Wenn Wälder unter Trockenheit leiden, sehen wir das oft erst spät: lichte Kronen, Borkenkäfer, vertrocknete Jungpflanzen, steigende Brandgefahr. Doch die Ursachen liegen tiefer.
Die Widerstandskraft eines Waldes hängt auch davon ab, wie er aufgebaut und bewirtschaftet wird. Monotone Bestände, verdichtete Böden, gestörte Wasserhaushalte und zu wenig Struktur erhöhen seine Anfälligkeit. Gleichzeitig setzt die Klimaänderung inzwischen selbst naturnahe und bisher robuste Wälder – etwa Buchenwälder – sichtbar unter Druck.
Genau deshalb ist Waldumbau nicht nur eine Frage der Baumarten. Er ist auch Wassermanagement. Mischwälder, mehr Struktur, Dauerwaldansätze, Bodenschutz, weniger Verdichtung, Totholz, Humusaufbau, gestufte Waldränder, Quellschutz und kleine Rückhaltestrukturen können helfen, Wasser länger im Wald zu halten.
Ein stabiler Wald ist keine Wasserfabrik, die unabhängig von allem funktioniert. Aber er kann Böden schützen, Wind bremsen, kühlen, Infiltration fördern und den Landschaftswasserhaushalt stärken. Und er steht nicht isoliert da. Der Wald hängt mit angrenzenden Äckern, Wiesen, Bächen, Wegen und Siedlungen zusammen.
In „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten“ geht es deshalb nicht um Landwirtschaft oder Wald als getrennte Welten. Es geht um ganze Landschaften. Wenn wir Wasser halten wollen, müssen wir diese Zusammenhänge wieder ernst nehmen – von der Rückegasse bis zur Aue, vom Acker bis zum Dorf.
