Neue Forschung zeigt: Bodenbakterien und Mykorrhizapilze versorgen Pflanzen nicht nur mit Nährstoffen. Sie beeinflussen über Hormone und Signalmoleküle auch die Öffnung der Spaltöffnungen (Stomata) in den Blättern – und damit die Verdunstung.
Warum? Mikroorganismen leben von den Zuckern, die Pflanzen durch die Photosynthese produzieren. Es liegt daher im Interesse beider Partner, dass die Pflanze möglichst effizient Wasser und Nährstoffe aufnehmen und lange Photosynthese betreiben kann. Besonders Mykorrhizapilze helfen Pflanzen dabei, auch bei Trockenheit länger Wasser aufzunehmen. Dadurch bleiben die Stomata häufig länger geöffnet und die Verdunstung steigt.
Mehr Verdunstung bedeutet mehr Wasserdampf in der Atmosphäre – eine wichtige Voraussetzung für Wolkenbildung und Niederschlag. Gleichzeitig beeinflusst die Pflanze die Bildung biogener Aerosole, die als Kondensationskeime für Wolken dienen können.
Ob Bodenmikroben dadurch tatsächlich das Wetter auf Landschafts- oder Kontinentalskalen mitsteuern, ist wissenschaftlich noch nicht bewiesen. Die einzelnen Bausteine sind jedoch gut belegt. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass Bodenmikrobiom, Pflanzen und Atmosphäre ein eng gekoppeltes System bilden – und dass gesunde Böden möglicherweise eine weit größere Rolle für den Wasserkreislauf und das Klima spielen, als lange angenommen wurde.
