Keine so große neue Erkenntnis, aber doch immer wieder wichtig aufzuzeigen, warum u.a. der Waldumbau hin zu einem vielfältigen Misch- und Dauerwald so wichtig ist: Es betrifft eben auch die Grundwasserneubildung.
–> Deswegen auch unser 1. Symposium Aufbauende Waldwirtschaft, 8.-10.5.2026
Untersuchungen des Thünen-Instituts für Waldökosysteme zeigen, dass unter Buchenwäldern deutlich mehr Grundwasser gebildet wird als unter Kiefernwäldern. Auf einer Versuchsfläche in Britz wurde über mehrere Jahre mithilfe von Großlysimetern gemessen, wie viel Sickerwasser in fünf Metern Tiefe ankommt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Unter Kiefern versickert wesentlich weniger Wasser, in neun von fünfzehn Jahren erreichte dort sogar gar kein Wasser diese Tiefe.
Die Ursachen liegen vor allem in den unterschiedlichen Eigenschaften der Baumarten. Kiefern tragen ganzjährig Nadeln, die Niederschlag abfangen, sodass ein großer Teil direkt wieder verdunstet. Zudem ist die Bodenvegetation oft dichter, was zusätzliche Verdunstung fördert. Buchen hingegen verlieren im Winter ihr Laub, wodurch mehr Niederschlag den Boden erreicht. Zusätzlich leiten ihre glatten Stämme Wasser gezielt zum Boden, was die Versickerung begünstigt.
Diese Unterschiede sind von großer Bedeutung für die Wasserverfügbarkeit.
Ein gezielter Waldumbau hin zu mehr Laub- und Mischwäldern könnte helfen, die Grundwasserneubildung zu erhöhen und sinkenden Grundwasserständen entgegenzuwirken. Da rund 70 Prozent des Trinkwassers in Deutschland aus Grundwasser stammen, hat die Baumartenwahl im Wald direkte Auswirkungen auf die langfristige Wasserversorgung.
https://www.thuenen.de/de/newsroom/infothek/wissenschaft-erleben/wissenssnack-wasser-auf-umwegen
https://aufbauende-landwirtschaft.de/symposium-aufbauende-waldwirtschaft-2026/
