otto scharmer

Warum gute Lösungen allein nicht ausreichen

Warum gute Lösungen allein nicht ausreichen

Wie geschieht Transformation? Basierend auf Otto Scharmer’s zur Essenz der Transformation und meinem Engagement für eine Transformation der Landwirtschaft, verstehe ich das so:

Regeneration beginnt nicht mit neuen Maßnahmen, sondern mit einem neuen gemeinsamen Verständnis des Systems. Wir schaffen (mit Regenerate Forum) den Raum, in dem die Akteure der Region lernen, das System gemeinsam zu sehen, zu verstehen und daraus die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Die vier Prinzipien für Transformation nach Otto Scharmer lassen sich in etwa so zusammenfassen – und sind super wichtig für das Verständnis wie Wandel geschehen kann:

  1. Ein System versteht man erst, wenn man versucht, es zu verändern: Scharmer greift Kurt Lewins Satz auf: Man versteht ein System nicht wirklich, solange man es nur von außen beobachtet. Wirkliches Systemwissen entsteht erst im Handeln, im Eingreifen, im Experimentieren. Transformation ist deshalb kein rein analytischer Prozess, sondern ein lernender Veränderungsprozess.
  2. Ein System verändert sich nicht dauerhaft, wenn sich nur Strukturen ändern: Neue Regeln, neue Prozesse oder neue Organisationsformen reichen nicht aus, wenn die Menschen im System mit demselben alten Denken, denselben Routinen und denselben Beziehungsmustern weitermachen. Dann entstehen in neuen Strukturen wieder die alten Probleme. Echte Veränderung braucht also eine Veränderung der Denkweisen, Haltungen und inneren Muster der Beteiligten.
  3. Bewusstsein verändert sich, wenn ein System sich selbst sehen und spüren lernt: Menschen verändern ihr Verhalten nicht allein dadurch, dass sie wissen, was falsch läuft. Sie müssen das System als Ganzes sehen und auch fühlen, wie es sich aus unterschiedlichen Perspektiven anfühlt, besonders aus der Perspektive der Betroffenen und Marginalisierten. Scharmer nennt das eine Art „Spiegel“: Das System muss sich selbst erkennen, nicht nur abstrakt, sondern existenziell.
  4. Transformation entsteht durch das Wahrnehmen einer möglichen Zukunft: Für Scharmer reicht es nicht, nur aus der Vergangenheit zu lernen oder Probleme zu reparieren. Entscheidend ist die Fähigkeit, eine entstehende Zukunft zu erspüren: Was will möglich werden? Welche nächste Entwicklungsstufe liegt im Feld? Diese Fähigkeit nennt er „Sensing“ oder in der Theorie U auch das Sich-Öffnen für die Zukunft, die entstehen möchte.

Kurz zusammengefasst – Transformation bedeutet bei Scharmer:

Nicht nur Symptome bekämpfen, sondern die tieferen Strukturen, Denkweisen und inneren Haltungen sichtbar machen. Ein System muss sich selbst sehen, sich selbst spüren und sich für eine neue Möglichkeit der Zukunft öffnen. Erst dann kann aus Wissen auch kollektives Handeln entstehen.

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