Eine neue Studie „Assessing the Effect of a Deep‐Rooted Grass on Belowground Carbon Storage in Cultivated Land“ untersucht, ob tiefwurzelnde, mehrjährige Pflanzen wie Switchgrass im Vergleich zu einjährigen Ackerkulturen einen höheren Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung im Boden leisten. Dazu wurden an 12 Standorten in den USA Flächen mit langjährigem Switchgrass-Anbau (8 bis 30 Jahre) mit benachbarten Flächen unter konventioneller Nutzung wie Mais, Soja oder Weizen verglichen. Neben dem organischen Bodenkohlenstoff wurden auch die Wurzelbiomasse sowie Isotopensignaturen analysiert, um den Eintrag neuen Kohlenstoffs zu erfassen.
Die Ergebnisse zeigen klar, dass Switchgrass deutlich mehr Kohlenstoff in Form von Wurzelbiomasse speichert und wesentlich tiefer wurzelt als einjährige Kulturen. Dadurch wird Kohlenstoff gezielt in tiefere Bodenschichten eingebracht. Im Gegensatz dazu ist der Effekt auf den Humusgehalt im Boden (SOC) uneinheitlich: Zwar gibt es teilweise Zunahmen, insgesamt sind diese jedoch statistisch nicht eindeutig und variieren stark zwischen den Standorten.
Wird jedoch der gesamte unterirdische Kohlenstoff betrachtet – also Boden plus Wurzeln –, zeigt sich ein klarer Zuwachs unter Switchgrass. Ein wesentlicher Teil des zusätzlichen Kohlenstoffs befindet sich dabei zunächst in lebender oder abgestorbener Wurzelbiomasse und nicht direkt im stabilen Humus. Die Isotopenanalysen belegen zudem, dass neuer Kohlenstoff tatsächlich in tiefere Bodenschichten gelangt, ohne dass gleichzeitig ein verstärkter Abbau vorhandener Vorräte erkennbar ist.
Insgesamt verdeutlicht die Studie, dass tiefwurzelnde, mehrjährige Pflanzen den Kohlenstoffeintrag in den Boden deutlich erhöhen können, insbesondere über ihre Wurzelsysteme. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, dass der Aufbau von stabilem Humus ein langsamer, standortabhängiger Prozess ist, der sich kurzfristig oft nicht eindeutig messen lässt. Für die Praxis bedeutet das: Tiefwurzelnde Pflanzen sind ein wichtiger Hebel für den Kohlenstoffaufbau – die Effekte im Boden zeigen sich jedoch erst über längere Zeiträume.
https://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2025EF007102
