Trockenheitsresistenz von Bäumen ist variabler als gedacht

Schwere Dürren führen zunehmend zum Absterben von Bäumen. Bisherige Studien – vor allem aus gemäßigten Regionen – ließen vermuten, dass sich Individuen derselben Baumart in ihrer Trockenheitsresistenz nur wenig unterscheiden und das Anpassungspotenzial entsprechend begrenzt ist.

Eine neue Studie aus Puerto Rico stellt diese Annahme infrage. Untersucht wurden 290 Bäume aus 18 Arten entlang eines Niederschlagsgradienten von 1.000 bis 4.000 mm pro Jahr. Dabei zeigte sich eine erstaunlich große Variabilität innerhalb derselben Arten: Bäume in trockeneren Wäldern waren meist deutlich widerstandsfähiger gegen Embolien im Wasserleitungssystem und verfügten über größere Sicherheitsreserven bei der Regulation ihrer Spaltöffnungen.

Das bedeutet: Innerhalb einer Baumart könnte erheblich mehr Anpassungspotenzial an Trockenheit stecken als bisher angenommen. Arten, denen diese Variabilität fehlt, könnten dagegen besonders gefährdet sein.

Für den Waldumbau ist das bedeutsam: Es könnte nicht nur entscheidend sein, welche Baumart wir pflanzen, sondern auch, aus welcher Population und welchem Klima- bzw. Trockenheitsraum das Saat- oder Pflanzgut stammt.

Studie: https://www.nature.com/articles/s41586-026-10870-4

Schreibe einen Kommentar