Die Gesundheit der Mikroben, Pflanzen, Tiere und Menschen und was sonst noch so kreucht und fleucht, bewegt uns ja ganz besonders. Spätestens mit unserem Buch „Gesundheit beginnt im Boden – Warum die Gesundheit allen Lebens von winzigen Mikroben abhängt“ hat sich da für mich noch einmal eine neue Welt aufgetan.
Eine der ganz großen Zivilisationskrankheiten ist Adipositas. 2.5 Milliarden Erwachsene sind weltweit übergewichtig, davon fast 1 Milliarde adipös. Das Problem dabei ist v.a. die hoch verarbeitete, ungesunde Ernährung.
In dieser weltweiten Studie wurden der Energieverbrauch sowie zwei Kennzahlen für Fettleibigkeit – der Körperfettanteil und der Body-Mass-Index (BMI) – bei 4.213 Erwachsenen aus 34 Bevölkerungsgruppen auf sechs Kontinenten untersucht. Die Gruppen unterschieden sich stark in ihrem Lebensstil und Entwicklungsstand: von Jäger-Sammlern und Viehhaltern über landwirtschaftlich geprägte bis hin zu hochindustrialisierten Gesellschaften.
Mit zunehmendem Wohlstand stiegen Körpergewicht, BMI und Körperfettanteil deutlich an – ebenso aber auch der gesamte Energieverbrauch, der Grundumsatz und der Energieverbrauch durch körperliche Aktivität. Wenn man allerdings die Körpergröße berücksichtigte, zeigte sich: Der Gesamt- und Grundumsatz nahmen mit wachsender wirtschaftlicher Entwicklung im Schnitt leicht ab (um etwa 6 bis 11 %). Zwischen den Gruppen gab es dabei große Unterschiede, und ein klarer Zusammenhang mit dem Lebensstil ließ sich nicht erkennen.
Der energieverbrauchsbereinigte Zusammenhang mit Fettleibigkeit war schwach: Der Energieverbrauch erklärte nur etwa ein Zehntel der Zunahme von Körperfett und BMI in wohlhabenderen Gesellschaften.
Deutlich stärker war dagegen der Einfluss der Ernährung. In wirtschaftlich entwickelten Ländern lag die Energieaufnahme im Durchschnitt höher, und in den 25 Gruppen, für die entsprechende Daten vorlagen, zeigte sich ein klarer Zusammenhang zwischen dem Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel und einem höheren Körperfettanteil.
Das Ergebnis: Nicht ein geringerer Energieverbrauch, sondern vor allem eine veränderte, stark verarbeitete Ernährung scheint der entscheidende Faktor für die zunehmende Fettleibigkeit mit wachsender wirtschaftlicher Entwicklung zu sein.
