Sie sind so winzig, dass wir sie mit bloßem Auge nicht sehen können. Aber sie beeinflussen und bestimmen so ziemlich alles auf der Welt. Quizfrage: Wer ist das?
Ja klar, die Bakterien (oder noch genauer-allgemeiner: die Mikroben, zu denen auch Pilze, Algen und Protozoen gehören). Sie rufen bei den meisten von uns eher eine „Igitt“- und „Krankheits“-Assoziation hervor. Und das zwar nicht komplett zu unrecht. Aber der weitaus größte Teil der Bakterien – schätzungsweise 99,99% – wirkt neutral bis positiv auf uns und unsere Gesundheit. Und steuern auf unglaubliche Art und Weise das Wohlergehen dieses Planeten.
In seinem neuen Buch „Bakterien – die heimlichen Helden: Wie sie uns Menschen prägen und die Natur beeinflussen“ (Amazon, Buch7) nimmt sich Peter Wohlleben dieser Kleinstlebewesen an. Denn: Auch jene Wesen, über die Peter Wohlleben so bekannt geworden ist, die Bäume, könnten nicht ohne sie leben. Im Wurzelbereich arbeiten diese Organismen eng zusammen, aber auch in den Ästen, Stengeln, Blättern, Blüten, Samen sind sie fester Bestandteil. Schliesslich, das macht Wohlleben immer wieder klar, haben sie einen großen evolutionären Vorsprung vor dem „höheren Leben“, also den Pflanzen und Tieren. Sage und schreibe 3.5 Milliarden Jahre. Eine lange Zeitspanne um viele Dinge auszuprobieren und sich weiter zu entwickeln. Da machte es doch nur Sinn dass das höhere Leben diese Expertise nutzte und integrierte.
So sind wir eben doch nicht nur Mensch, sondern Holobionten – Viel-Lebewesen, die von oben bis unten besiedelt sind mit Bakterien, die mit uns kooperieren, und ohne die wir keine zwei Minuten überlebensfähig wären.
Wohlleben schreibt wie immer lebendig und begeistert, manches mal – was ihm ja immer wieder (in meinen Augen auch zu Recht) vorgeworfen wir – die Natur zu „vermenschlichend“, zu romantisch, zu simplifizierend. Aber klar, dadurch ist es eingängiger und verständlicher, wenn auch wissenschaftlich nicht sauber.
Insgesamt mal wieder ein informatives und bereicherndes Buch über das Leben, was uns umgibt.



