hochwasserschutz

Cem Özdemir und das alte Denken beim Hochwasserschutz

Cem Özdemir und das alte Denken beim Hochwasserschutz

Letztens hat das Staatsministerium Baden-Württemberg einen Beitrag mit Cem Özdemir zum Hochwasserschutz gepostet. „Ich kümmer mich um euren Schutz vor Hochwässern“ – so der Inhalt. Und dazu werden dann Beton- und Stahlrückhaltebecken gezeigt.

Hey Leute, ihr seid doch von den Grünen! Ein großer Teil der Lösung liegt nicht in der Symptom-Bekämpfung mittels technischer Bauwerke die viel Geld kosten und nur selten genutzt werden wollen, sondern sollte in der Ursachenbekämpfung liegen: Schwammlandschaften entwickeln. [Denn es ist nicht nur „der Klimawandel“, der die Zunahme an Hochwasserereignissen und Dürren verursacht, sondern eben auch unser schlechtes, degeneratives Landmanagement.]

Also, degenerierte und verdichtete Böden wieder beleben, Bodenfruchtbarkeit steigern, Wasserspeicher- und Wasserinfiltrationsfähigkeit dort erhöhen, Keyline-Systeme entwickeln, Drainagen und Gräben anders denken, natürliche Retentionsflächen in klein und gerne auch groß entwickeln, usw. Die Ressourcen aufbauende Landwirtschaft hat da so viele Maßnahmen zu bieten, die dies mit wenig(er) Geld und vor allem multiplen Benefits erreichen können.

Denn es hält nicht nicht Wasser zurück zum Schutz vor Hochwässern, sondern schützt gleichzeitig vor der nächsten Dürre, füllt die Grundwasserspiegel wieder, fördert die Biodiversität, kühlt das Klima, erhöht die Nährstoffdichte, macht die Landwirte unabhängiger von chemischen Inputs und damit freier, usw.

Siehe dazu dieser Wasser-Infiltrationstest, der aufzeigt welches Potential in einer veränderten Bewirtschaftung liegt.

Also, bitte, lernt von den Pionieren der regenerativen Landwirtschaft und investiert in die Natur und die Menschen. »Nature based solutions« ist ein großer Teil der Lösung!

Wer mehr dazu wissen möchte:

Beitrag von Cem Özedmir: https://www.linkedin.com/posts/extremwasser-ob-zu-viel-oder-zu-wenig-ist-ugcPost-7471115874637213696-aCI0/
Wasser-Infiltrationstest: https://youtu.be/ZQc3dpY8JjY

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ÖDP mit einem 5-Stufen-Konzept für naturnahen Hochwasserschutz

ÖDP mit einem 5-Stufen-Konzept für naturnahen Hochwasserschutz

Spannend, ein interessantes Konzept zum Starkregen- und Hochwasserschutz in der Land(wirt)schaft und in Kommunen aus der Politik, ÖDP.

Die zunehmenden Starkregenereignisse zeigen deutlich: Klassischer, rein technischer Hochwasserschutz stößt an seine Grenzen. Statt Wasser möglichst schnell abzuleiten, braucht es ein Umdenken – hin zu einem dezentralen, naturnahen Ansatz, der bereits dort ansetzt, wo der Regen fällt: in der Fläche. Kernidee ist, Wasser möglichst lange in der Landschaft zu halten. Böden, Vegetation, Moore, Hecken und Gewässerstrukturen wirken dabei wie ein Schwamm. Gut bewirtschaftete Böden können enorme Wassermengen speichern und so Hochwasserspitzen deutlich reduzieren – Schätzungen gehen von bis zu 30–40 % weniger Abfluss aus.

Das Konzept basiert auf fünf aufeinander aufbauenden Stufen:

  1. Vorsorge in Fläche und Planung: Hochwasserschutz beginnt bei Landnutzung, Raumplanung und Risikobewusstsein.
  2. Wasserrückhalt in der Landschaft: Landwirtschaftliche Flächen spielen eine Schlüsselrolle: Humusaufbau, dauerhafte Bodenbedeckung, Hecken, Agroforst und reduzierte Versiegelung erhöhen die Speicherfähigkeit massiv.
  3. Verlangsamung des Abflusses: Durch strukturreiche Landschaften, Gräben, Retentionsräume und renaturierte Gewässer wird Wasser zurückgehalten und verzögert abgeführt.
  4. Rückhalt in Gewässern und Auen: Flüsse brauchen wieder Raum: Auen, Feuchtgebiete und Überschwemmungsflächen puffern Hochwasser ab.
  5. Technischer Hochwasserschutz: Deiche, Rückhaltebecken und Frühwarnsysteme bleiben wichtig – sind aber nur die letzte Verteidigungslinie.

Der entscheidende Punkt: Viele kleine Maßnahmen in der Fläche erzeugen gemeinsam eine große Wirkung. Gleichzeitig entstehen Zusatznutzen wie bessere Grundwasserneubildung, Kühlung der Landschaft, höhere Biodiversität und mehr Resilienz gegenüber Dürre.

Fazit: Hochwasserschutz ist kein reines Bauprojekt, sondern eine Frage der Landnutzung. Wer Wasser in der Landschaft hält, schützt nicht nur vor Überschwemmungen, sondern stärkt das gesamte Ökosystem.

Konzept: https://www.oedp.de/fileadmin/user_upload/01-instanzen/00/aktuelles/Hochwasser/Hochwasserschutzpapier_190424.pdf

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So bleibt das Regenwasser im Wald

So bleibt das Regenwasser im Wald

Rigolen gegen Sturzbäche bei Starkregen: Wasser ist kostbar. Als Trinkwasser für uns Menschen – aber natürlich auch für Bäume und Pflanzen. In Rheinland- Pfalz versuchen Forstämter, Wasser im Wald zurückzuhalten – damit mehr Bäume trockene Perioden überleben.

Im Soonwald haben Spezialisten des Forstamts Maßnahmen entwickelt, damit ein kleiner Bach bei einem lokalen Starkregen nicht zum reißenden Strom wird – wie 2021 im Ahrtal. Es wird bei dem Projekt versucht, dass Niederschlagswasser im Wald zu halten. Das ist zum einen eine Vegetationshilfe für den Wald. Zum anderen ist es präventiv im Rahmen des Hochwasserschutzes.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/regenwasser-soll-im-soonwald-bleiben-rigolen-100.html

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