klimakühlung

Neue Studie: Entwaldung trocknet den Amazonas schneller aus als bisher gedacht

Neue Studie: Entwaldung trocknet den Amazonas schneller aus als bisher gedacht

Der Amazonas ist nicht nur ein Wald – er ist eine riesige Wasserpumpe. Milliarden von Bäumen ziehen Wasser aus dem Boden und geben es über ihre Blätter an die Atmosphäre ab. Dieses Wasser bildet Wolken und fällt später wieder als Regen auf die Landschaft zurück.

Eine neue Studie von Liu et al. (2025) zeigt nun eindrucksvoll, wie empfindlich dieses System reagiert. Die Forschenden untersuchten die Waldverluste in den brasilianischen Bundesstaaten Rondônia und Mato Grosso zwischen 2002 und 2015. Das Ergebnis: Ein Rückgang der Waldfläche um lediglich 3,2 % führte zu einer Verringerung der Verdunstung um 3,5 % und zu einem Rückgang der Niederschläge in der Trockenzeit um 5,4 %.

Besonders spannend ist die Frage, warum der Regen so stark zurückgeht. Oft wird angenommen, dass weniger Wald einfach weniger Verdunstung bedeutet und deshalb weniger Regen fällt. Die Studie zeigt jedoch, dass dies nur einen Teil der Erklärung liefert.
Lediglich etwa ein Viertel des Niederschlagsrückgangs war direkt auf die geringere lokale Verdunstung zurückzuführen. Rund drei Viertel entstanden dadurch, dass die Entwaldung die atmosphärische Zirkulation veränderte. Durch die trockenere und wärmere Luft wurden weniger Wolken gebildet, wodurch auch weniger Feuchtigkeit aus anderen Regionen in das Gebiet transportiert wurde.

Die Bedeutung dieser Ergebnisse reicht weit über den Amazonas hinaus. Sie verdeutlichen, dass Vegetation nicht nur auf den vorhandenen Niederschlag reagiert, sondern selbst aktiv an dessen Entstehung beteiligt ist. Wälder beeinflussen damit nicht nur Kohlenstoffspeicherung und Biodiversität, sondern auch den regionalen Wasserhaushalt und das Klima.

Für die Diskussion um klimaaktive Landschaften ist das eine wichtige Erkenntnis: Landnutzung entscheidet nicht nur darüber, wie Wasser genutzt wird, sondern auch darüber, wie viel Wasser überhaupt in einer Region zur Verfügung steht. Wälder sind daher nicht nur Opfer von Dürren – sie sind ein wesentlicher Teil der Lösung.

Studie: https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2025AV001670

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Warum wir beim Klimawandel (und den Folgen) zu oft nur in den Himmel schauen

Warum wir beim Klimawandel (und den Folgen) zu oft nur in den Himmel schauen

Über den Einfluss der schwindenden Vegetation und degradierter Böden auf den Wasserkreislauf – und damit auch auf den Energiekreislauf und den Kohlenstoffkreislauf – habe ich hier schon häufig geschrieben. Doch warum ist diese Sichtweise bis heute so wenig verbreitet?

Eine kurze Geschichte dazu. Sie hat sich tatsächlich so ereignet – vor etwa zwei Jahren in einem Gespräch mit einem bekannten Fernseh-Wettermoderator.

Eigentlich wollte ich von ihm wissen, wie er unsere Sicht auf die Rolle von Vegetation und Böden für den Wasser- und Energiekreislauf einschätzt. Kann er nachvollziehen, dass Pflanzen das Klima nicht nur lokal, sondern auch regional und global kühlen – und dass sie damit ein bisher weitgehend unterschätzter Teil der Lösung, aber auch des Problems der Klimakrise sind?

Doch wir kamen gar nicht so weit. Das Gespräch blieb beim gerade zurückliegenden Hochwasser in Südbayern im Juni 2024 hängen.

„Das ist der Klimawandel“, sagte er.

„Moment“, entgegnete ich. „Es macht doch einen erheblichen Unterschied, ob ein landwirtschaftlicher Boden nur zehn Liter Wasser pro Quadratmeter aufnehmen kann oder fünfzig Liter – oder sogar noch mehr, wie auf gut aufgebauten, regenerativ bewirtschafteten Böden. Solche Unterschiede messen wir tatsächlich. Viele Böden sind inzwischen so stark verdichtet und degradiert, dass sie Starkregen kaum noch aufnehmen können.“

„Nein“, antwortete er. „Das ist der Klimawandel. Ein Grad höhere Lufttemperatur bedeutet etwa sieben Prozent mehr Wasserdampf in der Atmosphäre. Wenn wir während solcher Wetterlagen fünf Grad höhere Temperaturen haben, steckt entsprechend mehr Wasser und vor allem mehr Energie in diesen Ereignissen.“

Diese Erklärungen untermalt er mit Handbewegungen nach oben – in den Himmel.

„Ja“, sagte ich, „da stimme ich dir vollkommen zu. Aber macht es nicht zusätzlich einen Unterschied, ob das Wasser in der Landschaft gehalten wird oder möglichst schnell aus ihr verschwindet? Verdichtete Böden erzeugen Oberflächenabfluss. Drainagen, Gräben und Kanalisation beschleunigen den Abfluss zusätzlich. Der massive Verlust an Auen und Mooren. Die Begradigung von Bächen und Flüssen. Und rund acht bis zehn Prozent unserer Landschaft sind inzwischen versiegelt. Das Wasser fließt also auf direktem Weg Richtung Regensburg und Passau, anstatt zunächst im Boden und in der Landschaft gespeichert zu werden.“

Wir diskutierten noch einige Minuten hin und her. Schließlich sagte er: „Ja, stimmt. Da ist etwas dran.“

Dieses Gespräch hat mich lange beschäftigt.

Nicht, weil der Meteorologe unrecht hatte – im Gegenteil. Seine Aussagen zur Atmosphäre waren vollkommen richtig. Sondern weil mir bewusst wurde, wie stark wir alle durch unsere jeweilige Fachdisziplin geprägt sind.

Meteorologen schauen verständlicherweise vor allem in den Himmel. Bodenkundler schauen auf den Boden. Hydrologen auf Flüsse und Grundwasser. Agrarwissenschaftler auf die Felder. Jeder erkennt einen wichtigen Teil des Systems.

Doch das Klima entsteht nicht allein in der Atmosphäre. Es entsteht aus dem Zusammenspiel von Atmosphäre, Vegetation, Böden und Wasser.

Genau dieser Blick auf das Gesamtsystem fehlt bis heute häufig. Dabei sind die Zusammenhänge auf der Ebene des Wasserhaushalts oft erstaunlich einfach: Gesunde Böden speichern mehr Wasser. Mehr gespeichertes Wasser ermöglicht mehr Vegetation und damit mehr Verdunstung. Mehr Verdunstung entzieht der Umgebung Wärme, fördert Wolkenbildung und Niederschlag und stabilisiert regionale Klimasysteme.

Über diese weiterführenden Zusammenhänge – die klimakühlende Wirkung der Vegetation und die Rolle des kleinen Wasserkreislaufs, wie ich sie unter anderem in meinem UNEP-Artikel und im Buch „Aufbäumen gegen die Dürre(künftig „Aufbäumen gegen Dürre und Fluten„) beschreibe – haben wir an diesem Tag gar nicht mehr gesprochen.

Ich ging nachdenklich weiter.

Nicht erschrocken über den Meteorologen.

Sondern darüber, wie selten wir die verschiedenen Puzzleteile zusammenfügen.

UNEP Paper: https://aufbauende-landwirtschaft.de/wp-content/uploads/2021/08/UNEP-Foresight-Brief-Mit-Vegetation-und-Boeden-die-kleinen-Wasserkreislaeufe-staerken-und-das-Klima-kuehlen.pdf
Buch: https://www.oekom.de/buch/aufbaeumen-gegen-die-duerre-9783987260209

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Mit Vegetation und Böden die kleinen Wasserkreisläufe stärken und das Klima kühlen

Mit Vegetation und Böden die kleinen Wasserkreisläufe stärken und das Klima kühlen

Es ist zwar schon eine Weile her dass ich dieses Paper für UNEP geschrieben habe, aber es bietet meiner Meinung nach immer noch eins der besten Überblickspapiere in diesem Bereich (2021 war es das Erste seiner Art mit den vielen wissenschaftlichen Backups und den großen Zusammenhänge die es aufzeigt). Wie hängen Landnutzungsänderungen (letzten Endes ja quasi immer „Zerstörungen“), der Wasser-, Energie- und Kohlenstoffkreislauf zusammen? Welchen Einfluß hat das Schwinden von Vegetation auf Boden, Wasser und Klima? Viel mehr als wir gemeinhin (und überraschenderweise in der Klimawissenschaft ebenso) denken.

Working with Plants, Soils and Water to Cool the Climate and Rehydrate Earth’s Landscapes

Gibt es in verschiedene Sprachen! Und inoffiziell (weil keine UN-Sprache auch in deutsch).

English (2.36 MB)
Arabic (3.58 MB)
Chinese (3.47 MB)
Russian (2.89 MB)
Spanish (2.89 MB)
French (1.78 MB)

 

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Wenn Landschaften austrocknen – wie wir den kleinen Wasserkreislauf schwächen

Wenn Landschaften austrocknen – wie wir den kleinen Wasserkreislauf schwächen

Die Erdgeschichte zeigt, wie Pflanzen den kontinentalen Wasserkreislauf aufgebaut haben (siehe vorangegangen Post). Heute erleben wir vielerorts den umgekehrten Prozess: Wälder werden gerodet, Hecken verschwinden, Moore werden entwässert, Flüsse begradigt und Böden durch intensive Nutzung verdichtet und degradiert. Damit verliert die Landschaft nach und nach ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern und wieder an die Atmosphäre abzugeben.

Regen fließt immer häufiger oberflächlich ab, statt im Boden zu versickern. Auen und Moore, die früher wie natürliche Schwämme wirkten, wurden trockengelegt. Begradigte Flüsse transportieren Wasser möglichst schnell aus der Landschaft, Drainagen entwässern Felder, und versiegelte Flächen verhindern nahezu jede Versickerung. Gleichzeitig verlieren degradierte Böden ihre lockere Struktur und damit ihre Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und über längere Zeit zu speichern.

Die Folgen reichen weit über den Boden hinaus. Fehlt Wasser in der Landschaft, verdunsten Pflanzen deutlich weniger. Statt einen großen Teil der Sonnenenergie für die Verdunstung – und damit für Kühlung – zu nutzen, heizen sich trockene Böden und kahle Äcker stark auf. Es entstehen große Flächen heißer Luft, die sich deutlich anders verhalten als die kühle, feuchte Luft über Wäldern, Feuchtgebieten oder artenreichen Wiesen.

Dadurch wird nicht nur die Landschaft wärmer. Auch der kleine Wasserkreislauf gerät ins Stocken. Es gelangt weniger Wasserdampf in die Atmosphäre, Wolken bilden sich seltener, und feuchte Luftmassen verlieren auf ihrem Weg ins Landesinnere zunehmend ihre Wasserreserven. Zahlreiche Studien zeigen inzwischen, dass großräumige Landdegradation regional zu geringeren Niederschlägen und längeren Trockenzeiten beitragen kann – besonders dort, wo bereits große Flächen von Entwaldung oder intensiver Landnutzung betroffen sind.

Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Wälder und andere naturnahe Vegetation geben biogene Stoffe an die Atmosphäre ab, aus denen sich Aerosole bilden können. Diese dienen als Kondensationskeime für Wolken. Mit dem Verlust der Vegetation geht deshalb nicht nur Wasserdampf verloren, sondern auch ein wichtiger Baustein für die Wolken- und Niederschlagsbildung.

Der Teufelskreis ist offensichtlich: Weniger Vegetation führt zu weniger Verdunstung, mehr Aufheizung, trockeneren Böden und häufig noch weniger Niederschlag. Aus einem ehemals kühlenden, wasserreichen Landschaftssystem wird Schritt für Schritt eine heiße und trockene Landschaft.

Die gute Nachricht ist: Dieser Prozess lässt sich umkehren. Mehr Bäume, Hecken und vielfältige Vegetation, gesunde Böden, wiedervernässte Moore, naturnahe Flüsse und Auen sowie eine regenerative Landwirtschaft stärken den Wasserrückhalt und den kleinen Wasserkreislauf. So kann die Landschaft wieder mehr Wasser speichern, sich selbst kühlen und einen Teil des Regens mit erzeugen. Klimaschutz beginnt deshalb nicht erst in der Atmosphäre – sondern auf unseren Böden und in unseren Landschaften.

Siehe dazu unser Buch „Aufbäumen gegen die Dürre“.

Ersten Teil hier lesen: https://aufbauende-landwirtschaft.de/wenn-pflanzen-regen-machen-was-die-erdgeschichte-ueber-unseren-heutigen-wasserkreislauf-erzaehlt

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Wenn Pflanzen Regen machen: Was die Erdgeschichte über unseren heutigen Wasserkreislauf erzählt

Wenn Pflanzen Regen machen: Was die Erdgeschichte über unseren heutigen Wasserkreislauf erzählt

Die Erdgeschichte zeigt eindrucksvoll: Vegetation ist weniger Folge eines feuchten Klimas, sondern selbst ein zentraler Motor des Wasserkreislaufs. Bevor Pflanzen vor rund 470–450 Millionen Jahren die Kontinente besiedelten, waren Landflächen weitgehend kahl. Es gab kaum Böden, wenig Wasserspeicherung, fast keine Transpiration – und damit auch nur schwache kontinentale Wasserkreisläufe. Niederschläge stammten vor allem direkt aus dem Meer und fielen bevorzugt in Küstennähe oder an Gebirgen. Einmal abgeregnet, nahm das Wasser auf dem Land den schnellsten Weg wieder zurück ins Meer.

Mit der Ausbreitung der Landpflanzen änderte sich das grundlegend. Pflanzen schufen Böden, erhöhten die Infiltration, speicherten Wasser und gaben es über Transpiration wieder an die Atmosphäre ab. Dadurch konnte Niederschlag über Land mehrfach „recycelt“ werden. Feuchte Luftmassen gelangten, parallel zur Ausbreitung der Vegetation, immer weiter ins Landesinnere, und stabile Niederschlagskreisläufe entstanden dort, wo zuvor nur ein schwacher Wasserumsatz möglich war.

Besonders wichtig ist dabei das Niederschlagsrecycling. Je weiter Luftmassen ins Landesinnere wandern, desto größer wird der Anteil des Regens, der nicht mehr direkt aus dem Meer stammt, sondern aus vorheriger Verdunstung über Land. In großen Kontinentalräumen können deutlich über 50 Prozent des Niederschlags aus dieser Landverdunstung stammen. Landschaften erzeugen also einen erheblichen Teil ihres Regens selbst mit.

Damit wird Landdegradation zu einem Klimafaktor. Nicht überall gleich stark und nicht allein, aber regional und kontinental durchaus bedeutsam. Besonders deutlich zeigt sich das in Amazonien, wo Entwaldung bereits heute mit Rückgängen der Niederschläge, längeren Trockenzeiten und höheren Temperaturen verbunden wird. Für Europa und Mitteleuropa sind die Zusammenhänge komplexer, aber auch hier gilt: Vegetation, Bodenfeuchte und Verdunstung beeinflussen Hitze, Wolkenbildung und Niederschläge.

Ein zusätzlicher Aspekt verstärkt diese Sichtweise: Vegetation liefert nicht nur Wasserdampf, sondern auch Bedingungen für Wolkenbildung. Wälder geben biogene flüchtige organische Verbindungen ab, aus denen Aerosole entstehen können. Diese wirken als Kondensationskeime für Wolken. Zusammen mit Verdunstung, Kühlung und der raueren Oberfläche von Wäldern schafft Vegetation also gleich mehrfach günstige Voraussetzungen für Regen.

Die zentrale Botschaft lautet daher: Pflanzen sind nicht nur grün, sie sind klimaaktiv. Sie kühlen, speichern, verdunsten, recyceln Wasser und helfen, Wolken und Niederschläge entstehen zu lassen. Wer Landschaften degradiert, schwächt nicht nur Böden und Biodiversität, sondern greift in den Wasserkreislauf selbst ein. Und wer Böden, Wälder, Hecken, Feuchtgebiete und vielfältige Vegetation wieder aufbaut, stärkt damit auch die Fähigkeit einer Landschaft, Wasser zu halten – und Regen wieder wahrscheinlicher zu machen.

Zweiten Teil hier weiter lesen: https://aufbauende-landwirtschaft.de/wenn-landschaften-austrocknen-wie-wir-den-kleinen-wasserkreislauf-schwaechen

Posted by Stefan in Allgemein, 1 comment
Unser Buch »Aufbäumen gegen die Dürre. Wie uns die Natur helfen kann, den Wassernotstand zu beenden« – Ute Scheub & Stefan Schwarzer

Unser Buch »Aufbäumen gegen die Dürre. Wie uns die Natur helfen kann, den Wassernotstand zu beenden« – Ute Scheub & Stefan Schwarzer

Aus aktuellem Anlass – Trockenheit und Dürre – möchte ich unser Buch empfehlen: »Aufbäumen gegen die Dürre« (Amazon, Buch7, oekom). Das Buch zeigt, dass die zunehmenden Dürren und Wetterextreme nicht allein eine Folge des Klimawandels sind. Ebenso entscheidend ist die Art und Weise, wie wir seit Jahrzehnten mit unseren Landschaften umgehen.

Entwässerte Moore, begradigte Flüsse, Drainagen, verdichtete Böden, versiegelte Flächen und eine Landwirtschaft, die vielerorts zu wenig Wasser in der Landschaft hält, führen dazu, dass Regen immer schneller abfließt. Die Folge: sinkende Grundwasserspiegel, ausgetrocknete Böden, zunehmende Hitze – und gleichzeitig ein höheres Risiko für Hochwasser.

Die gute Nachricht lautet: Wir können diese Entwicklung beeinflussen. Gesunde Böden, vielfältige Vegetation, Agroforstsysteme, Humusaufbau, naturnahe Gewässer und ein intelligentes Wassermanagement machen Landschaften wieder zu Wasserspeichern. Sie kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung, fördern die Grundwasserneubildung, stärken die Biodiversität und erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürre und Starkregen.

»Aufbäumen gegen die Dürre« lädt dazu ein, den Klimawandel nicht nur in der Atmosphäre zu betrachten, sondern auch am Boden. Denn dort liegt ein oft übersehener Schlüssel für eine lebenswerte Zukunft – und zahlreiche Lösungen, die wir schon heute umsetzen können.

Buch: https://www.oekom.de/buch/aufbaeumen-gegen-die-duerre-9783987260209

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Vortrag 23.4.2026, online, IG Gesunder Boden: „Wasser pflanzen: Die Bedeutung von Vegetation und fruchtbarem Boden für den Wasserkreislauf und das Klima“

Vortrag 23.4.2026, online, IG Gesunder Boden: „Wasser pflanzen: Die Bedeutung von Vegetation und fruchtbarem Boden für den Wasserkreislauf und das Klima“

Bei der IG Gesunder Boden, WASSER um 7, 23. April 2026 um 19 Uhr:

Ein Vortrag von Stefan Schwarzer: »Wasser pflanzen: Die Bedeutung von Vegetation und fruchtbarem Boden für den Wasserkreislauf und das Klima«

Alle reden von CO2, dabei sind Dürren, Hitze und Fluten auch Folge von Landschaftszerstörungen. Asphalt und nackter Ackerboden heizen sich viel stärker auf als Wald und Wiesen, entwässerte Moore und schwindende Vegetation kühlen nicht mehr, Regen wird ohne aufsaugende Böden zur Sturzflut. Die Lösung: Wasser wieder in der Landschaft speichern, Böden und Wasserkreisläufe regenerieren und durch mehr Vegetation die Umgebung kühlen. Das schützt das Klima vor Ort, ohne dass man darauf warten muss, dass die nächste Klimakonferenz endlich Ergebnisse bringt.

Link zum Vortrag: https://gesunder-boden.de/event/schwarzer-bedeutung-wasserkreislauf

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Vortrag „Zu viel Wasser Zu wenig Wasser. – Wie Böden, Vegetation und Landwirtschaft unsere Gemeinden schützen können“, Stefan Schwarzer

Vortrag „Zu viel Wasser Zu wenig Wasser. – Wie Böden, Vegetation und Landwirtschaft unsere Gemeinden schützen können“, Stefan Schwarzer

Vortrag von Stefan Schwarzer: „Zu viel Wasser Zu wenig Wasser. Wie Böden, Vegetation und Landwirtschaft unsere Gemeinden schützen können“ anlässlich des 1. BürgerForums Zukunftlandschaft im Deggenhauser Tal, 27.2.2026

Zwei Seiten einer Medaille – das zu viel und das zu wenig an Wasser, Überflutungen und Dürren. Das betrifft direkt die Landwirtschaft, auch die Waldwirtschaft und dann letzten Endes auch die Wasserwirtschaft. Und damit uns alle. Betroffene Landwirt:innen, reduzierte Ernten, sterbende Wälder, Schäden in den Kommunen, austrocknende Bäche, sinkende Grundwasserspiegel.

Daran Schuld ist aber nicht allein der menschengemachte Klimawandel – sondern eben auch sehr stark wie wir das Land managen. Das bisherige vorherrschende Paradigma war das, Wasser möglichst schnell abzuführen: Drainagen, Gräben, Kanalisation, dazu – nicht unbedingt gewollt – oberflächlicher Abfluss auf den Äckern und auch Wiesen, und auch teilweise im Wald. Kein Wunder dass es dann immer wieder irgendwo „zu viel“ wird. Und ja dann auch irgendwo fehlt.

Dazu die (fehlende) Klima-kühlende Funktion von Vegetation, wenn im Sommer viele Äcker wochenlang brach liegen und sonst auch nicht unbedingt in voller grüner Pracht sind.

Und der Einfluss der Bewirtschaftung auf das Mikrobiom Boden, Pflanze, Tier und Mensch.

Ein paar Aspekte, die hier in einem kurzen Vortrag beleuchtet werden, und Lösungen für alle diese Probleme (kurz) vorgeschlagen werden.

https://youtu.be/1Ago0CaRM-M

Regenerate Forum: https://de.regenerateforum.org

 

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Langsames Wasser, kühlendes Grün: Klimalandschaften mit Agroforst und Keyline Design als Weg aus der Klimakrise

Langsames Wasser, kühlendes Grün: Klimalandschaften mit Agroforst und Keyline Design als Weg aus der Klimakrise

Wer genauer hinschaut, der sieht es: Wir haben ein Problem. Die Landwirtschaft hat ein Problem. Die Städte haben ein Problem. Wir Einwohner haben ein Problem. Wasser – zu viel und zu wenig davon – und die Klimaerwärmung. Beides ist hausgemacht.

Und beiden kann wirksam begegnet werden. Ganz einfach: Durch eine bewusste Gestaltung unserer Land(wirt)schaft. Das Schöne daran: Uns gelingen multiple Win-Win-Wins damit! :-))

Philipp Gerhardt (www.baumfeldwirtschaft.de) und Sassa Franke (www.klimapraxis.de) zeigen in ihrem neuen Buch »Langsames Wasser, kühlendes Grün: Klimalandschaften mit Agroforst und Keyline Design als Weg aus der Klimakrise« (Oekom, Amazon, Buch7) dieses Potential beeindruckend auf. Viele Studien – darauf haben wir hier in diesem Blog ja auch oft hingewiesen, wie auch in unserem Buch „Aufbäumen gegen die Dürre“ – geben Hinweise darauf, welche Bedeutung für die Klimakühlung Vegetation, gesunde Böden und Wasser haben. Die Verdunstung der Bäume – und die damit verbundene Kühlung der Landschaft -, die vertikale Umverteilung von Energie, die Bildung von Wolken, von Niederschlag, usw. Philipp und Sassa zeigen anhand vieler Beispiele, wie ein solcher Umbau der Land(wirt)schaft statt finden kann. Aus langer, eigener und praktischer Erfahrung berichten sie über mögliche und schon vorhandene Lösungen und dem multifunktionalem Nutzen aus der Kombination von Agroforstwirtschaft und Keyline Design und Wässersystemen.

 

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Spannende Merksätze für den kleinen Wasserkreislauf

Spannende Merksätze für den kleinen Wasserkreislauf

• „Die Hälfte des Niederschlags auf dem Land stammt vom Land selbst.“
• „Ohne Verdunstung – kein Regen. Vegetation speist den Wasserkreislauf.“
• „70 % der Verdunstung auf dem Land gehen auf das Konto der Vegetation.“
• „Wo Pflanzen wachsen, regnet es häufiger.“
• „Wasser, das verdunstet, ist eine Investition in den nächsten Regen.“
• „Waldgebiete sind Regenmacher – kein Wald, kein Wasser.“
• „Vegetation ist Klimaanlage und Wasserpumpe zugleich.“
• „Blätter sind Verdunstungskühler für die Erde.“
• „Grünflächen kühlen, versiegelte Flächen heizen.“
• „Verdunstung kostet Energie – und senkt die Temperatur.“
• „Mehr Pflanzen = mehr Kühlung = mehr Regen.“
• „Landwirtschaft kann Klima schützen – wenn sie Wasser hält und Verdunstung fördert.“
• „Mit Vegetation, Bodenleben und Wasserretention lässt sich das Klima lokal beeinflussen.“
• „Regenerative Landwirtschaft ist aktiver Klimaschutz durch Wasserkreisläufe.“
• „Nicht CO₂ allein – auch Wasserflüsse bestimmen unser Klima.“

Siehe dazu auch mein UNEP-Artikel „Working with plants, soils and water to cool the climate and rehydrate Earth’s landscapes“ und unser Buch „Aufbäumen gegen die Dürre“.

https://bit.ly/3zeukPb
https://www.oekom.de/buch/aufbaeumen-gegen-die-duerre-9783987260209

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Die landwirtschaftliche Produktion in 155 Ländern hängt von Wäldern in anderen Staaten ab

Die landwirtschaftliche Produktion in 155 Ländern hängt von Wäldern in anderen Staaten ab

Wälder sind ja richtige Geysire die große Mengen Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf in die Luft aufsteigen lassen, und damit wichtig sind als „Klimakühler“ und zur Produktion von Niederschlag.

Ein Forscherteam hat den Beitrag in Form von Transpiration/Niederschlagsbildung für die Landwirtschaft modelliert. Demnach bieten Wälder der Landwirtschaft zentrale ökologische Leistungen, die weit über ihren Standort hinaus wirken. Sie tragen erheblich zur Niederschlagsbildung bei, indem sie Wasser aufnehmen, verdunsten und als atmosphärische Feuchtigkeit über große Distanzen transportieren. Dadurch sichern Wälder einen stabilen Wasserhaushalt in Agrarregionen – häufig auch grenzüberschreitend. Studien zeigen, dass bis zu 40 % der Niederschläge landwirtschaftlicher Flächen weltweit aus Waldfeuchtigkeit stammen können.

Darüber hinaus stabilisieren Wälder das regionale Klima, reduzieren Hitzeextreme, verlängern Regenzeiten und puffern klimabedingte Schwankungen ab. Ihr Erhalt hilft, Ernteausfälle zu verringern, globale Lieferketten widerstandsfähiger zu machen und die Ernährungssicherheit zu stärken. Insgesamt zeigt die Forschung: Ohne intakte Waldökosysteme wäre ein großer Teil der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion – und insbesondere der globalen Agrarexporte – nicht im heutigen Umfang möglich.

Die Studie zeigt, dass landwirtschaftliche Nutzflächen in 155 Ländern in unterschiedlichem Maße von Waldfeuchtigkeit aus anderen Ländern abhängig sind – in manchen Fällen bis zu 40 % der jährlichen Niederschläge. Ein Beispiel ist der Amazonas: Wälder in Brasilien versorgen nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern auch Agrarregionen in Peru, Ecuador, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Argentinien. Diese Länder stehen zusammen für rund 10 % der globalen Agrarexporte – und beliefern Märkte weltweit.

Ein besonders eindrückliches Beispiel ist Brasilien: Die dortigen Wälder liefern nicht nur Feuchtigkeit für die eigene Landwirtschaft, sondern beeinflussen auch maßgeblich die Ernten in Peru, Ecuador, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Argentinien. Diese Länder zusammen produzieren rund 10 % der weltweiten Ackerbau-Exporte – auch für Europa, Afrika, Asien und Ozeanien. Damit sind importierende Länder indirekt auf die Funktion brasilianischer Wälder angewiesen. Ein weiteres Beispiel ist Zentralafrika: Die Erträge und Exportmöglichkeiten dortiger Länder sind hochgradig abhängig von intakten Waldökosystemen in der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik.

https://www.stockholmresilience.org/research/research-stories/2025-10-23-the-crop-production-in-155-countries-relies-on-forests-in-other-nations.html

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Vegetation und Wolkenbildung

Vegetation und Wolkenbildung

Ein sehr schönes Bild aus Australien: Nach starken Regenfällen sind inländische Seen gut gefüllt und die Vegetation grün. Spannend zu sehen, wo sich Wolken bilden: Nicht (oder nur sehr wenig) über den vegetationsfreien Gebieten, auch nicht über den Seen, sondern quasi nur da, wo Vegetation ist. Die Verdunstung von Wasser über Wasserflächen ist deutlich energieintensiver als die Verdunstung über der Vegetation. Das zeigt deutlich welche Rolle die Vegetation bei der Verdunstung und der Entstehung von Wolken bilden.

Mehr dazu in unserem Buch „Aufbäumen gegen die Dürre“.

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Wie Pinguine die Antarktis kühlen

Wie Pinguine die Antarktis kühlen

Immer wieder spannend Zusammenhänge in der Natur zu erkennen: Millionen Pinguine bevölkern die Antarktis und beeinflussen deren Umwelt. Besonders ihr Kot hat eine nachhaltige Wirkung, wie sich zeigt – auf das Klima. … Denn das aus dem Kot aufsteigende Ammoniak fördert offensichtlich die Wolkenbildung und hilft dabei, die Region zu kühlen. Dabei wirken sie als biogenen Aerosole in der Luft und helfen so bei der Wolkenentstehung: Sie bilden die Kondensationskeime, an denen sich Wasserdampf anlagert und Tröpfchen entstehen. In der kalten und sehr sauberen Luft der Antarktis sind sie jedoch an sich Mangelware.

https://www.spektrum.de/news/klima-wie-pinguine-die-antarktis-kuehlen/2268319

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Mehr Wald, weniger Hitze: Aufforstung mildert den Klimawandel in Europa

Mehr Wald, weniger Hitze: Aufforstung mildert den Klimawandel in Europa

Diese Studie untersucht den Einfluss der Aufforstung in Europa (1986–2015) auf das regionale Klima und zeigt deutliche Effekte:

  • Lokale Abkühlung im Sommer: Aufforstung senkt die Temperaturen spürbar, durchschnittlich um −0,3 K in Nordeuropa, −0,5 K in Mitteleuropa und −0,8 K in Südeuropa; während Hitzeperioden sogar bis zu −1,9 K. → Aufforstung wirkt also hitzemindernd und kann Extremereignisse abfedern.

  • Leichte Wintererwärmung: Durch den Albedo-Effekt von Wäldern kommt es in Nord- und Südeuropa zu einer schwachen Erwärmung im Winter, die jedoch nicht signifikant ist.

  • Nicht-lokale Effekte: Mehr Evapotranspiration fördert die Wolkenbildung, was im Winter in windabwärts gelegenen Regionen leichte Erwärmungen begünstigt, besonders bei Kälteperioden.

Schlussfolgerung: Aufforstung hat das regionale Klimasignal in Europa nachweisbar verändert. Sie mildert vor allem im Sommer den Erwärmungstrend, besonders lokal, und leistet damit einen Beitrag zur Klimaanpassung. Allerdings sind die Effekte komplex: Neben Abkühlung im Sommer gibt es geringfügige Erwärmungseffekte im Winter.

👉 Quintessenz: Aufforstung ist ein wirksames Instrument zur regionalen Hitzeminderung und kann Klimaresilienz steigern, ersetzt aber nicht andere Klimaschutzmaßnahmen.

https://bg.copernicus.org/articles/21/811/2024/bg-21-811-2024.pdf

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Wiederaufforstung in den USA kühlt eine ganze Region

Wiederaufforstung in den USA kühlt eine ganze Region

Ich hatte sie schon mal hier erwähnt, aber weil sie so faszinierend ist, hier nochmal der Verweis drauf:

Eine neue Studie zeigt, dass die großflächige Wiederaufforstung im Osten der USA im vergangenen Jahrhundert maßgeblich zur Abkühlung der Region beigetragen hat. Auf den Kahlschlag der Kolonialzeit folgten seit den 1920er-Jahren Landaufgaben, staatliche Aufforstungsprogramme und eine Rückkehr von insgesamt rund 15 Millionen Hektar Wald – eine Fläche größer als England.

Die wiederaufgeforsteten Wälder senken durch Transpiration die Temperaturen deutlich:

  • 1–2 °C Abkühlung im Jahresmittel
  • 2–5 °C an den heißesten Tagen
  • mit dem stärksten Effekt innerhalb von 400 Metern um die Bäume.

Damit liefern Bäume eine natürliche Kühlleistung, die besonders in städtischen Räumen wichtig ist. Das mysteriöse „warming hole“ im Südosten der USA – ein Gebiet, das sich trotz globaler Erwärmung kaum aufheizte – wird so teilweise erklärt. Allerdings spielen auch andere Faktoren wie Luftverschmutzung und landwirtschaftliche Bewässerung eine Rolle.

Die Forschenden betonen: Wiederaufforstung ist ein wirksames, naturbasiertes Klimaschutzinstrument, aber kein Ersatz für die drastische Reduktion fossiler Emissionen. Sie kann die Anpassung an den Klimawandel unterstützen, muss jedoch zusätzlich zu Emissionsminderungen erfolgen.

https://www.theguardian.com/environment/2024/feb/17/us-east-trees-warming-hole-study-climate-crisis

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
In den heute-Nachrichten: Viel Grün sorgt für kühle Temperaturen

In den heute-Nachrichten: Viel Grün sorgt für kühle Temperaturen

Ah, sogar in den heute-Nachrichten kommt es an: Vegetation kühlt. Oder wie Pierre Ibisch es formuliert: Es gibt eine Dreieicksbeziehung von Grün, Feucht und Kühl. Ja genau, das ist ja immer wieder hier auch der Punkt: Das Potential der Vegetation über die Verdunstung das Klima zu kühlen! Siehe auch dazu – schon öfters hier aufgeführt – mein UNEP Artikel „Working with plants, soils and water to cool the climate and rehydrate Earth’s landscapes„, unser Buch „Aufbäumen gegen die Dürre“, oder meine Präsentation dazu (hier eine Kurzversion).

Und wo wir gerade von Wäldern reden: Wenn wir in den letzten Jahren 900.000 Hektar in Deutschland verloren haben, dann ist das keine gute Nachricht für das Klima (also, ja, auch für die CO2-Speicherung bzw. damit eher CO2-Emission, aber eben auch für die super wichtige klimakühlende Leistung der Wälder).

Und bzgl Landwirtschaft: Wenn jedes Jahr v.a. im Sommer hundertausende von Hektaren brach liegen, dann ist das im gleichen Sinne auch keine gute Nachricht!

Also, regenerative Landwirtschaft wie Waldwirtschaft (–> Dauerwald) ist die Lösung, ständige Bodenbedeckung, Untersaaten, Zwischenfrüchte, Mischkulturen, Agroforstwirtschaft, usw. wie auch deutlich erhöhte Wasserretention auf allen genutzten Flächen, ob Landwirtschaft (siehe mein Video zur Wassserinfiltration), Forstwirtschaft oder Siedlungen.

https://youtu.be/4NG8JDX-L14
https://www.zdfheute.de/video/heute-nachrichten/bedeutung-des-waldes-fuers-klima-video-100.html
https://wedocs.unep.org/bitstream/handle/20.500.11822/36619/FB025.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=iEbagOJcxvE
https://www.youtube.com/watch?v=wTUvop7qOgw

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Deutliche Kühlung der Luft durch Baumbestand

Deutliche Kühlung der Luft durch Baumbestand

Bäume haben einen substantiellen Einfluss auf das Mikroklima, auch außerhalb von Wäldern. Insbesondere unter warmen Bedingungen sind sie entscheidend für die Regulierung lokaler und regionaler Temperaturen. Damit erhöhen sie die Klimaresilienz fragmentierter Landschaften und sollten gezielt erhalten bzw. gefördert werden. Diese Studie zeigt, dass eine höhere Baumkronenbedeckung die Temperaturen in einer afromontanen Kulturlandschaft in Kenia deutlich senkt:

  • Pro 1 % Kronendachbedeckung sinkt die Landoberflächentemperatur im Mittel um 0,05 °C.
  • Zwischen Flächen ohne Bäume und Flächen mit vollständiger Kronenbedeckung beträgt der Unterschied 5,2 °C bei den Durchschnittstemperaturen und 10,2 °C bei den Maximaltemperaturen.

https://bg.copernicus.org/articles/19/4227/2022/

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Heißer (offener) Ackerboden, kühle(nde) Vegetation

Heißer (offener) Ackerboden, kühle(nde) Vegetation

Gestern mal wieder draußen gewesen zum Messen:

  • Lufttemperatur um 12h: 30°C
  • Kleegras: 29°C
  • unter der Strohschicht auf dem Acker: 28°C
  • Stroh-bedeckter Boden: 42°C
  • offener Ackerboden: 57°C

Summasumarum:

  • Vegetation hat die gleiche Temperatur wie die Luft
  • Temperaturunterschied zwischen mit Vegetation bedecktem Boden und mit Stroh bedecktem Boden: ~15°C
  • Temperaturunterschied zwischen mit Stroh bedecktem und offenem Boden: ~15°C
  • offener Boden ist um 25-30°C wärmer/heißer als mit Pflanzen bedeckter Boden

Das hat natürlich verschiedene Auswirkungen:

  • Das Bodenleben leidet/stirbt.
  • Der Boden trocknet aus.
  • Humus wird abgebaut.
  • Die Erhitzung führt zu langwelliger Wärmerückstrahlung, die den natürlichen und menschengemachten Klimawandel verstärkt.

Demgegenüber:

  • Mit Vegetation bedeckter Boden führt über die Verdunstung zur Kühlung der Umgebung.
  • Der aufsteigende Wasserdampf führt zur Wolkenbildung.
  • Ein Teil der dort wieder freigesetzten Energie diffundiert ins Weltall, was zu einer Entlastung der überschüssigen Wärmebilanz der Atmosphäre im Klimawandel führt.
  • Die entstehenden Wolken reflektieren das einfallende Sonnenlicht, was wiederum zu einer Entlastung der überschüssigen Wärmebilanz der Atmosphäre im Klimawandel führt.
  • Wolken bringen potentiell Niederschlag.

Also: Den Boden immer bedeckt halten. Wir brauchen die Vegetation zur Klimakühlung, für den Humusaufbau, für die Biodiversität, für die Gesundheit.

Mehr dazu z.B. in unserem Buch „Aufbäumen gegen die Dürre“, oder über meine Vorträge auf Youtube.

https://www.oekom.de/buch/aufbaeumen-gegen-die-duerre-9783987260209
https://www.youtube.com/results?search_query=stefan+schwarzer+klima

 

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
Unser Buch »Aufbäumen gegen die Dürre. Wie uns die Natur helfen kann, den Wassernotstand zu beenden« – Ute Scheub & Stefan Schwarzer

Unser Buch »Aufbäumen gegen die Dürre. Wie uns die Natur helfen kann, den Wassernotstand zu beenden« – Ute Scheub & Stefan Schwarzer

Aus aktuellem Anlass – Trockenheit und Dürre – möchte ich unser Buch empfehlen: »Aufbäumen gegen die Dürre« (Amazon, Buch7, oekom). Da steht viel dazu drinne, wie wir aktiv die Land(wirt)schaft verändern können, um das Klima zu kühlen und die kleinen Wasserkreisläufe zu stärken.

»Dieses Buch wirft einen völlig neuen Blick auf die Klimakrise: Alle reden nur von CO2, dabei sind Dürre, Hitze und Fluten auch Folgen von massiven Veränderungen der Landschaft, Bodenversiegelungen und gestörten Wasserkreisläufen.

Die gute Nachricht: Daran können wir etwas ändern, ohne darauf warten zu müssen, dass die nächste Klimakonferenz endlich Ergebnisse bringt. Lokale Gruppen und engagierte Kommunen können zwar nicht den CO2-Gehalt der Atmosphäre senken, wohl aber die Temperaturen vor Ort. Wasser und Vegetation sind dabei die Lösung: Gelingt es uns, mehr Wasser in der Landschaft zu speichern sowie Städte und Landschaften zu begrünen, kann es mehr regnen und kühler werden, die Überschwemmungsgefahr sinkt. So bekommen wir drei Lösungen zum Preis von einer: Klima-, Arten- und Gesundheitsschutz.

Das Buch nimmt uns mit in intakte Flusslandschaften, Acker und Flure, zukunftsfähige Wälder sowie Städte, die Wasser wie Schwämme speichern, statt es in die Kanalisation zu leiten. Ein Buch, das Mut macht und zum Nachmachen inspiriert.«

 

„Das Buch zeigt einen ganz neuen Blick auf die Klimakrise. Und eine Handlungsoption: Klimalandschaften!“
Dr. Felix Prinz zu Löwenstein

„Wir können viel tun, um der Klimakatastrophe zu begegnen. Bodenschutz und Pflanzenbau muss dabei in den Fokus, deshalb bin ich den Autoren Stefan Schwarzer und Ute Scheub sehr dankbar, dass sie so viele wertvolle Ansätze liefern.“
Dr. Ophelia Nick, Staatssekretärin BMEL

„Regenerative statt degenerative Landwirtschaft – damit können wir die Erde heilen.”
Sepp Braun, Bio-Bauer, Bioland-Stiftung

„Es ist nicht nur der Klimawandel schuld; wir können unsere Landbewirtschaftung so verändern, dass der Wasserhaushalt sehr viel resilienter wird und die Folgen von Dürren und Fluten beherrschbarer bleiben, wie in diesem Buch wunderbar aufgezeigt wird.”
Dietrich Borchardt, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments
10.7.2025, WASSER um 7: »Wasser pflanzen. Die Bedeutung von Vegetation und fruchtbaren Boden für den Wasserkreislauf und das Klima«, Stefan Schwarzer

10.7.2025, WASSER um 7: »Wasser pflanzen. Die Bedeutung von Vegetation und fruchtbaren Boden für den Wasserkreislauf und das Klima«, Stefan Schwarzer

IG Gesunder Boden
WASSER um 7
mit Stefan Schwarzer
10.07.2025 um 19 Uhr
https://gesunder-boden.de/event/1746450440419×828896919657644000

»Wasser pflanzen: Die Bedeutung von Vegetation und fruchtbarem Boden für den Wasserkreislauf und das Klima«. Alle reden von CO2, dabei sind Dürren, Hitze und Fluten auch Folge von Landschaftszerstörungen. Asphalt und nackter Ackerboden heizen sich viel stärker auf als Wald und Wiesen, entwässerte Moore und schwindende Vegetation kühlen nicht mehr, Regen wird ohne aufsaugende Böden zur Sturzflut. Die Lösung: Wasser wieder in der Landschaft speichern, Böden und Wasserkreisläufe regenerieren und durch mehr Vegetation die Umgebung kühlen. Das schützt das Klima vor Ort, ohne dass man darauf warten muss, dass die nächste Klimakonferenz endlich Ergebnisse bringt.

Posted by Stefan in Allgemein, 0 comments