulic lift“)experimentell zu überprüfen, d. h. die Annahme, dass die Wurzeln der Bäume das Grundwasser anheben und in die oberen Bodenschichten weiterleiten.  Sie fanden heraus, dass die Wurzeln der Salbeibüsche tatsächlich Grundwasser anziehen und es in den umliegenden Boden verteilen. Und nicht nur das: Als sie ein spezielles Wasserisotop um die Wurzeln der Salbeibüsche legten, stellten sie fest, dass sich dieses Isotop auch auf benachbarte Pflanzen ausbreitete. Das war ein merkwürdiges Verhalten der Bäume, denn man könnte meinen, dass ein Baum sein gesamtes Wasser für sich behält und kein Wasser in den umliegenden Boden oder an andere Bäume abgibt. Stattdessen schien das Ökosystem zu kooperieren und das Wasser weiterzugeben, um alle Arten mit Wasser zu versorgen. Wenn das gesamte Ökosystem besser überlebt, tun dies auch die einzelnen Arten. Das ist das Konzept der Gruppenselektion. […] Ihr Team hat berechnet, dass ein Viertel der Bäume und Sträucher in den USA regelmäßig Wasser aus dem Grundgestein beziehen, und in Kalifornien und Texas stammen über 50 % des von den Bäumen genutzten Grundwassers aus dem Grundgestein.“

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Wenn Niederschlag allein nicht mehr reicht

Wenn Niederschlag allein nicht mehr reicht

Wasser muss auch versickern können!

Die Ursache ist nicht nur der geringe Niederschlag. Es fehlt auch an natürlichen Wasserspeichern, die schnell große Mengen aufnehmen können. Dafür braucht es durchlässige Böden, in denen der Niederschlag schnell versickern kann und vor Verdunstung geschützt ist

Auch die Versiegelung des Bodens durch Wohn- und Industriegebiete und die großen Nadelwaldbestände sind auf Grund hoher Transpirationsraten nicht förderlich für die Versickerung der Niederschläge. Der Einfluss des Klimawandels auf den Grundwasserspiegel sind vor allem steigende Temperaturen, nicht so sehr die nachlassenden Niederschläge. Sie sorgen für stärkere Verdunstung und führen dazu, dass weniger Wasser versickern kann.

Nötig wären oberirdische Zwischenspeicher, um den Starkregen später dann in das Grundwasser einzuspeisen. In den Mittelmeeranrainerstaaten sind solche Speicher traditionell weit verbreitet. In Deutschland stehen dem vor allem wasserrechtliche Probleme und Naturschutzbedenken entgegen.

Der größte Wasserverbraucher in Brandenburg ist die Industrie, der Hauptanteil fällt dabei auf den Bergbau mit 40 Prozent und die Energieversorgung mit 25 Prozent des Gesamtwasserverbrauchs. Die Landwirtschaft verbraucht nur 2 Prozent des Wassers in Brandenburg.

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Deutschland: Wird das Wasser knapp?

Deutschland: Wird das Wasser knapp?

Wasserknappheit als neues Thema in Deutschland:

Mit zunehmender Trockenheit sinken die Wassermengen, mancherorts wird es bereits rar – die Konflikte um die Verteilung steigen. Und für Verbraucher wird Wasser teurer.

„Wenn jemand gesagt hätte, das Wasser wird knapp, hätten wir alle nur mit dem Kopf geschüttelt.“, sagt Claudia Pahl-Wostl, Professorin am Institut für Geographie und Institut für Umweltsystemforschung der Universität Osnabrück.

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Die verborgene Krise unter unseren Füßen

Die verborgene Krise unter unseren Füßen

Schwindendes Grundwasser erfordert Maßnahmen, um weit verbreitete Wasserknappheit zu verhindern

Grundwasser ist die primäre Wasserquelle für Milliarden von Menschen und für fast die Hälfte der bewässerten Landwirtschaft, doch seine unauffällige Präsenz hat dazu geführt, dass sich das Grundwasser in zahllosen Regionen der Welt einer wirksamen Bewirtschaftung entzieht. Infolgedessen ist mehr als die Hälfte der großen Grundwasserleiter der Welt erschöpft, einige davon in einem alarmierenden Tempo.

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Eine planetarische Grenze für grünes Wasser

Eine planetarische Grenze für grünes Wasser

Wichtiges Papier:

Grünes Wasser – terrestrischer Niederschlag, Verdunstung und Bodenfeuchtigkeit – ist für die Dynamik des Erdsystems von grundlegender Bedeutung und wird heute durch menschliche Einflüsse auf kontinentaler bis planetarer Ebene erheblich gestört. Grünes Wasser wird jedoch im Rahmen der bestehenden planetarischen Grenzen, die einen globalen sicheren Betriebsraum für die Menschheit abstecken, nicht ausdrücklich berücksichtigt.

Die planetarische Grenze für grünes Wasser kann durch den Prozentsatz der eisfreien Landfläche dargestellt werden, auf der die Bodenfeuchtigkeit in der Wurzelzone in jedem Monat des Jahres von der holozänen Variabilität abweicht. Vorläufige Schätzungen […] deuten darauf hin, dass die planetarische Grenze für grünes Wasser bereits überschritten ist.

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Trend eindeutig: Jährliche Dürrestärken in Deutschland

Trend eindeutig: Jährliche Dürrestärken in Deutschland

Die letzten (trockenen) Jahre haben ihre Spuren im Boden hinterlassen: Eine zunehmende Trockenheit in allen Bodenschichten. Die oberen Schichten können auch schnell mal wieder bei genügend Regen aufgefüllt werden – aber für die tieferen Schichten braucht es schon über längere Zeit stetigen Regen und die nötige Versickerung (irgendwo habe ich gelesen dass ein ganzer Jahresniederschlag in den tieferen Bodenschichten fehlt). Neben den verringerten Jahresniederschlägen der letzten Jahre sehe ich ein Problem v.a. darin, dass viele, an Humus verarmte Böden, Wasser gar nicht mehr richtig aufnehmen können, und dass Wasser viel zu wenig versucht wird auf der Fläche zu halten, sondern dieses über eine oberflächlichen Abfluss, Drainagen und Gräben schnell entsorgt wird. Wie sollen denn da untere Bodenschichten und gar das schwindende Grundwasser wieder aufgefüllt werden?!

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Doku: Unser Wasser – Faszinierende Wunderwelten

Doku: Unser Wasser – Faszinierende Wunderwelten

Sehr eindrucksvolle Aufnahmen rund um die große Problematik des schwindenden Wassers: „Wasser ist die Voraussetzung für Leben. Ein paar winzige Tropfen reichen bereits aus um eine vertrocknete Wüste wieder neu erblühen zu lassen. Auch bei der Entstehung von frühen Zivilisationen spielte Wasser eine wichtige Rolle. Die Kontrolle der Ressource verschaffte dem Menschen klare Vorteile. Doch der Zugang zu sauberem Wasser wird immer schwieriger, die Angst um die Ressource größer. – Eine Dokumentationsreihe auf den Spuren unserer Beziehung zum „blauen Gold“.“

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Deutschlands Wasser verschwindet: Neue Satellitendaten zeigen dramatische Wasserverluste

Deutschlands Wasser verschwindet: Neue Satellitendaten zeigen dramatische Wasserverluste

Deutschland hat in den vergangenen 20 Jahren dramatisch an Wasser verloren. Experten schätzen, dass der Verlust der gesamten Wassermenge des Bodensees entspricht. Das zeigen neue Analysen. Die Erkenntnisse werden erstmals veröffentlicht in der Fernsehdokumentation „Bis zum letzten Tropfen„. Die Doku ist Teil des ARD-Events #unserWasser, der am 16. März beginnt.

Deutschland gehört zu den Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit. Das zeigen Daten der Satellitenmission „Grace“. Der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Jay Famiglietti vom Global Institute for Water Security, hat die Satellitenforschung im Auftrag der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ausgewertet. Seit der Jahrtausendwende verliere das Land 2,5 Kubik-Kilometer Wasser jährlich. Zusammengenommen ebenso viel Wasser, wie der Bodensee enthält. Stark betroffen sind die Region um Lüneburg, Baden-Württemberg und Bayern.

Die Grace-Satelliten messen Veränderungen der Schwerkraft der Erde, die z.B. durch den unterschiedlichen Wassergehalt entstehen. Vor allem steigende Temperaturen in der Klimakrise führen zu mehr Verdunstung und damit zu Wassermangel. Das zeigen weitere Analysen. Während anhaltender Trockenphasen – wie im Sommer 2018 – ist es bereits zu regionalen Problemen mit der öffentlichen Wasserversorgung gekommen.

Prof. Martin Grambow von der Bund-Länder Arbeitsgemeinschaft Wasser kommentiert in der Doku die neuen Daten so: „Diese Informationen sind bei uns noch nicht veröffentlicht, und sie stützen das Bild, dass wir letztendlich ein systemisches Defizit haben. Und das Unangenehme dabei ist: Das geht lange, lange Zeit gut, und wenn es dann aber merkbar wird, dann ist es bei weitem zu spät.“ Ebenfalls konfrontiert mit den „Grace“-Daten sagte der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber: „Jede Staatsregierung in den 16 Ländern muss das Thema Wasser als das herausfordernde Thema mit auf der Agenda haben. Wenn ich mir die ersten fünf Themen ansehe, muss das Wasser unter den ersten fünf Themen stehen.

Quelle: Presseportal

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Mikroplastik gelangt bis ins Gehirn

Mikroplastik gelangt bis ins Gehirn

Undichte Barriere: Mikroplastik gelangt nicht nur in unsere Gewebe und Organe, sondern kann sogar bis ins Gehirn vordringen, wie eine Studie an Mäusen und menschlichen Zellkulturen nahelegt. Demnach durchdringen Partikel kleiner als zwei Mikrometer die Blut-Hirn-Schranke und reichern sich schon nach wenigen Tagen in den Mikrogliazellen des Gehirns an. Das löst vermehrt Entzündungen, Zellschäden und ein Absterben der Zellen aus, wie die Forscher berichten.

Durchaus ein gravierendes Problem, mit dem die Landwirtschaft zu tun hat. V.a. über städtische Komposte, aber auch über andere Quellen, gelangen doch nicht wenig Mengen an Mikroplastik auf die Äcker, und damit in den Boden, ins Gemüse und ins Grundwasser.

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