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Zwischenbericht: Agrarböden verlieren Kohlenstoff

Zwischenbericht: Agrarböden verlieren Kohlenstoff

Der Zwischenbericht der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE-LW) zeigt eine klare Tendenz: Landwirtschaftliche Böden verlieren organischen Kohlenstoff. Über alle Nutzungsformen hinweg geben sie mehr Kohlenstoffdioxid an die Atmosphäre ab, als sie aufnehmen.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen eine Abnahme an organischem Bodenkohlenstoff in allen landwirtschaftlichen Nutzungsformen, bezogen auf die oberen 30 Zentimetern und das vergangene Jahrzehnt:

  • -1,7% Acker
  • -6% Grünland
  • -8% Dauerkulturen

Das Zwischenergebnis basiert auf Erhebungen in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen.

https://www.thuenen.de/de/newsroom/detail/kohlenstoffvorraete-in-deutschen-agrarboeden-erste-ergebnisse-der-wiederholungsinventur

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Öko oder konventionell: Humusgehalt unterscheidet sich nicht

Öko oder konventionell: Humusgehalt unterscheidet sich nicht

Eine aktuelle Studie des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz wertet Daten zum Humusgehalt in Ackerböden unter ökologischer und konventioneller Bewirtschaftung in Deutschland aus. Die überraschende Erkenntnis: Der Humusgehalt in ökologisch bewirtschafteten Äckern unterscheidet sich kaum von dem in konventionell bewirtschafteten. Allerdings müssen dabei auch die weiteren Umweltwirkungen betrachtet werden.

Für die Studie wurden die Faktoren untersucht, die den Eintrag von Kohlenstoff in den Boden beeinflussen: organische Düngung, Ertragsniveau, die Fruchtfolge und weitere Bewirtschaftungsfaktoren.

  • Organische Düngung: Die Menge der organischen Düngung unterscheidet sich im Mittel in den ökologischen und konventionellen Bewirtschaftungssystemen nicht. Ein Drittel der Äcker erhielt gar keine organische Düngung.
  • Ertragsniveau: Der Einsatz mineralischer Dünger und chemischer Pflanzenschutzmittel im konventionellen Anbau führte im Mittel zu gut 30 Prozent höheren Erträgen. Die daraus resultierenden Ernterückstände wie Wurzeln sind wichtig für den Humusaufbau.
  • Fruchtfolge: Im Öko-Landbau wurden sogenannte Humusmehrer wie Kleegras zu 39 Prozent in die Fruchtfolgen eingebaut. Auf konventionell bebauten Äckern lag die Rate bei elf Prozent. Der Zwischenfruchtanbau unterschied sich in den Anbausystemen kaum.

„Im Ökolandbau wird Bodenkohlenstoff aber mit weitaus weniger negativen Umwelteffekten durch die humusfördernden Fruchtfolgen aufgebaut. Im konventionellen Landbau wird der Bodenkohlenstoff-Aufbau vor allem durch Düngung erreicht“, ordnet der Alex Don die Ergebnisse ein. Gleichzeitig werde deutlich, dass es unterschiedliche Wege gebe, Humus im Boden aufzubauen. „Sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Landbau gibt es dafür geeignete Möglichkeiten und Maßnahmen“, sagt der Humusexperte .

https://www.thuenen.de/de/newsroom/detail/humus

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Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft, Thünen Report 65

Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft, Thünen Report 65

Zwar schon etwas her, aber gut sich immer wieder klar zu machen:

Der Ökolandbau erbringt zahlreiche gesellschaftliche Leistungen für den Umwelt- und Ressourcenschutz. Das ist das Ergebnis einer Studie des Thünen-Instituts mit anderen Forschungspartnern, die 2019 veröffentlicht wurde. 

Der ökologische Landbau gilt als ein nachhaltiges Landnutzungssystem und wird deshalb in besonderer Weise politisch unterstützt. Obwohl die Zusammenhänge zwischen der ökologischen Wirtschaftsweise und der Erbringung gesellschaftlich relevanter Umweltleistungen auf zunehmend breitere Anerkennung stoßen, werden die Potenziale des ökologischen Landbaus zur Bewältigung der umwelt- und ressourcenpolitischen Herausforderungen unserer Zeit in Politik und Wissenschaft weiterhin unterschiedlich bewertet.

Ein Grund hierfür sind unterschiedliche Sichtweisen auf die zu wählende Bezugseinheit – ob also eine Umweltleistung auf die Fläche oder den Ertrag zu beziehen ist. Immer wieder Gegenstand von Diskussionen ist auch die Frage, was alles eigentlich eine gesellschaftliche bzw. öffentliche Leistung ist und mit welchem Untersuchungsdesign diese zu untersuchen sind.

In einem interdisziplinären Verbundprojekt hat das Thünen-Institut gemeinsam mit anderen Forschungspartnern die gesellschaftlichen Leistungen des Ökolandbaus in den Bereichen Wasserschutz, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klimaschutz, Klimaanpassung, Ressourceneffizienz und Tierwohl auf der Grundlage einer umfassenden Analyse wissenschaftlicher Veröffentlichungen analysiert.

Die Auswertung der wissenschaftlichen Literatur ergab, dass die ökologische Bewirtschaftung gegenüber der konventionellen Variante im Umwelt‐ und Ressourcenschutz Vorteile aufweist. Eine höhere gesellschaftliche Leistung durch ökologischen Landbau wurde insbesondere in den Bereichen Wasserschutz, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klimaanpassung und Ressourceneffizienz festgestellt.

Kein klares Bild zeigte sich beim Tierwohl. Hinsichtlich Verhalten und Emotionen deuten sich Vorteile der ökologischen Tierhaltung an. Bei der Tiergesundheit sind abgesehen von der Gliedmaßnahmen- und Klauengesundheit keine grundlegenden Unterschiede festzustellen; das Management scheint hier entscheidender zu sein als die Wirtschaftsweise.“

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