Kann Technik die Natur retten? Eine große Frage, der wir uns philosophisch widmen könnten – aber das würde hier zu weit führen. Frauke Fischer und Hilke Oberhansberg gehen dieser Frage aus (natur)wissenschaftlicher Sicht in ihrem neuen Buch „Kann KI die Natur retten?: Wie Künstliche Intelligenz Tierarten und Ökosysteme schützen und den Umweltschutz revolutionieren kann – Chancen und Risiken der Technologie für unseren Planeten“ (Amazon, Buch7) nach.
Es ist spannend, welches Verständnis für die Natur uns die KI bietet. Die Walgesänge – so zeigt die KI – sind Lieder mit vielen Strophen, die immer wieder wiederholt werden, an Kinder weitergegeben, die angepasst werden können wenn „Immigranten“ kommen und das Lied etwas anders singen. Die KI hilft uns über installierte Mikrofone erkennen, welche Tierarten in einem Ökosystem fehlen – weil von Natur aus alle Frequenzbereiche gefüllt sind, und wenn da irgendwo eine Lücke auftaucht sagt es damit aus, dass dort auch ein Tier nicht mehr vorkommt. Die KI hilft uns Wanderrouten viel besser zu verstehen, Bewegungen von Tieren besser zu folgen – und damit natürlich für deren Schutz auch besser zu sorgen.
Allerdings: Die großen Treiber für die Naturzerstörung liegen woanders und sind ziemlich gewichtig. Da hilft, so meine Meinung, auch eine bessere Technik nichts. Da hilft nur ein innerer Paradigmenwechsel beim Menschen – und davon sind wir leider weit entfernt. Sorry wenn ich hier so pessimistisch auftrete.
Aber: Das Buch zeigt mit vielen kleinen Geschichten auf, wie wir mittels KI die Natur nicht nur besser verstehen, sondern auch besser begreifen können, einen tieferen Bezug herstellen und uns für das Leben überall um uns herum noch mehr faszinieren lassen können.
